Sebastian Vettel war auch am Sonntag im Italien-Grand-Prix nicht zu stoppen

Formel 1 2013

— 08.09.2013

A Walk in the Park: Vettel souverän

Sebastian Vettel (Red Bull) siegt im Grand Prix von Italien vor Fernando Alonso (Ferrari) - Nico Hülkenberg mit starkem fünften Platz für Sauber



Sebastian Vettel hat Fernando Alonso mal wieder den Zahn gezogen. Der Red-Bull-Star siegte mit einer dominanten Vorstellung im Grand Prix von Italien vor dem spanischen Rivalen im Ferrari und Mark Webber (Red Bull). Vettel hat seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft somit weiter ausgebaut. Nach dem letzten Europarennen der Saison nimmt er ein gemütlichen Kissen von 53 Punkten mit auf die Überseereisen. Mit seinem 32. Grand-Prix-Sieg hat der Heppenheimer nun mit seinem Kontrahenten Alonso gleichgezogen.

"Es war ein fantastisches Rennen", jubelt Vettel unter einigen Pfiffen italienischer Fans auf dem Podest. "Man merkt schon, wenn man hier nicht für ein italienisches Team gewinnt. Die meisten Leute tragen Rot und sind natürlich wegen Ferrari hier." Die Fans in Rot waren allerdings nicht sonderlich glücklich. Ihr Liebling Alonso kam "nur" auf Rang zwei. Schlimmer noch: Ferrari war im Duell gegen Vettels Red Bull chancenlos.

Nur beim Start waren die Roten dem Champion äußerst nahe. Beide Ferrari-Piloten hatten beim Start sofort Boden gutgemacht. Felipe Massa tauchte in der ersten Ecke direkt am Heck des Vettel-RB9 auf. Der Deutsche war im Zweikampf mit seinem Teamkollegen Mark Webber, der endlich einmal einen guten Start hinbekommen hatte. "Es war nur beim Start man knapp", sagt der Rennsieger, der sich anschließend - wie schon in Spa-Francorchamps - auf eine einsame Reise begab.

"Bad Vibrations" auf der Flucht nach vorn

Vettel setzte sich konsequent vom Feld ab. Hinter ihm lag zunächst Massa, dahinter schob sich Alonso nach drei Runden an Webber vorbei. Na klar: nur fünf Umläufe später ließ Ferrari den schnelleren Piloten auf die Jagd nach dem Führenden - Massa winkte seinen Teamkollegen Alonso durch. Aber der Spanier konnte trotz eines konstant guten Tempos auf den weichen Reifen keinen Eindruck machen. "Ich hatte einen Bremsplatten im gesamten ersten Stint", berichtet Vettel von starken Vibrationen mit den weichen Pneus.

Trotz des Problems mit dem Reifen vorne rechts baute er den Vorsprung bis zu seinem ersten und einzigen Stopp in Runde 24 auf rund sechs Sekunden aus. Kontrollierte Offensive blieb auch die Maßgabe nach dem Boxenhalt. Alonso, der vier Runden länger auf den Medium-Reifen fuhr, konnte in der Folge nie Eindruck machen auf den Deutschen. "Dabei hatte ich sogar Getriebeprobleme", so Vettel, der am Ende immer früh vom fünften in den sechsten Gang schalten musste. Auf harten Reifen kontrollierte er das Tempo bis ins Ziel.

"Das Auto war okay. Ich hatte einen kleinen Zusammenstoß mit Nico Hülkenberg beim Start. Der zweite Platz ist in Ordnung. Hoffentlich kann ich im kommenden Jahr mal ganz oben auf dem tollsten Podium der Welt stehen", gibt Alonso den italienischen Fans vom Podest mit auf den Weg. Der Spanier musste spätestens nach zwei Dritteln der Renndistanz erkennen, dass es keine Chance auf den Sieg geben würde. Im Gegenteil: Mark Webber kam von hinten auf.

Ferrari in der Defensive

Nach 39 Runden saß der Australier dem Ferrari-Star fast im Getriebe, doch auch mit DRS fand er keinen Weg vorbei. Die ernsthaften Bemühungen um einen Red-Bull-Doppelsieg musste er einstellen, weil auch an seinem Getriebe Schonung angesagt war. "Es war ein schönes Duell gegen Fernando", berichtet Webber, der heute sein letztes Europarennen in der Formel 1 absolvierte. "Es war immer nett hier in Monza. Vielen Dank an alle."

"Platz eins und drei ist fantastisch für uns", freut sich Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. "Party gibt es aber erst, wenn die WM gewonnen ist." Die "Bullen" hätten Grund zum Feiern, die Italiener eher nicht. Das Tempo der Roten war im Rennen solide, aber nicht beeindruckend. Felipe Massa brachte am Ende zwar Rang vier ins Ziel, aber der Brasilianer konnte sich Nico Hülkenberg im letzten Drittel nur mit Mühe vom Leib halten.

Der Deutsche war nach dem starken dritten Startplatz sensationell unterwegs. Hülkenberg fuhr auf Topniveau als sei es selbstverständlich. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wir wussten, dass es im Rennen schwierig werden würde, überhaupt in der Nähe der Spitze zu bleiben. Es hat hier alles mal zusammengepasst", freut sich Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn über das endlich mal gute Resultat in einem Formel-1-Rennen 2013.

Hülkenberg nervt Rosberg

Der Auftritt von Hülkenberg hätte mit einem besseren Start noch ertragreicher sein können. "Der Start war nicht so toll, da habe ich zwei Plätze verloren, aber danach ging es gut. Ich hatte immer den anderen Nico im Nacken. Ich musste auch auf meine Reifen aufpassen. Ich bin aber sehr zufrieden. Das sind gute Punkte, eine ganze Menge sogar. Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns, das gibt uns nochmal Schub. Ich hoffe, dass es kein Ausreißer war. Wäre gut, wenn wir immer um ein paar Punkte kämpfen könnten."

Der Emmericher zog Nico Rosberg den letzten Nerv über 53 Runden. Der Mercedes-Pilot starrte rundenlang auf das Heck des Sauber, versuchte immer wieder Angriffe, kam aber nicht vorbei. "Nicht super", fasst Rosberg sein Rennen auf Platz sechs zusammen. "Es ist doof, das ganze Rennen hinter Nico zu fahren und nicht vorbeizukommen. Das war nicht vorherzusehen, dass die so schnell sind. Unser Auto lag gut, es wäre mehr drin gewesen."

Wie viel mehr möglich gewesen wäre, zeigte Mercedes-Kollege Lewis Hamilton. Der Brite zündete im Rennen ein regelrechtes Feuerwerk, hatte aber - wie schon am Samstag - mal wieder Pech. Nach 14 Runden musste er frühzeitig wegen eines schleichenden Plattfußes zur Box. Der Brite ging mit seinen frischen Pneus anschließend durch das Feld wie ein heißes Messer durch Butter. Aber: er musste ein zweites Mal zur Box. Am Ende reichte es nach einem Schlussspurt noch zu Rang neun hinter Daniel Ricciardo (Toro Rosso) und Romain Grosjean (Lotus).

Räikkönen mit Pech in Runde eins

Eine ähnliche Show wie Hamilton bot Kimi Räikkönen im Rennen. Der Finne fuhr ein bärenstarkes Tempo, hätte unter normalen Umständen locker um das Podest mitkämpfen können. Sein Problem: Räikkönen rasierte sich in der ersten Ecke nach dem Start den Frontflügel ab. Nach einem fälligen Stopp musste er dem Feld hinterherhecheln. "Es war ein schlechter Start. Das Rennen war in der ersten Kurve gelaufen", so die schnelle Zusammenfassung des Finnen. Als Elfter scheiterte er um 0,3 Sekunden an Punkten. Jenson Button (McLaren) hatte sich gerade noch so vor ihm durch das Ziel retten können.

Mit einem Ausfall endete das Rennen von Adrian Sutil. Der Force-India-Pilot hatte sich von Startplatz 17 mit guten Runden recht schnell in Punktenähe arbeiten können, aber konnte das Tempo auf Dauer nicht halten. Sein offenbar defektes Auto stellte er eine Runde vor Schluss ab. Sein Teamkollege Paul di Resta war bereits nach einem Auffahrunfall (mit Romain Grosjean) in der ersten Runde ausgeschieden. Auch für Williams, Caterham und Marussia gab es nichts zu holen.

Die Formel 1 geht nun auf die Reise zu den letzten sieben Rennen des Jahres. Sebastian Vettel nimmt auf diesen Trip, der zunächst nach Singapur und Südkorea führen wird, ein dickes Polster von 53 Punkten Vorsprung mit. Selbst bei zwei Ausfällen in den kommenden Rennen würde er noch als Führender in der WM nach Japan kommen. "Wir sind auf Platz zwei, haben nichts mehr zu verlieren. Also können wir auch gewisse Risiken eingehen", setzt Alonso noch einmal eine Kampfansage. "Eigentlich ging es bei den Asienrennen immer erst richtig gut los für uns", kontert Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko.

Fotoquelle: xpbimages.com

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