Kimi Räikkönens lockerer Lebensstil stößt bei Cesare Fiorio auf Kritik

Formel 1 2013

— 12.09.2013

Rundumschlag von Fiorio: Räikkönen die falsche Ferrari-Wahl

Ex-Ferrari-Rennleiter Cesare Fiorio geht mit Kimi Räikkönen hart ins Gericht: Kritik am Lebensstil des Finnen und an der Entscheidung von Ferrari



Nach vier Jahren mit Felipe Massa als Teamkollege bekommt Ferrari-Pilot Fernando Alonso für die nächsten zwei Jahre Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen an die Seite gestellt. Während die Formel-1-Gemeinde ob der spannenden Paarung in Maranello frohlockt, hält Ex-Ferrari-Rennleiter Cesare Fiorio die Rückholaktion des bis dato letzten Ferrari-Weltmeisters für die falsche Wahl. Der inzwischen 74-jährige Italiener stört sich an Freigeist Räikkönen. "Ich bin kein Fan des Neuzugangs", so Fiorio gegenüber 'Gazzetta dello Sport' in Bezug auf den "Iceman".

"Ich bewundere sein Talent, aber seinen Lebensstil und seine technische Herangehensweise kann ich nicht gutheißen. Er lebt nicht wie ein Sportler und für den WM-Titel in der Formel 1 ist Talent allein nicht ausreichend. Ich hätte mich nicht für ihn entschieden." Harte Worte von Fiorio, unter dessen Regie in den Jahren 1989 bis 1991 Gerhard Berger, Nigel Mansell und Alain Prost ins Ferrari-Lenkrad griffen.

Für den ganz großen Erfolg in der Formel 1 brauche es laut Fiorio "körperliche, technische und psychologische Anstrengungen", was ihn zu weiterer Kritik an Räikkönen übergehen lässt: "Anhand dessen, was ich gesehen habe, ist er der Typ, der kurz nach den Sessions seine Tasche packt und verschwindet. Ich weiß nicht, wie viel technischen Beitrag er leisten kann."

Alonso am Ende der große Gewinner?

Abgesehen von seiner offensichtlichen Abneigung gegen den Lebensstil des Finnen bezeichnet der Italiener die Ferrari-Entscheidung pro Räikkönen als "konservativ" und unterstreicht: "Ich hätte mich für einen aufstrebenden Fahrer entschieden anstatt für einen, der sich im Herbst seiner Karriere befindet."

So glaubt der Ex-Ferrari-Rennleiter, dass Fernando Alonso unterm Strich derjenige sein wird, der den größten Nutzen aus der Räikkönen-Verpflichtung zieht. "Warum sollte er darunter leiden? So wie ich es sehe, ist Alonso glücklich: Sein Ansehen wird nichts als größer wenn er ihn (Räikkönen; Anm. d. Red.) schlägt."

Ungeachtet seiner vernichtenden Kritik an Räikkönen lässt sich Fiorio immerhin entlocken, dass auch er die neue Ferrari-Paarung als die "stärkste in der Saison 2014" ansieht. Am nächsten käme noch die Mercedes-Paarung mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg, wobei der Italiener auch für Rosberg Kritik übrig hat. So sei der Deutsche nicht sehr konstant, "leistet ab und an außerordentliche Dinge, verschwindet dann aber wieder im Nirgendwo".

Ähnlich hart ins Gericht geht Fiorio mit dem baldigen Ex-Ferrari-Piloten Felipe Massa. Der Brasilianer habe "in den vergangenen vier Jahren stark nachgelassen". Die einzige Stärke des Brasilianers sei "die eine schnelle Runde" im Qualifying, in den Rennen aber habe er "keinen Rhythmus und fällt oft zurück". So kommt Fiorio zum Schluss, dass die Ferrari-Entscheidung, 2014 und 2015 mit zwei Ex-Champions anzutreten, immer noch besser sei als "einen nutzlosen Nummer-zwei-Fahrer" im Team zu haben.

Fotoquelle: Lotus

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