Künftig soll der Sprit für alle Formel-1-Teams von einem Hersteller kommen

Formel 1 2013

— 01.10.2013

Nach Reifenmonopol: FIA plant Spritmonopol

Aus dem neuen Concorde-Agreement geht hervor, dass die Formel-1-Teams künftig von nur einem Spritlieferanten ausgerüstet werden sollen - Wo liegen die Gründe?



Am vergangenen Freitag wurde zwischen dem Automobil-Weltverband (FIA) und Bernie Ecclestones Rechteinhaber (FOM) ein neues Concorde-Agreement unterzeichnet. Ein Bestandteil dieses neugefassten Grundlagenvertrags ist unter anderem "das neue Auswahlverfahren für Einheitslieferanten auf den Gebieten Reifen und Kraftstoff", wie es der entsprechenden Mitteilung des FIA-Weltrats (WMSC) heißt.

Während es auf dem Reifensektor schon seit der Saison 2007 ein Monopol gibt (zunächst Bridgestone und seit 2011 Pirelli), wäre ein Monopol des Kraftstofflieferanten neu. Aktuell besitzt jedes der großen Formel-1-Teams einen eigenen Vertrag. Ferrari arbeitet mit Shell, Mercedes mit Petronas, die Renault-Teams Red Bull und Lotus mit Total.

Nun soll also auch beim Sprit ein einheitlicher Weg eingeschlagen werden. Die FIA ist künftig dafür verantwortlich, den Ausschreibungsprozess durchzuführen und vom Weltrat absegnen zu lassen. Ecclestone und die FOM werden gemäß aktueller Planung die entsprechenden Werbeverträge abschließen. Problem aus Sicht der Teams: Sie haben nach aktuellem Stand der Dinge kein Mitspracherecht.

Alles dreht sich um den "Fuel Flow Meter"

Nach Informationen von 'Sport Bild' haben die FIA und Ecclestone den französischen Schmiermittelhersteller Total als alleinigen Lieferanten für alle Formel-1-Teams im Visier. Der Hintergrund ist klar: Den Piloten wird ab 2014 eine maximale Benzinmenge von 100 Kilogramm für die gesamte Renndistanz zur Verfügung stehen.

Um damit ins Ziel zu kommen, darf ein maximaler Benzinverbrauch auch auf einem sehr kurzen Zeitraum nicht überschritten werden. Dies wird mit einem Durchflussmengensensor - dem sogenannten "Fuel Flow Meter" - gemessen. Die Kalibrierung dieses Bauteils wäre wesentlich einfacher, würde es nur einen einzigen Spritlieferanten geben.

In diesem Punkt plant die Formel 1 somit eine Annäherung an die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Dort gibt es schon jetzt einen einheitlichen Kraftstofflieferanten (Shell) für alle Teams. Entsprechend einfach lassen sich die Fuel-Flow-Meter kalibrieren. Konkret geht es dabei um das Messen eines Volumenstroms einer Flüssigkeit.

Teams drohen finanzielle Einbußen

"Shell liefert eine Kurve der Stoffwerte. Das Gerät misst einen Volumenstrom und die Temperatur" erklärt Thomas Laudenbach, Leiter Energiesysteme im Audi-LMP1-Programm, gegenüber 'Motorsport-Total.com' und betont, dass seine Aufgabe, den Verbrauch zu errechnen, durch einen wichtigen Fakt wesentlich erleichtert wird: "Das alles geht nur, weil wir einen gemeinsamen Lieferanten für Kraftstoffe haben."

Sollte in der Formel 1 die Wahl tatsächlich auf Total fallen, müssten Teams wie Ferrari und Mercedes auf ihre individuell angepassten Hochleistungsschmierstoffe verzichten. Schlimmer noch: Gleichzeitig würden ihnen dadurch wichtige Sponsorenmillionen durch die Finger rinnen. So zahlt Shell derzeit rund 25 Millionen Euro pro Jahr an Ferrari, Petronas rund 30 Millionen Euro an Mercedes.

Ein Zeitrahmen für die entsprechende Ausschreibung wurde von der FIA bisher weder hinsichtlich des Reifen- noch des Kraftstofflieferanten genannt.

Fotoquelle: xpb.cc

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