Die Tifosi waren von Sebastian Vettels Triumph in Monza nicht gerade begeistert

Formel 1 2013

— 09.09.2013

Horner: "Unvermeidliche" Pfiffe Motivation für Vettel?

Die melodischen Anfeindungen gegen den Deutschen sieht Teamchef Horner als Ansporn - Nächstes Ziel: "Das Beste aus jedem Wochenende herausholen"



Nachdem sich Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel nach seinem Triumph in Monza Pfiffe durch die Italiener gefallen lassen musste, versteht und interpretiert Teamchef Christian Horner diese als "unvermeidlich" und glaubt, sein Spitzenfahrer habe dadurch einen Motivationsschub bekommen. Obwohl der Heppenheimer in der Fahrerwertung seinen Vorsprung durch den Triumph erneut ausbauen konnte, verweist Horner auf die noch zu vergebenen Punkte und betont, dass es noch ein langer Weg zum vierten Titel in Folge sei.

Nach dem Italien-Sieg, sozusagen in der Höhle des Löwen, musste sich Vettel auf dem Siegerpodest zwar vereinzelte, aber doch unüberhörbare Pfiffe des roten Ferrari-Meeres anhören. "Man merkt schon, wenn man hier nicht für ein italienisches Team gewinnt. Die meisten Leute tragen Rot und sind natürlich wegen Ferrari hier", entgegnete der bis dato dreimalige Weltmeister bei der Podiums-Pressekonferenz gewohnt cool.

Ins gleiche Horn stößt Teamchef Horner. "Jedem, der keinen Ferrari fährt und einen Ferrari schlägt, wird in Monza und in Italien nicht zugejubelt", gibt der Brite vor versammelter Presse zu Protokoll. Das bedeutet nicht, dass Horner die Pfiffe nach Vettels Sieg versteht oder gar verteidigt, er weiß diese jedoch einzuordnen. "Es ist unvermeidlich, dort keine große Reaktion zu bekommen, wenn Seb Fernando Alonso vor den Tifosi besiegt, die gekommen sind, um ihr Auto und ihr Team zu sehen."

Pfiffe als Motivation für den Heppenheimer?

Horner glaubt ebenso wenig, "dass irgendeiner von uns davon überrascht wurde" - dies sei sogar "im Gegenteil" der Fall gewesen, wie der 39-Jährige hervorhebt: "Es hat die Motivation von Sebastian sicherlich gesteigert, dort rauszugehen und sich weiter zu verbessern." Die Anfeindungen haben Vettel, seiner Performance im "königlichen Park" von Monza nach zu urteilen, zumindest nicht negativ beeinflusst. Zuletzt betonte der Heppenheimer jedoch, dass ihn die Pfiffe der Briten in Silverstone und bei seinem Sieg in Kanada nicht kalt gelassen hätten.

Vielleicht reagierte Vettel auf dem Podium auch so entspannt auf die melodischen Anfeindungen, weil sich der Deutsche nach den 25 Punkten in Monza mit einem komfortablen Vorsprung an der Spitze der Fahrerwertung sieht. Dort führt der 26-Jährige (222 Punkte) inzwischen mit 53 Zählern vor seinem schärfsten Konkurrenten Alonso (169 Punkte). Obwohl dieser Vorsprung bei den verbleibenden sieben Grands Prix eine gute Ausgangsposition ist, mahnt Horner: "Es sind noch 175 zu vergeben und Dinge können sich sehr schnell ändern."

Titel noch nicht in trockenen Tüchern

Trotzdem möchte man bei Red Bull den Teufel nicht an die Wand malen. "Wir werden mit dem Ansatz weitermachen, den wir immer haben, uns jeweils auf ein Rennen zu fokussieren und zu versuchen, das Beste aus jedem Wochenende herauszuholen", nennt der Brite die Vorgehensweise, die Vettel den vierten Fahrertitel in Folge bescheren soll.

Monza war ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. "Es war ein tolles Wochenende für uns. 40 Punkte einzufahren, Position eins und drei, Sebastian konnte seine Führung in der Fahrerwertung ausbauen und das Team seine Führung in der Konstrukteursweltmeisterschaft. Das ist natürlich sehr positiv für uns", freut sich Horner, wenngleich er umgehend in bekannter Zurückhaltung relativiert: "Aber es liegt noch ein langer Weg vor uns."

Fotoquelle: Red Bull

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