Alonso enttäuscht: Am Arbeitseinsatz der Ferrari-Jungs lag es nicht

Formel 1 2013

— 21.09.2013

"Traurige Neuigkeiten" für Alonso: Ferrari immer langsamer

Der Spanier glaubt nicht daran, dass sich an der Qualifying-Schwäche sobald etwas ändert und hält den Weg an die Spitze in Singapur für extrem steinig



Platz sieben und vom Teamkollegen geschlagen: Das Qualifying zum Singapur-Grand-Prix am Samstag war so gar nicht nach dem Geschmack des Fernando Alonso, der seine Titelträume damit wohl endgültig einmotten kann. Den Unmut ließ sich der gefasste, aber hörbar angefressene Spanier auch in der Journalistenrunde einige Stunden nach dem Zeittraining noch anmerken: Mit Ferrari und den Leistungen der Scuderia geht er hart ins Gericht, ohne den unermüdlichen Mitarbeitern Vorwürfe zu machen.

Dass Ferrari mit der Weiterentwicklung des Autos bestenfalls auf der Stelle tritt, ärgert Alonso: "In Ungarn waren wir mit viel Abtrieb das viertbeste Team, hier sind wir es wieder", vergleicht der Ex-Weltmeister die Situation mit dem Kräfteverhältnis vor der Sommerpause und hält die Lage sogar für noch dramatischer: "Damals waren wir 0,8 Sekunden langsamer als die Konkurrenz, hier sind es 1,1 Sekunden. Das sind traurige Neuigkeiten." Trotzdem hält sich Alonso in der WM-Gesamtwertung vor der Konkurrenz.

Alonso sieht darin die guten Nachrichten: "Wir haben seit Juli Schwierigkeiten, mit Lotus, Mercedes und Red Bull mitzuhalten. Es läuft alles nicht rund für uns, aber wir sind WM-Zweiter." Daher fordert der Mann aus Oviedo, realistisch zu bleiben und sich nicht zufrieden zu geben, obwohl die Italiener bereits im Akkord ackern: "Wir sind glücklich mit der Arbeit, die uns in der Fabrik gelungen ist. Die Jungs haben 24 Stunden geschuftet. Trotzdem sind wir noch nicht da, wo wir seien wollen."

"Wir werden die Hoffnung nicht aufgeben"

Schließlich - so beschreibt es Alonso äußerst anschaulich - war man in Milton Keynes, Enstone und Brackley nicht damit beschäftigt, die britischen Seifenopern zu genießen: "Wir hatten neue Flügel und sie haben uns wie erwartet eine Zehntelsekunde gebracht - alles gut, aber unsere Konkurrenten hocken zwischen den Grands Prix nicht nur vor der Glotze." Immerhin gelang es Ferrari vor Ort in Singapur, das Handling des Wagens mit einem nächtlichen Umbau im Vergleich zum Freien Training zu verbessern.

Hinzu kommt: Das Qualifying ist in dieser Saison fast schon traditionell die Achillesferse der Roten und wird es wohl auch bleiben, schenkt man Alonso Glauben: "Können wir uns in den kommenden Rennen steigern? Ich bezweifele es. Wir werden in Japan und Südkorea nicht durch Zauberhand auf Pole-Position stehen", pustet er durch. Trotz der hemmenden Parallelentwicklung kommt es für den 32-Jährigen nicht infrage, vorschnell die weiße Fahne zu schwenken: "Wir werden die Hoffnung nicht aufgeben, obwohl wir weniger und weniger in das Auto investieren werden", blickt Alonso voraus.

Rennstrategie à la minute

Zum fünften Mal in dieser Saison von Felipe Massa geschlagen worden zu sein, bezeichnet Alonso nicht als "Problem seines persönlichen Stils", sondern macht die Stadtkurs-Vorliebe des Brasilianers und seine gute Tagesform dafür verantwortlich. Er selbst will im Rennen seine Trümpfe ausspielen und sieht sich auf der sauberen Seite der Startaufstellung im Vorteil: "Es könnte sich ausgehen, ob man acht Meter weiter vorne oder dort steht. Den Gummiabrieb zu meiden ist immer besser." Danach könnte es jedoch schwierig werden.

Niki Lauda warnt Alonso vor den Schwierigkeiten, die beim Überholen auf dem Marina Bay Circuit lauern: "Du kannst hier nicht vorfahren", sagt der TV-Experte bei 'RTL' und ist skeptisch, ob der Plan des (wohl ehemaligen) Titelkandidaten aufgeht: "Er hat ein wirklich hartes Rennen vor sich. Wenn er überhaupt was erreichen will, weil ihm eigentlich nur der Boxenstopp oder der Start helfen kann. Das geht hier aber auch nicht so toll, weil die erste Kurve schnell kommt. Ich glaube nicht, dass er weit vorne landen wird, wie in Monza."

Alonso ist sich durchaus darüber bewusst, eine Herkulesaufgabe vor der Brust zu haben. "Es ist nach Monaco der Kurs, auf dem es am schwierigsten ist, zu überholen", sagt er und misst dem umklappbaren Heckflügel keine große Bedeutung bei: "Wir werden keine klaren Manöver durch DRS sehen, sondern durch unterschiedliche Bereifung." Ferrari habe weder mit der Mischung Supersoft noch Medium ein spezielles Problem. Die Scuderia will ihre Taktik kurzfristig festlegen, weil sie mit Streckenbedingungen rechnet, die sich von denen des Freitag wesentlich unterscheiden.

Fotoquelle: xpbimages.com

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