Fernando Alonso macht sich bei Ferrari in letzter Zeit nicht gerade beliebt

Formel 1 2013

— 11.09.2013

Alonso manövriert sich bei Ferrari ins Abseits

Nach dem Streit mit Ferrari sehen manche Experten die Räikkönen-Verpflichtung als Retourkutsche Richtung Alonso an. Jordan: "Warum sollten man ihn auf Rosen betten?"



Spätestens nachdem Felipe Massa am Dienstag offiziell bekannt gegeben hatte, dass er 2014 nicht mehr für Ferrari fährt, stand einer Rückkehr von Kimi Räikkönen zu den Roten nichts mehr im Weg. Am heutigen Mittwoch wurde dann bekannt, was eigentlich schon jeder wusste: Räikkönen, der bis zum Saisonende noch in Diensten von Lotus steht, wird in der nächsten Saison mit Doppelweltmeister Fernando Alonso das Fahrerduo der Scuderia bilden.

Letzterer hatte sich zuletzt teamintern immer mehr ins Abseits manövriert. Und wurde dafür von oberster Stelle abgekanzelt. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte das Verhalten Alonsos scharf kritisiert, da der Spanier sich über die Form seines Teams öffentlich verärgert gezeigt hatte. Ferrari und Alonso drohen nach 2012 dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge beide WM-Titel an Sebastian Vettel und Red Bull zu verlieren.

Öffentliche Kritik an Ferrari grenzt für den Traditionsrennstall aus Maranello an Majestätsbeleidigung. Das mussten neben Alonso in der Vergangenheit auch schon Weltmeister wie Alain Prost erfahren. Der hatte 1991 den damaligen Ferrari als "unfahrbar wie einen Traktor" bezeichnet und wurde kurzum vor die Tür gesetzt.

Der Zwist zwischen Alonso und Ferrari hält weiter an. Ausgerechnet beim Heimrennen in Monza bezeichnete der 32-Jährige seinen Strategen über Funk als Schlaumeier, nachdem Teamkollege Massa beim Auflaufen auf Nico Rosberg nicht Platz gemacht hatte. Zuvor hatte der Brasilianer dem Nummer-1-Piloten freundlich Windschatten gespendet und Alonso über die langen Geraden gezogen.

Alonso schaute sich nach Alternative um

Nach dem Ungarn-GP soll sich Alonsos Manager Luis Garcia nach Alternativen für seinen Schützling umgesehen haben, wodurch sich auch die Gerüchte erklären lassen, wonach Alonso 2014 Teamkollege seines größten Rivalen Vettel bei Red Bull werden sollte. Auch bei Lotus soll es eine Anfrage gegeben haben.

Alonso, der in den vergangenen drei Jahren Leistungsträger bei Ferrari war, dürfte sich mit solchen Aktionen bei der Teamführung noch unbeliebter gemacht haben. Offensichtlich sah sich Ferrari zu einer Aktion gezwungen. Die Verpflichtung Räikkönens, der gemein als pflegeleichter Teamplayer gilt, könnte ein klares Zeichen Richtung Alonso angesehen werden.

Jordan: Räikkönen-Verpflichtung eine Retourkutsche

Für Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan, der laut eigenen Angaben vor ein paar Wochen noch eine Räikkönen-Verpflichtung als unrealistisch ansah, könnte dieser Schachzug von Ferrari eine Retourkutsche in Richtung des ehemaligen Renault-Fahrers sein. "Fernando hat dem Sensationswechsel Tür und Tor geöffnet, weil er in Krisenzeiten nicht zu seinem Team gehalten hat. Warum sollten sie ihn dann auf Rosen betten?", fragt sich Jordan im Gespräch mit 'Auto Bild'.

An das Szenario, dass Alonso aufgrund der Verpflichtung des mindestens gleichwertigen Räikkönens bei Ferrari auf Trotz seine Koffer packen könnte, glaubt Jordan jedoch nicht: "Kimi ist kein Politiker. Deshalb wird es mit ihm keine Probleme geben, wenn man ihn einfach nur fahren lässt." Eine Schlammschlacht zwischen den beiden Fahrern, wie es sie beispielsweise zwischen Alonso und Lewis Hamilton bei McLaren gab, scheint damit wohl eher unwahrscheinlich.

Fotoquelle: xpbimages.com

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