Webber und Vettel sind auch im fünften Red-Bull-Jahr keine Freunde geworden

Formel 1 2013

— 29.09.2013

Webber: Der süßeste Sieg war in Vettels Wohnzimmer

Das feindschaftliche Teamduell mit Sebastian Vettel wird für Mark Webber beim Rückblick auf seine Karriere immer einen faden Beigeschmack hinterlassen



Sechs Rennen vor seinem Karriereende in der Formel 1 blickt Mark Webber auf zahlreiche Höhen und Tiefen zurück. Ein besonders dunkles Kapitel ist für den Australier zweifelsohne das leidige Teamduell mit seinem Red-Bull-Kollegen Sebastian Vettel, das als eines der verbittertsten in die Formel-1-Geschichte eingehen dürfte. Doch nicht erst seit der gemeinsamen Zeit bei den Bullen hat es Reibungen zwischen den beiden Konkurrenten gegeben.

Bereits vor sechs Jahren gerieten die Streithähne zum ersten Mal aneinander, als der junge Vettel (damals gerade 20 Jahre alt) im Toro Rosso seinem späteren Teamkollegen ins Heck fuhr. Während einer Safety-Car-Phase beim verregneten Großen Preis von Japan in Fuji 2007 hatte der Führende Lewis Hamilton abrupt gebremst, Webber auf Rang zwei tat es ihm nach, um ihn nicht zu überholen. Vettel, der direkt dahinter auf Platz drei lag, krachte in den Red Bull, der dadurch ausschied. Wütend hatte der Australier damals geflucht: "Diese Kinder! Die machen alles kaputt!"

Als Vettel dann 2009 von Toro Rosso zu Red Bull wechselte, ging das Verhältnis der beiden zunehmend den Bach herunter. Ein Eckpfeiler war sicherlich die Kollision der beiden in Führung liegenden Red-Bull-Fahrer im Mai 2010 beim Großen Preis der Türkei. Nur wenige Wochen später wurde Vettel dann in Silverstone erstmalig vom Team bevorzugt behandelt und erhielt einen verbesserten Flügel, der eigentlich Webber zugestanden hätte. Der Routinier gewann davon angestachelt und ließ über den Boxenfunk verlauten: "Nicht schlecht für einen Nummer-zwei-Fahrer, oder?"

Langer Weg bis Malaysia

Die jüngste Klimax im teaminternen Streit datiert auf das zweite Rennen der aktuellen Saison in Malaysia zurück. Vettel hatte sich eindeutigen Teamanweisungen widersetzt, Webber nicht anzugreifen. Mit einem packenden Überholmanöver griff der Deutsche dennoch an und holte am Ende den Rennsieg. Zunächst hatte er seinen Ungehorsam bereut, stellte aber später klar, dass er wieder so handeln würde. In den letzten 15 Runden von Malaysia habe Webber viel darüber nachgedacht, wie es überhaupt so weit kommen konnte: "Ich war nicht überrascht darüber, was Seb getan hat, sondern einfach nur, dass die Sache einen solchen Punkt erreicht hatte", erinnert er sich gegenüber 'The Guardian'.

Verbessert habe sich das Verhältnis der beiden seitdem nicht, gibt Webber zu: "Nicht wirklich. Wir versuchen einfach nur, professionell mit der Situation umzugehen, denn es gibt eine Menge Leute, die sich für uns den Arsch aufreißen: die Jungs, die am Auto arbeiten." Trotzdem sei es 2010 noch schlimmer gewesen, weil in einer knappen WM einfach viel mehr auf dem Spiel gestanden habe: "Das war wirklich schwierig zu verdauen. Du hängst dich voll rein und dann legt dir jemand einen Ziegelstein in den Rucksack."

Ewige Rivalen

Das die beiden keine Freunde mehr werden, ist für Webber klar: "Ich schätze, einige private Diskussionen, die wir seitdem hatten, waren etwas enttäuschend. Mal abgesehen von dem ganzen Streckenkram - wir waren nicht gerade glücklich über den Ausgang der Gespräche und wie wir übereinander denken. Das hat die Beziehung auf eine harte Probe gestellt", erinnert sich der 37-Jährige. Ein grundlegender Faktor könnte ihm nach die Rivalität gewesen sein: "Ich kann mir vorstellen, dass alles besser gelaufen wäre, wenn wir (2010; Anm. d. Red.) nicht so eng beieinander gelegen hätten."

Webber erinnert sich nach über einem Jahrzehnt in der Königsklasse - auch aufgrund dieser Streitigkeiten - besonders gern an seinen ersten Formel-1-Sieg am Nürburgring: "Es hat 131 Rennen und acht Jahre gedauert, bis ich 2009 meinen ersten Grand Prix in Deutschland gewonnen habe. Der erste Sieg war wahrscheinlich auch der süßeste wegen der Art, mit der er zustande kam: von Pole-Position aus und nach einer Durchfahrtsstrafe. Von Seb wegzufahren und mit 30 Sekunden Vorsprung in seinem Wohnzimmer zu gewinnen, war eine nette Geschichte für meinen ersten Rennsieg."

Fotoquelle: xpbimages.com

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