Steht Ferrari ab 2014 mit Räikkönen und Alonso eine Eiszeit bevor?

Formel 1 2013

— 13.09.2013

"Dream-Team" bei Ferrari? Die Meinungen gehen auseinander

Während Mark Webber angesichts des neuen Ferrari-Gespanns Alonso/Räikkönen vor allem einen Gewinner sieht, sorgt sich Alain Prost um die Stimmung im Team



Was sich am Rande des Grand Prix von Italien in Monza angedeutet hatte, wurde am Mittwoch dieser Woche offiziell: Ferrari setzt seiner bisherigen Nummer eins, Fernando Alonso, für die kommenden zwei Jahre den bisher letzten Weltmeister aus den eigenen Reihen an die Seite. Kimi Räikkönen hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben und wird 2014 und 2015 gemeinsam mit Alonso für die Scuderia aus Maranello ins Lenkrad greifen.

Red-Bull-Pilot Mark Webber, der sich nach Ablauf dieser Saison aus der Formel 1 zurückzieht, sieht die neue Ferrari-Paarung positiv: "Meiner Meinung nach muss Fernando vor allem an den Samstagen stärker gefordert werden. Kimi wird dafür sorgen und ihm helfen, an den Samstagen noch mehr aus sich herauszuholen."

"Dass Fernando an den Sonntagen ein brillanter Rennfahrer ist, steht außer Frage, aber an den Samstagen wird ihn Kimi auf eine neue Stufe heben", glaubt Webber gegenüber 'Autosport' und ist überzeugt: "Fernando wird dies als eine Chance betrachten, gegen Kimi gut auszusehen."

Für Webber sind die Fans der große Gewinner

Während Webber auf der Strecke einen engen Schlagabtausch zwischen den beiden Ex-Weltmeistern erwartet, ist er sich hinsichtlich der Entwicklungsarbeit im Team nicht so sicher: "Wir wissen, dass Kimi ein phänomenaler Kerl ist, aber es wird interessant sein zu sehen, ob Fernando die Arbeitslast als gleichmäßig verteilt ansieht."

"Im kommenden Jahr steht allen eine große technische Herausforderung bevor. Da müssen beide Fahrer anpacken. Ich glaube nicht, dass Fernando allzu begeistert wäre, wenn alles auf seinen Schultern lastet", spricht Webber die von außen betrachtet lockere Arbeitseinstellung Räikkönens vor dem Hintergrund des neuen Motorenreglements an.

Als großen Gewinner der Ferrari-Bekanntgabe vom Mittwoch sieht Webber die Fans. "Für den Sport ist das eine tolle Sache. Dieser Sport braucht Zweikämpfe, nicht nur zwischen verschiedenen Teams, sondern auch interner Natur", betont der 37-jährige Australier und sieht durchaus eine Parallele zu seiner eigenen Karriere: "Ende nächsten Jahres werden sowohl Fernando als auch Kimi im Herbst ihrer Karriere angekommen sein. Das geht sehr schnell."

So gesehen sei die neue Konstellation bei den Roten nach Ansicht Webbers "sowohl für die Formel 1 als auch für Ferrari genial. Ferrari ist eine äußerst kraftvolle Marke, die einfach an der Spitze mitfahren muss. Sie haben jetzt im Casino alles auf die Farbe Rot gesetzt und sich gesagt, entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht".

Alain Prost sorgt sich um die Stimmung bei Ferrari

Einer der sich durchaus vorstellen kann, dass die Kombination Alonso/Räikkönen nicht funktioniert, ist Alain Prost. Der viermalige Formel-1-Weltmeister für McLaren und Williams und für Ferrari Vize-Weltmeister des Jahres 1990, gibt gegenüber französischen Medien zu bedenken: "Die Wahl ist meiner Meinung nach auf einer gewissen Spannung zwischen Fernando und der Scuderia gewachsen. Er wird jetzt nicht mehr die unumstrittene Nummer eins sein, jedenfalls nicht von Beginn an."

"Ich bin mir nicht sicher, ob Stefano Domenicali das Zeug hat, eine solche Situation zu meisten wie es ein Jean Todt oder ein Ross Brawn kann. In Italien übt die Presse starken Druck aus. Daher gehe ich davon aus, dass es früher oder später rauchen wird", sieht Prost die Stimmung im gesamten Ferrari-Team gefährdet.

Auch Martin Whitmarsh und Mika Salo sehen Konfliktpotenzial

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh bläst ins gleiche Horn. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie zusammen glücklich werden", so der Brite gegenüber 'Turun Sanomat' im Hinblick auf die neuen Teamkollegen Alonso und Räikkönen. "Kimi kümmert sich normalerweise überhaupt nicht darum, wer im anderen Auto sitzt, aber Fernando wird damit so seine Probleme haben. Natürlich gehören beide ganz klar zu den besten Fahrern der Formel 1. So gesehen hat Ferrari eine unglaublich starke Paarung, aber auch eine, die für Schwierigkeiten sorgen könnte", so Whitmarsh.

Ex-Ferrari-Pilot Mika Salo sieht es ähnlich. "Es ist unwahrscheinlich, dass Kimi über seinen Teamkollegen nachdenken wird. Auf gewisse Weise wird Alonso also nicht happy sein. Die Formel-1-Teams sind gegenwärtig aber so organisiert, dass es wirklich zwei Teams (mit zwei Garagen; Anm. d. Red.) gibt. Auf jeden Fall hat Ferrari jetzt eine absolut unglaubliche Aufstellung, gleichwohl es sich ein bisschen wie in den alten Tagen, Senna gegen Prost, anfühlt", urteilt Salo gegenüber 'MTV3'.

Fotoquelle: xpbimages.com

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