Felipe Massa will sich für eine Zukunft in der Formel 1 empfehlen

Formel 1 2013

— 03.10.2013

Nicht mehr jung, aber willig: Massa sucht, Ecclestone hilft

Der Formel-1-Promoter dachte an einen Toro-Rosso-Drive, um die Präsenz in Südamerika aufrecht zu erhalten - Darf Massa auch auf Alonsos Kosten werben?



Felipe Massa fährt beim Großen Preis von Südkorea in Yeongam am Wochenende nicht nur um WM-Punkte, sondern auch um seine Zukunft. Der Brasilianer braucht dringend noch eine Empfehlung für sein Bewerbungsschreiben an andere Teams, um seiner Formel-1-Karriere eine mittelfristige Perspektive zu verleihen. Einen Unterstützer im Paddock hat er bereits gefunden, allerdings sind dem nach eigener Aussage in der Causa Massa die Hände gebunden: Es geht um Bernie Ecclestone.

Der nur scheinbar allmächtige Promoter sagt im Gespräch mit 'Sport Bild', dass er sich nicht von Resultaten blenden lasse: "Ich bin ein großer Unterstützer von Felipe Massa. Ich glaube in der Tat, dass er schnell ist. Ich denke einfach nur, dass er schrecklich viel Pech hat." Der 32-Jährige wartet seit dem Jahr 2008 auf einen Grand-Prix-Sieg. Ecclestone sagt auch: "Da ist nichts, was ich tun kann." Es ist wohl kein Unrecht am Promoter zu behaupten, er habe mit der Aussage kommerzielle Interessen im Blick.

Schließlich würde sich mit Massa der letzte Brasilianer aus der Königsklasse verabschieden, Nachwuchsleute wie Felipe Nasr und Luiz Razia scheinen nicht oder nicht mehr auf dem Sprung. Das südamerikanische Schwellenland ist aber ein wichtiger Wachstumsmarkt für Konzerne. Ecclestone unterstreicht: "Wir brauchen einen Brasilianer, aber auch einen Russen." Um dem Zampano seinen ersten Wunsch zu erfüllen, will sich Massa am Verhandlungstisch und auf der Strecke ins Zeig legen.

Keine Nummer-zwei-Klausel im Vertrag

Er verspricht: "Ich konzentriere mich auf die abschließenden Rennen und bin mit mehreren Teams im Gespräch", so der scheidende Ferrari-Star am Donnerstag in Yeongam. Er sei "ziemlich optimistisch" einen Vertrag zu unterschreiben, der ihm Perspektiven für Topleistungen eröffnet: "Ich will ein Auto, mit dem ich wirklich kämpfen kann. Sonst bin ich nicht interessiert." Das Red-Bull-Juniorteam würde das bieten, was dem ehrenamtlichen Massa-Manager nicht entgangen ist: "Ich dachte sogar, er könnte zu Toro Rosso gehen", sinniert Ecclestone.

Der Formel-1-Boss lobt die Truppe aus Faenza: "Das Team ist besser, als die meisten Leute denken. Aber eben nur ein Nachwuchsteam." Will Massa wirklich ein Topauto, bleibt nur Lotus, wo ihn der Brite ins Gespräch brachte. Die finanziellen Probleme des Teams, die sich durch den angekündigten Investor so schnell nicht lösen lassen, stimmen Ecclestone skeptisch. "Fragen Sie mal Kimi!", spottet er. Massa will dennoch mit sportlichen Highlights die Aufmerksamkeit von Eric Boullier und Co. auf sich ziehen und ist mit Blick auf Südkorea zuversichtlich: "Ich fühle mich im Auto wohl. Es ist wichtig, Podien und bessere Resultate als bisher einzufahren."

Allen voran seine Stärke im Qualifying - in Singapur schlug er Fernando Alonso ein Schnippchen - will Massa ausspielen. Aber darf er das überhaupt, solange der Spanier noch eine Chance auf den WM-Titel hat? Sein Teamkollege will nicht die Nummer zwei spielen: "Es gibt Verfügungen in Verträgen, das Team zu unterstützen und nichts zu tun, das ihm schadet", tastet sich Massa vor. "Aber ich denke, das steht in jedem Kontrakt. Bei mir gab es nie eine Klausel, wer Nummer eins und zwei ist." Die Realität ist nicht immer auf Papier gebannt. Massa verspricht sich auch, in den Freien Trainings Ferrari-Teile für 2014 zu testen, um sich mit dem neuen Material zu akklimatisieren.

Fotoquelle: xpbimages.com

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