Die Rückkehr der Formel 1 nach Mexiko wird einhellig begrüßt

Formel 1 2013

— 06.09.2013

21 Rennen? Formel 1 stöhnt vor möglicher Marathon-Saison

Die geplanten 21 Formel-1-Rennen im Jahr 2014 sind für viele Beteiligten das Ende der Fahnenstange - Einhellige Freude über Mexiko-Comeback



Im kommenden Jahr erwartet die Formel 1 möglicherweise eine Marathon-Saison, denn gestern sickerten erste Details des Kalenderentwurfs für 2014 durch. Mit 21 Grands Prix sieht dieser so viele Rennen wie noch nie in der Formel-1-Geschichte vor. Zwar fällt der Große Preis von Indien 2014 aus dem Programm, doch durch die neuen Rennen in Österreich, Russland und Mexiko wird das Rennjahr im Vergleich zu 2013 um zwei Rennen verlängert. Das stößt nicht überall im Fahrerlager auf ungeteilte Begeisterung.

"Für mich persönlich ist es in Ordnung", meint beispielsweise Nico Rosberg, der aber an seine Teammitglieder denkt: "Es ist für die Mechaniker viel anstrengender, denn sie müssen viel reisen und arbeiten auch daheim in der Fabrik auf Hochtouren. An einem gewissen Punkt ist das Limit erreicht und ich finde, dass wir schon nahe an diesem Punkt sind." Auch McLaren-Sportdirektor Sam Michael findet: "21 Rennen - das ist natürlich eine lange Saison."

Ins gleiche Horn stößt auch Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery: "Mehr als 20 Rennen, das macht es aus menschlicher Sicht schon sehr schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass 21 Rennen im Jahr eine große Belastung für das Privatleben der meisten Menschen wären. Das muss man sich vor Augen führen. Wir sprechen hier einfach von logistischen und nicht zuletzt von menschlichen Problemen."

Teams am Rande der Leistungsfähigkeit

Der Brite sieht vor allem die kleineren Teams am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, zumal die Saison inoffiziell mit den ersten Testfahrten wahrscheinlich schon im Januar beginnen wird. "Wahrscheinlich muss man dann in kleinen Rennteams über den Aufbau von "Backup"-Teams nachdenken. Ganz einfach aus dem Grund heraus, dass nicht mehr jedes Teammitglied alle Rennen mitmachen muss", sagt Hembery.

Marussia-Sportdirektor Graeme Lowdon gibt sich in dieser Beziehung jedoch pragmatisch: "Wenn es 21 Rennen geben sollte, dann werden wir 21 Rennen fahren." Zwar seien die Kosten bei nur 20 Rennen geringer, "aber so dürfen wir es nicht sehen. Wir können uns nicht das herauspicken, was uns an diesem Sport am liebsten ist." Ähnlich sieht es auch Martin Whitmarsh, der 21 Rennen zwar auch für "Sehr hart" hält, aber erklärt: "Es ist für uns einfach aufzuspringen und uns über den Kalender zu beschweren."

Ohnehin ist derzeit noch nicht klar, ob es im kommenden Jahr überhaupt zu 21 Rennen kommen wird, denn hinter einigen Grand-Prix steht noch ein Fragezeichen. Mit den Veranstaltern in Südkorea muss sich Ecclestone zunächst noch auf einen Vertrag einigen, und bei den Rennen in Russland und Mexiko steht die Abnahme der Strecke noch aus, weil die Bau- oder Umbauarbeiten noch im Gange sind beziehungsweise noch bevorstehen. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali möchte daher die Sitzung des Motorsportweltrates der FIA Ende September abwarten, bei der der Kalender vorläufig beschlossen werden soll. "Wir alle sind lange genug im Geschäft um zu wissen, wie schnell sich die Dinge ändern können."

Mexiko begeistert die Formel 1

Vor allem im Falle des Grand Prix von Mexiko, der zuletzt im Jahr 1992 ausgetragen wurde, herrscht jedoch Einigkeit: Die Rückkehr ins Land der Sombreros wird einhellig begrüßt - allen voran von Sergio Perez: "Das sind fantastische Neuigkeiten für mich. Es wäre großartig, denn es gibt genügend schlechte Nachrichten über mein Land", so der McLaren-Pilot, der erwartet, dass die Formel 1 und sein Heimatland perfekt zueinander passen. "Die Formel 1 wird sehr überrascht sein. Ich denke, es wird schon nach einem Rennen ein sehr populärer Grand Prix werden und könnte für jeden Fahrer und jedes Team eines der populärsten Rennen werden."

"Die Menschen lieben den Sport leidenschaftlich. Ich hoffe für mein Land und meinen Sport - die Formel 1 - dass das Rennen wirklich stattfindet", so Perez. Auch Venezolaner Pastor Maldonado würde sich über ein Quasi-Heimrennen freuen: "Das ist sehr gut, weil Mexiko für den Sport ein großartiger Markt ist. Sie haben großartige Fans und eine große Gemeinschaft. Mit Sicherheit wird es ein sehr erfolgreicher Grand Prix."

Davon geht auch Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn aus: "Schon im vergangenen Jahr in Austin fühlte es sich für uns wie ein Heim-Grand-Prix an, weil die Leute ständig Checos Namen gerufen haben. Ich bin mir sicher, dass die Atmosphäre großartig sein wird." Vor allem für Sauber mit Partner Telmex wäre das Rennen in der mexikanischen Hauptstadt eine wichtige Veranstaltung. "Es zeigt, dass sich ihre Motorsport-Strategie Schritt für Schritt entwickelt. Zunächst wollten sie Fahrer in die Formel 1 bringen, der nächste logische Schritt ist dann die Austragung eines Rennens", sagt Kaltenborn.

Wie geht es mit New Jersey weiter?

Auf die Fahrerpaarung des kommenden Jahres habe die Austragung des Rennens in Mexiko laut der Sauber-Teamchefin keine Auswirkungen. Das Team stehe nicht unter Druck, dann den Mexikaner Esteban Gutierrez ins Auto zu setzen. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wir haben die Zusammenarbeit mit Esteban schon in der Formel BMW beginnen, bevor wir überhaupt Kontakt zu Telmex hatten", stellt Kaltenborn klar.

Unklar ist indes weiterhin die Zukunft des Rennens in New Jersey. Das Rennen, welches ursprünglich schon in diesem Jahr hätte stattfinden sollen, dann aber wegen Finanzproblemen der Veranstalter aber um ein Jahr verschoben wurde, findet sich im Kalenderentwurf für 2014 nicht. Laut 'Press Association Sport' hat eine interne Quelle Veranstalter angegeben, dass es bei der Anmeldung des Rennens beim nationalen Verband der USA, der diese an die FIA weiterreichen muss, zu Verzögerungen gekommen sei.

Ein Grund dafür ist nicht bekannt, allerdings soll die Anmeldung des Rennens rechtzeitig bis zur Weltratssitzung Ende des Monats erfolgen. Das Hick-Hack um das Rennen vor der Skyline von Manhattan geht also in die nächste Runde. Whitmarsh weiß nicht, was er davon halten soll. "Es gibt viele Gerüchte und Spekulationen im Fahrerlager. Ich selbst kenne die Situation in New Jersey nicht und kann das daher nicht kommentieren."

Fotoquelle: Renault

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