Pokerface Hülkenberg: Wo und wie geht die Reise in der Formel 1 weiter?

Formel 1 2013

— 23.09.2013

Hülkenbergs Grundsatz: "Ein konkurrenzfähiges Auto..."

Der Deutsche spricht über seine aktuelle Saisonbilanz, den Wechsel zu Sauber, mögliche Optionen und darüber, was ihm am Wichtigsten ist



Nach dem "Highlight des Jahres", Platz fünf in Monza, konnte Sauber-Pilot Niko Hülkenberg auch beim Großen Preis von Singapur in die Punkte fahren (Rang neun). Trotz der aktuell steigenden Form- und Punktekurve betont der Deutsche, dass die Saison nicht wie geplant verlaufen sei und dass er sich den Wechsel von Force India anders vorgestellt habe. Für seine Zukunft wünscht sich der Mann aus Emmerich "ein konkurrenzfähiges Auto", wenngleich Ferrari aus dem Spiel ist und Lotus einige Überraschungen bereithalten könnte. Sein aktuelles Team vergisst er dabei ebenfalls nicht.

"Monza war ein großer Erfolg für uns und bisher das Highlight des Jahres", gibt Hülkenberg bezüglich Platz fünf im "königlichen Park" gegenüber 'Sky Sports F1' zu Protokoll. "Besonders Platz drei im Qualifying war ein ganz besonderes Gefühl." Dennoch bilanziert der Deutsche: "Das Jahr lief nicht wie geplant bezüglich der Resultate und der Konkurrenzfähigkeit." Deswegen seien die Resultate zuletzt Balsam für die geschundene Sauber-Seele gewesen. "Jeder im Team war darüber sehr dankbar und happy."

Auf die Frage, ob er den Wechsel von Force India zum Team aus Hinwil bedauere, antwortet Hülkenberg diplomatisch: "Bedauern ist ein großes Wort. Wen man das Team wechselt, möchte man sich natürlich immer verbessern, Fortschritte machen und einfach besser werden", sagt er und kann sich im Interview ein kurzes Lachen nicht verkneifen. Die humorfreie Realität sieht jedoch anders aus. "Auf dem Papier sind wir nicht besser geworden. Ich habe mich bezüglich der Resultate verschlechtert, aus dieser Sicht ist es enttäuschend", resümiert der 26-Jährige.

Hülkenberg möchte die Sauber-Option "keinesfalls ausschließen"

Dennoch habe seine Mannschaft nie den Kopf in den Sand gesteckt, hebt Hülkenberg hervor: "Das Team macht Druck und sie wollen natürlich auch ein konkurrenzfähiges Auto." Den zurückgebliebenen Erwartungen entgegnet der Deutsche mit der Floskel: "Aber so ist das Leben." Wie es für Hülkenbergs Rennfahrerleben im kommenden Jahr weitergeht, ist noch nicht geklärt. Mit der Verpflichtung von Lotus-Pilot Kimi Räikkönen sind die Cockpits bei Ferrari, in denen sich auch der Deutsche gerne gesehen hätte, besetzt.

"Es ist schon mit etwas Enttäuschung verbunden", sagt Hülkenberg zum Wegfall dieser Option. Kontakt zur "Scuderia" habe es gegeben, "obwohl ich nicht weiß, wie ernst es war", betont er: "Ich weiß es von meiner Seite, ich weiß aber nicht, was Ferrari gedacht hat." Es sei schwer, darüber zu urteilen, so Hülkenberg, jedoch sah er im Vorfeld bei den "Roten" aus Maranello "eine realistische Chance".

Eine Option, die Hülkenberg "keinesfalls ausschließen" möchte, ist sein aktuelles Team. "Was ich grundsätzlich haben möchte, ist ein konkurrenzfähiges Auto. Das ist das Wichtigste. Dann kann ich das in Monza gezeigte regelmäßig abrufen", sagt der Sauber-Pilot. Er weiß: "Abgesehen von den vier Top-Teams gibt es noch eine Menge Teams, wo noch Fragezeichen bestehen und es viele Gerüchte gibt. Es ist keine leichte Situation."

Finanzielle Situation nicht unwichtig

Ebenfalls keine einfache Lage könnte Hülkenberg möglicherweise bei Lotus vorfinden, wo der Deutsche als Räikkönen-Nachfolger im Gespräch ist. Zuletzt machte das Team aus Enstone mit finanziellen Sorgen und Nöten Schlagzeilen. Deshalb betont Hülkenberg: "Du schaust auf das gesamte Paket. Alles muss stimmen. Natürlich ist die finanzielle Situation ebenso wichtig, weil das Team sicherstellen muss, ein gutes Auto bereitstellen und die Entwicklungen aufrechterhalten zu können."

Es sei jedoch schwierig zu beurteilen, "wenn man nicht direkt in ein Team involviert ist", sagt Hülkenberg. "Man weiß es oftmals nicht und Teams sagen nicht zwangsläufig die Wahrheit bezüglich ihrer finanziellen Situation." Angesprochen darauf, ob er einen Wechsel aus finanzieller Sicht vornehmen würde, lässt sich Hülkenberg nicht aus der Reserve locken und entgegnet: "Ob ich einen Wechsel zu einem konkurrenzfähigen, guten Auto vornehmen würde? Ja, ich bin auf jeden Fall bereit, das zu tun."

Fotoquelle: xpbimages.com

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