Sebastian Vettel hatte am Nachmittag die Konkurrenz in Monza im Griff

Formel 1 2013

— 06.09.2013

Monza: Vettel schockt die Konkurrenz

Sebastian Vettel (Red Bull) zeigt sich im zweiten Freien Training in Italien unantastbar: Lotus, Ferrari und Mercedes mit erheblichem Rückstand



Wer soll diesen Sebastian Vettel auf dem Weg zum vierten Titel in Folge noch aufhalten? Diese Frage muss man sich spätestens seit der Demonstration der Stärke am Freitagnachmittag in Monza stellen. Der Red-Bull-Star hatte die gesamte Szene unglaublich locker im Griff. Auf eine schnelle Runde mit weichen Pneus, oder auf längeren Versuchen mit harten Gummis: Vettel war unantastbar. Der Deutsche setzte sich in 1:24.453 Minuten souverän an die Spitze des Klassements.

Bei sommerlichen und warmen Bedingungen (30 Grad Luft, 40 Grad Asphalt) im Parco di Monza strahlte der Champion mit der Sonne um die Wette. "Wenn ich sagen würde, das wäre heute ein Desaster gewesen, dann würde ich lügen", meint Vettel lächelnd nach 39 Runden am Nachmittag. Schnell fügt er in typischer Manier hinzu: "Es war doch nur ein Freitag." Aber ein ganz anderer Freitag als zuletzt in Spa-Francorchamps.

Die Bedingungen waren konstant und das Wetter wird sich an den beiden kommenden Tagen kaum verändern. Somit haben die Eindrücke vom ersten Tag des Grand-Prix-Wochenendes in Monza durchaus einigen Wert. Bereits nach zehn Minuten schoss sich Vettel an die Spitze des Klassements. Er markierte diese Rundenzeit (1:25.616) mal eben aus dem Stand, nur zwei Umläufe später war die Hamilton-Bestzeit vom Vormittag deutlich unterboten, beim Wechsel auf weichere Medium-Pneus nach einer halben Stunde legte Vettel entscheidend nach - keine Chance für die Konkurrenz.

Starkes Renntempo von Red Bull

Am Ende des Tages stand in der Zeitenliste ein Vorsprung von 0,623 Sekunden auf den zweitplatzierten Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber. Der Australier hatte die Session erst später beginnen können, weil an seinem Auto in der Mittagspause die KERS-Batterie hatte gewechselt werden müssen. Webber behauptete sich knapp vor Kimi Räikkönen (3.) und Romain Grosjean (4.). Kurios: Die beiden Lotus-Piloten fuhren in 1:25.116 Minuten haargenau die gleiche Rundenzeit in unterschiedlichen Autos. Nur Räikkönen hatte den E21 mit um zehn Zentimeter verlängertem Radstand zur Verfügung.

Beim Wechsel auf die Option-Reifen konnten alle Piloten nur um rund drei bis fünf Zehntelsekunden zulegen. Man hatte zuvor mehr Unterschied erwartet. Fernando Alonso (5./+ 0,877) sowie die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton (6./+ 0,887) und Nico Rosberg (7./+ 0,914) konnten den Rückstand auf eine Runde wenigstens bei unter einer Sekunde halten. Auf den Longruns sah das Bild ähnlich aus: Red Bull souverän, die Konkurrenz chancenlos.

Auf der härteren Mischung zeigte Vettel ein starkes Tempo. 14 Runden am Stück umrundete er den Kurs mit Zeiten im Bereich von 1:28.5 Minuten. Nur wenige Konkurrenten schafften überhaupt eine Runde unter der 89-Sekunden-Marke. Einzig Webber konnte das Tempo seines Teamkollegen auf die Distanz ansatzweise mitgehen. Droht also am Sonntag eine ähnlich dominante Vorstellung wie in Spa? "Morgen wird es ziemlich eng werden. Im Qualifying sind bestimmt viele Autos innerhalb weniger Hundertstel", sagt der Champion.

Kommt sogar noch mehr?

"Wir werden noch an uns arbeiten müssen", tritt Vettel auf die Euphoriebremse. Es gebe noch "zwei, drei Ecken", in denen man zulegen könne. Dabei weiß man nicht, ob dies der Konkurrenz nun wirklich Hoffnung machen kann, oder ob es eine Drohung ist nach dem Motto: "Dabei haben wir doch sogar noch Luft nach oben". Aus dem Lager von Ferrari konnte Alonso am Freitag das klar bessere Tempo gehen. Felipe Massa (8./+ 1,066) hatte am Nachmittag mit einem defekten Getriebe Probleme.

Der Brasilianer konnte sich auf eine schnelle Runde knapp gegen die beiden McLaren-Piloten Jenson Button (9./+ 1,079) und Sergio Perez (10./+ 1,174) durchsetzen. Auf die Distanz sahen die MP4-28 schneller aus als der F138 in den Händen von Massa. Wenn es um das Renntempo geht, so machte Lotus den stärksten Eindruck aller Verfolger. Die beiden E21 waren im Schnitt gut eine halbe Sekunde langsamer als Vettel, bei Mercedes, Ferrari und McLaren war der Rückstand im Bereich von 0,8 Sekunden.

Hinter den Top-10 hinterließen die beiden Force-India-Piloten Paul di Resta (11.) und Adrian Sutil (13.) sowie der Sauber von Esteban Gutierrez (12.) einen soliden Eindruck. Nico Hülkenberg (16.) hatte zwischenzeitlich - wie am Vormittag - mit Getriebeproblemen zu kämpfen. Williams konnte sich in etwa auf dem Niveau von Toro Rosso bewegen, die am bisherigen Wochenende nur mit den besten Top-Speeds (339 km/h) überzeugen.

"Die Haltbarkeit der Reifen ist ganz okay", meint Jean-Eric Vergne (15.) nach dem Freitag in Monza. Sein Teamkollege Daniel Ricciardo (17.) stimmt ihm zu, merkt aber an: "Wir verlieren zu viel am Ausgang einiger Kurven, zum Beispiel aus der Ascari-Schikane heraus. Da fehlt es an Traktion." Der Freitagnachmittag bot den zahlreichen Tifosis viel Action. Im Schnitt drehte jeder Fahrer rund 40 Runden. Das kommt einer Renndistanz (53 Runden) schon sehr nahe.

Fotoquelle: xpbimages.com

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