Lotus geht mit Rückenwind in die verbleibenden sechs Rennen

Formel 1 2013

— 28.09.2013

Lotus erwartet keine Machtverschiebungen mehr

Chefingenieur Alan Permane geht davon aus, dass sich die Verhältnisse bis zum Saisonfinale nicht mehr groß ändern werden, weil mittlerweile 2014 im Fokus stehe



Lotus geht nach einer ansprechenden Performance in Singapur mit Schwung in die ausstehenden sechs Saisonrennen. Chefingenieur Alan Permane spricht im Interview über die Besonderheiten in Südkorea, das Reifenmanagement des E21 und die überzeugenden Leistungen seiner Piloten Kimi Räikkönen und Romain Grosjean.

Frage: "Was sind die speziellen Charakteristika des Korean International Circuit?"
Alan Permane: "Es gibt eine lange Gerade, auf der man vom DRS profitieren kann, was bedeutet, dass es dort eine gute Chance auf Überholmanöver gibt. Das Layout bietet einen Mix aus verschiedenen Abschnitten, die aber zusammen trotzdem einen flüssigen Gesamteindruck hinterlassen. Wir sehen ein paar ordentliche Geraden im ersten Teil gefolgt von einigen interessanten - teils sehr schnellen - Kurven im zweiten Abschnitt."

"Im dritten Teil kommt dann durch den Stop-and-go-Charakter sowie die nahen Wände fast das Gefühl eines Straßenkurses auf. Obwohl es schöne lange Geraden gibt, musst du aufgrund der vielen Hoch- und Mittelgeschwindigkeitskurven einen verantwortbaren Anpressdrucklevel finden, was uns eigentlich entgegenkommen sollte."

Frage: "Wie schwierig ist es, hier das richtige Setup zu finden?"
Permane: "Die Mischnatur der Strecke bedeutet, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. Und die Tatsache, dass der Kurs außer durch die Formel 1 kaum benutzt wird, bedeutet, dass sie sich über das Wochenende hinweg erheblich verändern dürfte. Das Wetter kann ebenso zur Herausforderung werden, da hier große Temperaturschwankungen möglich sind."

"Diese Faktoren stellen die Ingenieure vor zahlreiche unterschiedliche Schwierigkeiten bei der Suche nach dem besten Setup. Wenn es aber nur darum geht, was für das Auto das Beste ist, dann ist es keine Strecke, die für die Ingenieure extrem kompliziert ist. Du brauchst ein gutes Rundumpaket mit guter Höchstgeschwindigkeit und Stabilität sowie gute Traktion und Richtungswechsel, aber auch eine gute Performance bei langsamen Geschwindigkeiten."

Reifengeflüster

Frage: "Das Reifenmanagement war in Singapur wieder eine Stärke des E21; wird die Situation in Südkorea ähnlich aussehen?"
Permane: "Die beiden Strecken sind recht unterschiedlich, was die jeweiligen Herausforderungen angeht. Eine Gemeinsamkeit ist aber der Einsatz von Supersoft- und Medium-Reifen. Das wird fast sicher bedeuten, dass die Teams sich auf Supersoft qualifizieren werden. Aber mit Blick auf das Rennen müssen wir am Freitag unsere Hausaufgaben machen und feststellen, welche Option am Sonntag die bessere sein wird und wie lange die Mischungen halten werden."

"Diese Vorgehensweise hat uns in Singapur sehr geholfen; so haben uns unsere Erfahrungswerte vom Freitag im Rennen zu der Entscheidung gebracht, während der Safety-Car-Phase zu stoppen und einen sehr langen letzten Stint auf den Mediums zu wagen. Die Reifenauswahl sollte geeignet sein für den Kurs, sie sollte uns also hoffentlich auch wieder entgegenkommen."

Frage: "Romain hatte in Singapur über das ganze Wochenende hinweg ein paar Probleme an seinem Auto; gibt es da in irgendeiner Form Anlass zur Sorge?"
Permane: "Freitag hatten wir ein Problem mit der Lenkung, was mit dem Setup zusammenhing. Dann kamen noch ein Brems- und ein Hydraulikproblem hinzu. Solche Probleme sind am Freitag halbwegs normal, bevor sie dann ausgemerzt werden können. Was den Motorschaden im Rennen angeht: Renault Sport schaut sich das gerade genau an, wir würden aber auch in diesem Punkt nicht erwarten, dass so etwas noch einmal vorkommt."

Fokus auf 2014

Frage: "Kimi, Romain und der E21 haben zuletzt tolle Leistungen gezeigt; wie viel von diesem Schwung kann das Team in die verbleibenden sechs Rennen mitnehmen?"
Permane: "Beide Fahrer haben uns sehr stolz gemacht in Singapur. Romain hat sowohl im Qualifying als auch im Rennen trotz seiner begrenzten Streckenzeit einen fantastischen Job abgeliefert. Und Kimi hat seine Rückenschmerzen überwunden und ein beeindruckendes Podiumsergebnis geholt."

"Ähnlich wie wir werden auch die meisten anderen Teams ihren Entwicklungsfokus mittlerweile auf 2014 gelegt haben, wir würden also keine großen relativen Machtverschiebungen bis zum Saisonende mehr erwarten. Das würde bedeuten, dass wir weiter sehr nah an Ferrari und Mercedes dranbleiben würden, und wenn unsere beiden Jungs weiter auf dem Level fahren - gepaart mit dem Potenzial des Autos auf den kommenden Strecken -, dann sollte uns ein gutes Saisonfinale bevorstehen."

Fotoquelle: Lotus

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