Nico Hülkenberg hielt seinen Namensvetter Rosberg erfolgreich im Schach

Formel 1 2013

— 08.09.2013

Platz fünf: Hülkenberg trumpft auch im Rennen auf

Von wegen Eintagsfliege: Nico Hülkenberg zeigt auch im Rennen von Monza eine starke Leistung und erzielt mit Platz fünf das beste Saisonergebnis für die Schweizer



Wer gedacht hatte, Nico Hülkenbergs Stern würde nach Platz drei im Qualifying heute im Rennen zum Großen Preis von Italien in Monza schnell verglühen, der sah sich getäuscht. Der Emmericher zeigte auch im Rennen eine starke Leistung und fuhr mit Platz fünf das mit Abstand beste Saisonergebnis für das Schweizer Team ein. Nach 53 Runden überquerte der 26-Jährige nur 10,355 Sekunden hinter Rennsieger Sebastian Vettel (Red Bull) die Ziellinie und freute sich über eine Menge WM-Punkte.

Doch über wie viele eigentlich genau? "Ich weiß gar nicht, zehn, zwölf, wie viele bekommt man da?", fragt sich Hülkenberg im Gespräch mit 'Sky'. Auf jeden Fall eine ganze Menge, wir haben ja schon länger keine mehr gehabt." Genau genommen kassierte der Deutsche zehn Zähler, womit er den bisherigen Punktestand von Sauber (sieben) mehr als verdoppelte. "Das ist mal wieder ein schöner Erfolg für uns, für das ganze Team. Wir haben eine lange Durststrecke hinter uns, und jetzt solch ein Erfolg gibt noch einmal Motivation, das geht noch einmal ein Schub durchs Team für die letzten Rennen des Jahres", meint Hülkenberg.

Die entscheidenden Plätze verlor der Sauber-Pilot gleich auf den ersten Metern des Rennens, wo er die Ferrari-Fahrer Fernando Alonso und Felipe Massa passieren lassen musste. "Der Start war nicht so berauschend. Ich hatte ziemlich viel Wheelspin und habe auch direkt zwei Positionen verloren", so Hülkenberg. Zwar hatte er ohnehin nicht erwartet, mit den Red Bull und Ferrari mithalten zu können, dafür hielt er aber erfolgreich seinen Namensvetter Rosberg im Silberpfeil im Schach.

Sauber schneller als die Mercedes

"Ich hatte dann die ganze Zeit den anderen Nico hinter mir, der ordentlich gedrückt hat. Ich durfte mir keinen Fehler erlauben. Ich denke, der Mercedes hätte schon ein bisschen schneller gekonnt, wenn ich da nicht im Weg gewesen wäre", analysiert Hülkenberg. Das zeigte sich im weiteren Rennverlauf, als Lewis Hamilton im Mercedes auf der Start- und Zielgeraden scheinbar mühelos an Hülkenberg vorbeifuhr. "Lewis war extrem schnell auf der Geraden, da war kein Halten mehr und ich musste auch noch ein bisschen auf meine Reifen aufpassen, weil es schon noch ein langer Weg war."

Hamilton fiel durch den zweiten Boxenstopp wieder hinter Hülkenberg zurück. Der dreht dafür in der Schlussphase noch einmal auf und verkürzte den Abstand zu dem vor ihm fahrenden Massa. "Ich habe optisch gesehen, dass ich rankomme. Aber ich habe auf dem letzten Loch gepfiffen, er wahrscheinlich auch. Ich habe dann gesehen, dass er Probleme mit den Reifen hat, aber meine waren auch nicht mehr Gold, von daher war mir klar, dass es schwierig wird", so der Deutsche, der letztendlich zufrieden feststellen kann: "Es war ein gutes Rennen und ein verdientes Ergebnis."

Auch Teamchefin Monisha Kaltenborn strahlte nach der Glanzleistung ihres Piloten über's ganze Gesicht: "Wir wussten, dass es im Rennen schwierig sein würde, überhaupt nur in der Nähe dieses Platzes zu bleiben, weil die Konkurrenz im unmittelbaren Umfeld eine sehr starke ist", zeigt sich die Österreicherin gegenüber 'Sky' vom guten Resultat ein wenig überrascht. Allerdings ist dieses Ergebnis für die Teamchefin kein Zufallsprodukt, sondern dass Ergebnis der Arbeit der vergangenen Monate.

Der C32 wird immer besser

"Es hat hier alles mal zusammengepasst. Wir haben Schritt für Schritt Teile ans Auto gebracht. Es zeigt, dass wir das Auto jetzt richtig gut verstehen und in die richtige Richtung gearbeitet haben und das ist auch ganz wichtig für die zukünftige Entwicklung", freut sich Kaltenborn über das Resultat, dass in ihren Augen auch ein Beleg für die Leistungsfähigkeit des Teams ist: "Es ist erfreulich, dass solche Ergebnisse wirklich einmal zeigen, was wir können, wo wir stehen. Denn das Ergebnis zählt letztendlich."

Das Kleinigkeiten oft einen großen Unterschied ausmachen können, weiß auch Experte Marc Surer: "Sauber hatte festgestellt, dass die Zeiten von Gutierrez besser sind als die von Hülkenberg. Was war der Unterschied? Eine Bremsbelüftung an der Hinterachse", erklärt der Schweizer bei 'Sky'. "Dann hat man diese bei Hülkenberg montiert und plötzlich war das Auto schneller. Solche Kleinigkeiten bei der Aerodynamik machen einen sehr großen Unterschied aus."

Doch eine Frage bleibt: War das Ergebnis nur der Strecke von Monza und ihren Eigenarten (Stichwort: wenig Abtrieb) geschuldet? "Ich hoffe, dass es kein Ausreißer war", sagt Hülkenberg, der jedoch meint: "Monza ist eine sehr spezielle Strecke." Doch genau diese spezielle Strecke hatte seiner Teamchefin vor dem Rennen Sorgen bereitet: "Wir waren im Vorfeld besorgt, ob wir hier konkurrenzfähig sein würden", meint Kaltenborn bei 'Sky Sports F1'.

Dennoch ist sich Hülkenberg sicher, dass in 14 Tagen die Karten wieder neu gemischt werden: "In Singapur haben wir wieder sehr viel Abtrieb auf dem Auto, ein ganz anderes Setup als hier. Ich hoffe, dass wenigstens der positive Trend fortsetzt und wir immer um ein paar Punkte kämpfen können." Diese Hoffnung hat auch Kaltenborn: "Ob es immer solch ein Ergebnis wird, hängt von so vielen anderen Dingen ab. Aber es gibt uns schon Selbstvertrauen, dass wir in die richtige Richtung gehen", so der Österreicherin gegenüber 'Sky'.

Fotoquelle: xpbimages.com

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