Mark Webber hat sich viele Gedanken zu seinem Formel-1-Ausstieg gemacht

Formel 1 2013

— 16.09.2013

Webber: "Ich verlasse die Formel 1 vermutlich ein Jahr zu früh"

Der Australier bekennt, nicht mehr die notwendige Motivation für das Drumherum in der Formel 1 gehabt zu haben - Wechsel zu Porsche "der beste Schritt"



Der zum Saisonende scheidende Red-Bull-Pilot Mark Webber gibt an, vor der Bekanntgabe seines Ausstiegs aus der Königklasse nicht mehr den notwendigen Antrieb und die Leidenschaft, die für den Job erforderlich sind, verspürt zu haben. Dies habe jedoch weniger mit dem Fahren als solches zu tun. "Ich war mit der Formel 1 motivationstechnisch am Rande in den vergangenen paar Jahren", wird Webber von der 'BBC' in Berufung auf das 'F1 Racing magazine' zitiert. Den Wechsel zu Porsche sieht der Australier somit als "besten Schritt" für sich, wenngleich er auch betont, dass er der Königsklasse möglicherweise ein Jahr zu früh den Rücken kehrt.

"Ich genieße es immer noch, mich ins Auto zu setzen und aus der Boxengasse zu fahren", gibt der bis dato neunmalige Grand-Prix-Sieger zu Protokoll. Mit seinen inzwischen 37 Lenzen ist Webber aktuell der älteste Stammpilot der Königsklasse. Da liegt es in der Natur der Sache, dass man sich mit zunehmendem Alter Gedanken macht, den richtigen Absprung zu schaffen. Bei dieser Entscheidung hat sich der Australier Rat eingeholt. "Ich habe mit ein paar Männern und Frauen aus dem Sport gesprochen, die ebenfalls an der Kreuzung standen, eine nicht einfache Entscheidung treffen mussten und es vergeigt haben."

Zudem haben sie gesagt, "dass sie so lange weitermachen würden, wie sie ihre Motivation beibehalten können", berichtet Webber. Diese Aussagen und Tatsachen haben Webber gewarnt und nachdenklich gemacht, auch wenn er es zunächst nicht nachvollziehen konnte. "Ich habe niemals verstanden, was das bedeutete. Wie kann man seine Motivation verlieren? Es kommen aber immer öfter Fragen und das war in der Vergangenheit nicht so", konstatiert der Australier.

Fehlende Leidenschaft für die Strapazen des Jobs

Diese Fragen begleiteten einen schleichenden Prozess beim Australier, der seit 2002 in der Königsklasse unterwegs ist. "Es geht nicht um das Fahren oder um Racing", betont Webber in dem Zusammenhang abermals. "Es geht darum, mein eigenes Formel-1-Programm über 11 Monate im Jahr beizubehalten. Und es gibt den Punkt, wo man so etwas denkt wie: 'Gut, ich habe eine Menge Dinge erreicht.'" Wenn eine Sättigungsphase einsetzt, tritt der Hunger nach immer mehr und neuen Erfolgen in den Hintergrund.

Und bei einem derart zeitaufwendigen Job wie in der Formel 1 kann einem unter diesen Bedingungen mit zunehmendem Alter der Appetit vergehen. "Du wirst getrieben. Du drehst dich jeden Winter um und das Feuer in deinem Bauch ist nicht mehr das, was es mit 24 Jahren einmal war", reflektiert Webber. Vor allem die vielen Reisen, die Hotelübernachtungen, "die möglicherweise sich wiederholende Art am Job und ein wenig die Medien", zählt der Australier auf, seien "sehr viele kleine Dinge, über die du dich freust, wenn du quietschlebendig bist".

"Muss ich hier sein und das tun?"

"Aber schlussendlich forciert es die Frage an dich selber: 'Muss ich hier sein und das tun?' Und als Porsche ankam", fährt er fort, "konnte ich mir in die Augen gucken und sagen: 'Gut, weißt du was, Ich muss vermutlich einige dieser Dinge nicht mehr tun.'" Dabei merkt Webber jedoch an: "Ich verlasse die Formel 1 vermutlich ein Jahr zu früh, aber mit den Änderungen in der kommenden Saison und der Möglichkeit bei Porsche ist es der beste Schritt für mich."

Webber hat einen mehrjährigen Vertrag mit Porsche unterschrieben und wird ab der Saison 2014 im neuem LMP1-Prototypen bei den 24 Stunden von Le Mans sowie in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) antreten.

Fotoquelle: xpbimages.com

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