Lewis Hamilton verspielte im Qualifying die Chance auf ein besseres Ergebnis

Formel 1 2013

— 09.09.2013

Hamilton: "Ich gebe nicht auf"

Nach dem enttäuschenden Grand Prix in Monza macht sich Lewis Hamilton Mut für die restlichen Saisonrennen - Der Mercedes-Pilot will Sebastian Vettel herausfordern



Der Grand Prix von Italien verlief für das Mercedes-Team enttäuschend. Die Schwierigkeiten gingen schon am Samstag los: Nico Rosberg verlor durch einen Hydraulikdefekt im dritten Freien Training viel Fahrzeit und mühte sich deshalb im Qualifying mit einer nicht optimalen Balance seines Silberpfeils. Im Rennen konnte der Deutsche der Spitze nie gefährlich werden, und obwohl sein Rückstand im Ziel nur elf Sekunden betrug, wurde es "nur" Platz sechs. Auch Lewis Hamilton verspielte schon am Samstag seine Podestchancen. Er beschädigte sich im Qualifying den Unterboden und blieb in Q2 hängen.

Von Startplatz zwölf startete der Brite eine Aufholjagd, doch ein schleichender Plattfuß sorgte für einen zusätzlichen Stopp. Es wurde Platz neun. Die Ereignisse zeigten, dass man für ein gutes Ergebnis ein komplettes Wochenende perfekt absolvieren muss. Dennoch zeigte speziell Hamilton einen starken Rennspeed. Mit einem besseren Startplatz wäre unter Umständen mehr möglich gewesen. "Ich weiß es nicht, weil Sebastian nicht so gepusht hat, wie ich es getan habe. Ich war über dem Limit und hatte auch frischere Reifen als er."

"Er hat über einen langen Zeitraum auf seine Reifen geachtet", meint Hamilton', dass der Speed-Vergleich dadurch etwas hinkt. "Ich glaube aber trotzdem, dass das Auto für ein besseres Ergebnis gut gewesen wäre." Vettel vergrößerte mit seinen beiden Siegen in Spa-Francorchamps und Monza den WM-Vorsprung auf Hamilton, der WM-Dritter ist, auf 81 Punkte. Hat der Brite noch Titelchancen? "Als ich aus dem Auto stieg, war ich wütend und dachte mir, dass es das gewesen ist."

"Nachdem ich aber mit meinen Ingenieuren gesprochen habe ... ich gebe nicht auf! Ich muss Rennen gewinnen, was eine schwierige Aufgabe ist, aber ich kann nicht mehr tun als es zu versuchen." Monza ist aufgrund der Aerodynamik-Konfiguration eine besondere Strecke. Nun steht das Nachtrennen in den Straßen von Singapur auf dem Programm, wo mit viel Abtrieb gefahren wird. In Ungarn, wo ebenfalls mit maximalem Abtrieb gefahren wird, war Mercedes stark.

Ein gutes Omen? "Ich weiß es nicht. Unser Auto war in Ungarn sehr gut, als es viel Abtrieb hatte. Wir werden das auch in Singapur haben. Hoffentlich kommen auch einige Verbesserungen. Ich hoffe, dass wir dort stark sein werden", macht sich der Singapur-Sieger von 2009 Mut. "Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch einige Rennen gewinnen kann. Ich wünsche mir, dass es in der WM etwas enger zugehen würde. Es ist schade, aber so ist es eben."

Kleine Titelchance

Hamiltons Worte hören sich anders an als unmittelbar nach dem Grand Prix, als er in die Fernsehkameras sagte, dass die WM für ihn gelaufen sei. "Ich war wütend auf mich selbst. Am Samstag bin ich damit so gut wie nie umgegangen. Ich war wütend auf mich selbst, aber am Sonntag war ich voller Energie. Ich fühlte mich im Rennen gut an, habe gepusht und bin hart gefahren. Am Ende fühlte ich wirklich, dass ich alles gegeben hatte."

"Ich habe mich geärgert, weil es einfach schlecht ist, wenn man die ganze Arbeit macht. Alle in der Fabrik arbeiten hart und dann sammelt man zwei Punkte und hat nur drei Plätze aufgeholt. So ist es eben, aber wir werden uns in den nächsten Rennen verbessern. Wir haben ein konkurrenzfähiges Auto und wir müssen wieder vor Ferrari sein. Ich glaube, dass wir das schaffen können." Angesichts des WM-Rückstands hat Hamilton in den verbleibenden sieben Rennen nicht mehr viel zu verlieren.

"Es gibt nie ein taktisches Denken an Punkte, man will immer das Rennen gewinnen, aber wenn man gegen Red Bull kämpft, dann ist es schwierig. Ich hoffe, dass wir in den kommenden Rennen eine bessere Chance haben. Und ich hoffe, dass unsere Chance im nächsten Jahr noch besser ist." Hamilton hat das gleiche Problem wie Fernando Alonso: Vettel fährt von Sieg zu Sieg, klettert in der ewigen Bestenliste stetig nach oben und sammelt Titel um Titel. "Es ist nicht frustrierend", hält Hamilton fest.

"Unter dem Strich fährt Sebastian sehr gut. Man muss ihm das hoch anrechnen, er ist ein netter Kerl. Er fährt wie ein Weltmeister und er hat das beste Auto. Er macht auch keine Fehler. Es ist eine andere Situation zu einigen anderen Fahrern, die nicht zwingend die Pace haben und dann versuchen müssen, diese Pace irgendwie zu finden. Wir werden trotzdem pushen und ich glaube, wir können sie in einigen Rennen schlagen. Sollte ich aber alle Rennen gewinnen und er wird immer Zweiter, dann ist der WM-Titel unmöglich."

Fotoquelle: xpbimages.com

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