In Monza werden die höchsten Geschwindigkeiten gefahren

Formel 1 2013

— 06.09.2013

Monza: Das letzte Flaggschiff der Hochgeschwindigkeit

Die Strecke von Monza ist im Formel-1-Kalender spätestens seit dem Wegfall von Hockenheim die letzte ihrer Art, und wird es wohl auch in Zukunft bleiben



Monza ist einzigartig - in jeder Hinsicht. Die Strecke nördlich von Mailand umweht immer ein ganz besonderer Mythos, wenn der Formel-1-Zirkus seine Zelte im Königlichen Park aufschlägt. Monza ist nicht nur durch seine Tradition und seine frenetischen Tifosi bekannt, sie ist auch die letzte Strecke ihrer Art. Einen solchen Hochgeschwindigkeitskurs findet man sonst nicht mehr im Kalender, nirgendwo werden so niedrige Abtriebswerte gefahren wie hier.

Aus diesem Grund bringen die meisten Teams auch speziell für Monza abgestimmte Pakete mit an die Strecke, die man sonst mit Abstrichen noch in Spa-Francorchamps verwenden kann. Früher konnte man zumindest noch am alten Hockenheimring ähnliche Werte erreichen, doch seit dem Wegfall der Waldpassagen ist auch diese Zeit vorbei. "Ich denke, die Art des Rennfahrens, die man auf solchen Kursen bekommt, ist ein wenig speziell, und ich würde es begrüßen, mehr Strecken wie die in Monza zu haben", erklärt sich Mercedes-Teamchef Ross Brawn zum Fan solcher Hochgeschwindigkeitspisten.

Doch mit den heutigen Vorgaben der FIA dürfte die Erschaffung einer Strecke wie Monza ziemlich schwer fallen. "Ich weiß leider nicht, wie wir das erreichen könnten", muss auch Brawn eingestehen und findet Zustimmung bei McLaren-Pendant Martin Whitmarsh. "Abwechslung ist gut", meint der Brite. "Ich würde zwar nicht unbedingt gerne zweimal nach Monza kommen, aber ich denke, dass Strecken wie diese großartig sind."

Wohl keine neuen Monza-Ableger

Doch auch der Boss der Chrompfeile muss eingestehen, dass Monza und das alte Hockenheim vermutlich nicht die Zukunft der Formel 1 sein werden: "Wie Ross schon gesagt hat, werden wir wohl kaum neue Strecken sehen, die so wie diese hier gebaut werden." Damit wird wohl auch klar sein, dass auch in naher Zukunft wohl in jeder Saison ein Paket geschaffen wird, welches nur auf der italienischen Traditionsstrecke zum Einsatz kommt. "Monza ist nun ein Außenseiter in Sachen Flügeln", nickt Brawn.

"Wir bringen ein spezielles Aeropaket für ein einziges Rennen, aber das ist auch in Spa der Fall", sieht der Engländer zumindest noch eine weitere Besonderheit. "Spa ist in der Mitte, bei allen anderen Strecken können wir vermutlich mit maximalem Abtrieb fahren", erklärt er. Doch wenn schon keine neuen Strecken mit niedrigem Abtriebslevel geschaffen werden, dann kann die Formel 1 mit ihren Regeln selbst für einen Umbruch sorgen.

Doch Brawn glaubt, dass die neuen Flügel und Motoren wohl eher dafür sorgen werden, dass der Unterschied zwischen Strecken mit hohem und niedrigem Abtrieb noch geringer wird. Vielleicht fallen somit auch die Pakete zwischen Spa und Monza ähnlicher aus, wobei diese bei Red Bull schon jetzt ziemlich ähnlich seien, wie Teamchef Christian Horner verrät. Er hat somit seine Strecke, die ähnlich wie Monza ausfällt.

Horner: Monza ist einzigartig

Der Red-Bull-Chef stellt lieber die Einmaligkeit des vorhandenen Rennens in Monza hinaus, anstatt sich neue zu wünschen. "Es ist einzigartig, es ist anders, es hat Erbe und ist natürlich ein sehr schnelles Rennen. Strategisch ist es komplett anders, allein da schon der Reifenabbau ziemlich gering ist", so Horner. "Zudem ist der Benzineffekt natürlich auch einer der geringsten des Jahres. Ich denke, das bringt Abwechslung in den Kalender", wünscht er sich, dass das Rennen noch länger Teil der Formel 1 ist.

"Das ist das Großartige an der Formel 1: Man fährt von Monaco nach Monza. Das sind zwei verschiedene Welten und das ist Teil der technischen Herausforderung der Formel 1", so der Brite abschließend. Und auch Marussias Geschäftsführer Graeme Lowdon würde nicht auf Monza verzichten wollen: "Ich denke, Monza hat eine besondere Magie - schon ab der Minute, wo man durch die Mauern des Parks spaziert."

"Es hat eine Atmosphäre, die wirklich etwas Besonderes ist. Es stellt den Teams ein echtes Rennumfeld, was es so einzigartig macht", so Lowdon weiter. "Von der Sicht aus, ist es ein großartiger Ort." Doch als chronisch klammes Formel-1-Team muss man bei Marussia natürlich auch auf den finanziellen Aspekt schauen, den ein Paket für nur ein Rennen mit sich bringt. "Ich denke man kann sagen, dass wir weniger ausgegeben haben als die anderen Teams", meint Lowdon.

Für Marussia macht ein eigenes Paket daher weniger Sinn als für andere Teams, doch darauf will Lowdon nicht schauen. "Das ist wirklich nicht der Punkt, wenn es um Monza geht", findet er und betrachtet das Rennen lieber aus der sportlichen Perspektive. Und die ist im Königlichen Park nun einmal einzigartig - und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Leider, wie es manche Rennsportpuristen oder auch Teamchefs ausdrücken würden.

Fotoquelle: xpbimages.com

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