Felipe Massa muss sich nach acht Jahren bei Ferrari einen neuen Arbeitgeber suchen

Formel 1 2013

— 11.09.2013

Sauber, Lotus oder Rente - Wohin führt Massas Weg?

TV-Experte Martin Brundle traut Felipe Massa eine Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere zu und bedauert dessen Ferrari-Aus - Abschiedsgruß von Fernando Alonso



Am Dienstagabend nahm Felipe Massa das Heft des Handelns selbst in die Hand. Über Twitter informierte der Brasilianer die Öffentlichkeit darüber, dass er nach acht Saisons am Ende dieses Jahres bei Ferrari seinen Hut nehmen wird. Heute mittag wurde dann auch von Ferrari offiziell bestätigt, was die Spatzen schon seit dem vergangenen Wochenende von den Dächern pfiffen: Kimi Räikkönen wird Nachfolger des Brasilianers und kehrt für mindestens zwei Jahre nach Maranello zurück.

Mittlerweile wandte sich auch Massas Teamkollege Fernando Alonso - ebenfalls via Twitter - an seinen langjährigen Partner und sendete ihm einen Abschiedsgruß: "Viel Glück für die nächsten Jahre. Du wirst in jedem Team ein starker Gegner sein. Und wir haben noch sieben Grands Prix, bei denen wir Spaß haben können", schrieb der Spanier. Doch ob und in welchem Team Massa im nächsten Jahr sein Gegner sein wird, ist derzeit noch offen.

Eine naheliegende Variante wäre laut TV-Experte Martin Brundle die Rückkehr zu seinem früheren Arbeitgeber Sauber. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass er zu Sauber zurückkehrt", meint der frühere Teamkollege von Michael Schumacher gegenüber 'Sky Sports News'. Sauber setzt mit Ausnahme der BMW-Ära seit vielen Jahren auf Ferrari-Motoren, daher wäre der Transfer in der Tat naheliegend. Zudem war Massa schon 2002 und von 2004-2005 für Sauber gefahren.

Wechselt Massa zu Sauber oder Lotus?

Allerdings stellt sich die Frage, ob sich der wirtschaftlich angeschlagene Rennstall einen Massa leisten kann. Zudem gibt es mehrere Kandidaten für die Sauber-Cockpits. Nach dem Einstieg der russischen Partner soll der 18-jährige Sergei Sirotkin im kommenden Jahr Einsatzfahrer für Sauber werden, und auch Esteban Gutierrez hat trotz sportlich durchwachsener Leistungen dank seiner mexikanischen Sponsoren und angesichts der Rückkehr des Grand Prix von Mexiko in den Rennkalender einen Stein im Brett. Ungeklärt ist zudem die Zukunft von Nico Hülkenberg.

Der Deutsche könnte Massa bei einem anderen Team in die Quere kommen: Bei Lotus. Auch von einem Wechsel zum Team aus Enstone würde sich Brundle nicht überrascht zeigen. Lotus dürfte aus sportlicher Sicht erste Wahl für Massa sein, denn der 32-Jährige hatte gestern geschrieben: "Für das nächste Jahr möchte ich ein Team finden, welches mir ein konkurrenzfähiges Auto geben kann, mit dem ich viele weitere Rennen gewinnen und um die Meisterschaft kämpfen kann, was weiterhin mein größtes Ziel ist."

Das wäre bei Lotus derzeit noch am ehesten gegeben, doch ähnlich wie Sauber befindet sich auch das britische Team derzeit in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Weitere, sportlich attraktive Alternativen sind derzeit für Massa nicht vorhanden, nachdem die Plätze bei Red Bull, Mercedes und McLaren belegt sind. Muss der Brasilianer die Formel 1 womöglich komplett verlassen? Damit rechnet Brundle nicht. "Ich wäre nicht überrascht, wenn wir ihn in einem anderen Formel-1-Auto sehen", sagt er.

Unfall 2009 als Wendepunkt der Karriere

Massas Aus bei Ferrari bedauert Brundle, der den 32-Jährigen als Freund bezeichnet. Der Ex-Grand-Prix-Pilot erinnert in diesem Zusammenhang an die wechselvolle Karriere des Brasilianers: "Er hat schwere Zeiten durchgemacht und hatte oft Pech, angefangen vom Jahr 2008, wo er für einige Sekunden den Titel in Händen hielt bis hin zu 2009, wo er von einer Feder am Kopf getroffen wurde, was ihn sehr zurückgeworfen hat."

Den Unfall im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn 2009 sieht auch Johnny Herbert als Wendepunkt in Massas Karriere an: "Seitdem war es nicht mehr der gleiche Felipe, denn wir vorher kannten", sagt Herbert bei 'Sky Sports News', für den Massa immer noch ein "talentierter und schneller Mann" ist. Bei aller persönlicher Sympathie für Massa äußert Brundle zugleich Verständnis für die Entscheidung von Ferrari, nach bald wahrscheinlich fünf Saisons ohne WM-Titel eine Veränderung vorzunehmen: "Ferrari musste etwas ändern. Wenn sie mit der gleichen Fahrerpaarung weitergemacht hätten, wäre der Eindruck entstanden, dass ihnen die Ideen ausgegangen sind."

Fotoquelle: xpbimages.com

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