Dominator Sebastian Vettel bejubelt seine Triumphfahrt beim Nachtrennen in Singapur

Formel 1 2013

— 23.09.2013

Vettel kann aus eigener Kraft in Indien Weltmeister werden

Durch die schiere Dominanz, die Sebastian Vettel in Singapur zeigte, stehen die Zeichen mehr denn je auf Titelverteidigung - zumal er nun 60 Punkte Vorsprung hat



Mit einer beeindruckenden Triumphfahrt durch die erleuchteten Straen von Singapur hat Weltmeister Sebastian Vettel seine Ansprche auf den vierten Titel in Folge weiter untermauert. Zwei Sekunden hat der Heppenheimer seinen Konkurrenten zeitweise auf einer Runde abgenommen - Vettel fhrt derzeit in einer eigenen Liga. Selbst im Vergleich zu seinem Teamkollegen Mark Webber im identischen Auto scheint der 26-Jhrige unantastbar.

Durch seinen dritten Rennsieg in Serie hat Vettel seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft weiter ausgebaut: 60 Punkte trennen ihn mittlerweile von seinem "schrfsten" Verfolger Fernando Alonso im Ferrari. Noch sechs Rennen stehen in dieser Saison aus, bei denen ein Fahrer maximal noch 150 Punkte holen kann. So ergibt sich, dass theoretische Chancen auf den WM-Titel momentan noch bis Gesamtrang sechs bestehen, den Nico Rosberg inne hat. 131 Punkte betrgt allerdings dessen aktueller Rckstand auf Vettel - ein praktisch unmgliches Unterfangen fr den Mercedes-Piloten, diese Lcke noch zu schlieen. Etwas bessere Chancen haben darber hinaus noch Lewis Hamilton, Kimi Rikknen und Mark Webber.

Die besten Karten hat logischerweise der Zweitplatzierte Alonso. Doch selbst wenn der Spanier alle verbliebenen Rennen gewnne, knnte er den Titel nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Wenn Vettel nmlich sechsmal Zweiter wrde, lge er dann noch immer 18 Zhler vor seinem Kontrahenten - zumal ein derartiges Szenario ob der aktuellen Form des Champions nur wenig realistisch zu sein scheint. Auerdem besitzt in diesem Jahr eigentlich kein Konkurrent ausreichend Konstanz, um eine Serie ab Sdkorea bis zum Saisonfinale in Brasilien zu starten.

Titel bereits in Indien?

Anders herum: Sptestens in drei Rennen knnte Vettel aus eigener Kraft seine vierte Weltmeisterschaft auch rechnerisch dingfest machen: Durch weitere Siege in Sdkorea, Japan und Indien kme er auf 322 Zhler und wre somit uneinholbar vorn. Denn dadurch knnte Alonso bis dahin mit drei zweiten Pltzen maximal auf 241 Punkte kommen. Die Differenz von 81 lge somit oberhalb der zu vergebenden 75 Punkte aus den letzten drei Rennen. Die Frage scheint nur noch zeitlicher Natur zu sein: Kann Vettel schon auf dem Buddh International Circuit Weltmeister werden?

Dass der Deutsche seinen vierten Titel holen wird, da sind sich eigentlich alle Experten sicher: "Selbst wenn er nicht mehr fhrt, wre es fr die anderen schwieg, das aufzuholen. Man msste bei jedem Rennen ins Ziel kommen - und zwar weit vorne", denkt 'Sky'-Fachmann Marc Surer die Situation durch: "Viel passieren kann nicht mehr, aber theoretisch ist die Chance immer noch da", so der Schweizer.

Wenn es nach Niki Lauda ginge, htte Vettel seinen Titel eigentlich schon nach seiner Meisterleistung in Singapur verdient: "Mit der Fahrt von Sebastian, die mich nach wie vor beschftigt und beeindruckt, wrde ich ihm heute den Weltmeistertitel geben. Der Hund ist heute etwas zusammengefahren, so etwas habe ich noch nicht erlebt!", schwrmt er gegenber 'RTL': "Ich bin eigentlich frustriert, wenn ich alle anderen anschaue", muss der Mercedes-Aufsichtsratschef jedoch zugeben.

Anerkennung durch die Konkurrenz

Auch Toto Wolff, Geschftsfhrender Direktor der Silberpfeile, hat nichts als Respekt fr Vettel brig: "Das Einzige, das man heute wirklich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass wir einen verdienten Sieger haben - diese Performance war absolut unglaublich." Aus Mercedes-Sicht ist das natrlich wenig erfreulich, zumal das deutsche Team Red Bull nach der Sommerpause eigentlich noch jagen wollte. Wolff nimmt es mit Galgenhumor: "Sie haben einen bedeutenden Schritt im Sommer gemacht, und wenn ich dann noch die Kommentare der Fahrer hre, das Auto sei einfach nur in der Lage, die Reifen gut zum Arbeiten zu bringen..."

Wolff befrchtet sogar, dass eine Siegesserie von Vettel durch alle sechs ausstehenden Rennen hindurch bevorstehen knnte: "Ja, solange sie nicht irgendwelce Ausflle zu beklagen haben..." Zutrauen wrde er dem Champion jedenfalls, dass er die Saison 2013 mit dann 13 Siegen beschlieen knnte: "Ich wei nicht, ob er es schafft, ohne Punktverlust bis zum Ende durchzufahren. Aber wenn irgendwer diesen Titel verdient hat, dann ist er das."

Bei Red Bull selbst ist die Mission Titelverteidigung noch lngst nicht abgehakt, die Konzentration soll bis zum Ende hochgehalten werden: "Wir machen weiter Druck. Der Vorteil kann ganz schnell weg sein. Fernando ist um die 60 Punkte zurck - zwei schwierige Wochenenden und er steht auf der Matte", gibt Technikchef Adrian Newey gegenber 'Sky Sports F1' zu bedenken.

Red Bull will weitere Siege

Auch Teamchef Christian Horner sieht noch keinen Grund zur Entspannung: "Es ist mein Job, mir Sorgen zu machen. Auf diese Weise wirst du nicht nachlssig, das haben wir noch nie getan und werden es auch dieses Jahr nicht tun. Unsere Herangehensweise ist, immer nur an ein Rennen zu denken", erklrt er. Die nchste Herausforderung sei Sdkorea, danach konzentriere man sich auf Japan. "Wenn wir so weiterarbeiten, werden sich die Meisterschaftstabellen schon von allein entwickeln."

Auf einen spannenden Saisonendspurt kann Horner gern verzichten: "Wir haben bereits zwei verdammt knappe erlebt, durch diese Hlle will ich nicht wieder gehen mssen. Aus Brasilien im vergangenen Jahr haben wir immer noch einige graue Haare, und Abu Dhabi zwei Jahre zuvor war das Stressigste, was man erleben kann." Es sei demnach wichtig, auch weiterhin zu gewinnen: "Wir wollen beide Titel verteidigen, und unser Job ist es, das so frh wie mglich zu schaffen. Wir sind nicht dafr verantwortlich, es bis zum Ende spannend zu machen - was es hoffentlich nicht wird", stellt der Brite klar.

Fotoquelle: Red Bull

Weitere Formel 1 Themen

News

Top 10: Die dominantesten Autos der Formel-1-Geschichte

News

Formel-1-Live-Ticker: Der Sonntag in der Chronologie

News

Fotostrecke: Die grten Hassduelle der Formel-1-Geschichte

News

Formel 1 Ungarn 2017: Teamorder-Diskussionen bei Vettel-Sieg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung