Lewis Hamilton war am Vormittag wie am Nachmittag in Südkorea der Schnellste

Formel 1 2013

— 04.10.2013

Keine Red-Bull-Dominanz: Hamilton am Freitag voran

Kein Solo für Sebastian Vettel: Lewis Hamilton gab im Freitagstraining in Südkorea den Ton an - Felipe Massa diesmal erster Verfolger von Mercedes und Red Bull



Aufgrund des überlegenen Siegs in Singapur und den bisherigen Triumphen in Südkorea (2010 in Führung liegend ausgeschieden, 2011 und 2012 gewonnen) gilt Sebastian Vettel als haushoher Favorit für das Rennwochenende in Yeongam am Gelben Meer, doch zumindest beim Trainingsauftakt am Freitag hatte er das Nachsehen gegenüber Lewis Hamilton (Mercedes).

Hamilton hatte schon im ersten Training Bestzeit erzielt, sich dann auf 1:38.673 Minuten gesteigert und somit auch in der Tages-Gesamtwertung die Nase vorne - und obendrein war er auch noch Schnellster bei den abschließenden Volltank-Tests, mit einer Bestzeit von 1:43.3 Minuten auf den weicheren Supersoft-Reifen von Pirelli. "Das ist der beste Freitag dieses Jahres, soweit ich mich erinnern kann", strahlt der Silberpfeil-Pilot.

"Wir haben sicherlich noch einige Setup-Änderungen vor uns, aber es sieht so aus, als wären wir wettbewerbsfähiger als noch im letzten Rennen", wittert Hamilton Morgenluft. "Ich spüre auf jeden Fall, dass ich an diesem Wochenende ein besseres Paket habe. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal einen wirklich starken Freitag hatte, also hoffen wir mal, dass es am Wochenende so weitergeht. Das Auto fühlt sich gut an."

Experte Surer wagt noch keine Prognose

Am Ende lag das Mercedes-/Red-Bull-Quartett innerhalb von zwei Zehntelsekunden. "Es sieht sehr ausgeglichen aus - schwer zu sagen, wer die Nase vorne hat", analysiert Experte Marc Surer. "Wir haben uns auf eine Dominanz von Red Bull gefasst gemacht, aber es sieht spannend aus." Hamilton sei "gut in Form", sagt er, aber: "Ich denke, wir können darauf vertrauen, dass Vettel bis morgen noch einen Zahn zulegt."

Der Weltmeister probierte heute verschiedene Flügelvarianten aus, absolvierte seinen schnellsten Supersoft-Run später als alle anderen und war auch von den Sektorenzeiten her ungewöhnlich unterwegs: im ersten um 0,3 Sekunden schneller als Hamilton, im zweiten um 0,5 langsamer, im dritten wieder um 0,1 schneller. "Ich denke, es war schon ganz okay", bilanziert Vettel. "Wir konnten unser Programm durchgehen, wie wir es vorhatten, und hatten keine größeren Probleme."

"Mit dem Auto war ich noch nicht ganz zufrieden. Es rutscht ein bisschen mehr, als ich mir das vielleicht wünsche", gesteht er. "Ich denke, wir können uns noch ein bisschen steigern. Wir müssen für morgen noch einen Zahn zulegen. Man kann nicht davon ausgehen, was wir vielleicht im letzten Rennen gesehen haben. Ich denke, dass Mercedes sehr stark ist, hat man heute gesehen. Nichts anderes erwarte ich auch fürs Qualifying, wo sie normalerweise immer sehr stark sind."

Räikkönen mit vollen Tanks am konstantesten

Interessant war in der letzten halben Stunde die Analyse der Volltank-Tests: Zunächst imponierte Kimi Räikkönen (Lotus) mit einer absoluten Bestzeit von 1:44.2 Minuten und konstanten 1:44er-Runden, während Red Bull & Co. im 1:45er-Bereich festhingen, doch ganz zum Schluss konterte Hamilton mit einer überragenden Marke von 1:43.3 Minuten. Vettel erreichte 1:44.4, Nico Rosberg 1:44.7, Mark Webber 1:44.6 Minuten.

Ferrari blieb im Renntrimm klar hinter diesen Zeiten: "Für mich sind sie dritte oder sogar nur vierte Kraft. Lotus war mit vollen Tanks eindeutig besser", prognostiziert Surer ein schwieriges Wochenende. "Ferrari hat mich heute nicht überzeugt. Räikkönen hat mir mit vollen Tanks gut gefallen - da konnte er absolut mit den Topleuten mithalten. Und wir wissen: Wenn Räikkönen gewinnt, dann gewinnt er, weil er im Rennen besser fährt als die anderen."

Entscheidend wird aber, ob der "Iceman", der heute Morgen einen Unfall hatte, schon im Qualifying mithalten kann, denn die Tagestabelle weist ihn absolut gesehen nur als Achten aus, mit 1,084 Sekunden Rückstand. Teamkollege Romain Grosjean wurde Sechster und war um eine halbe Sekunde schneller. Überraschend auch die Vorstellung von Felipe Massa (+0,441), heute ausnahmsweise sogar schnellerer der beiden Ferrari-Piloten.

Sauber: Hülkenberg langsamer als Gutierrez

Jenson Button (McLaren/+1,101) und Adrian Sutil (Force India/+1,333) rundeten die Top 10 ab, gefolgt von Paul di Resta (Force India/+1,334), der die ausgelassene Vormittags-Session (wegen Freitags-Testfahrer James Calado) offenbar gut weggesteckt hat. Nico Hülkenberg belegte Position 14, 24 Tausendstelsekunden hinter seinem Teamkollegen Esteban Gutierrez, der den Aufwärtstrend von Singapur fortzusetzen scheint.

Allerdings hätte Hülkenberg durchaus schneller sein können, wären nicht seine beiden ersten Runden auf den Supersoft-Reifen daneben gegangen. Zwischendurch kam es außerdem zu einem kleinen Scharmützel mit Grosjean, von dem er sich zuerst aufgehalten fühlte und ihn dann selbst abbremste. Das Sauber-Hauptproblem war heute das lose Heck - übrigens erst am Nachmittag, denn am Vormittag stimmte die Balance noch.

Ganz hinten - hinter Toro Rosso und Williams - klassierten sich wie so oft Caterham und Marussia, wobei in den teaminternen Vergleichen Giedo van der Garde und Jules Bianchi (obwohl am Vormittag wegen Rodolfo Gonzalez nur Zuschauer) das bessere Ende für sich hatten. Und an der Pirelli-Front lauten die ersten Eckdaten: rund eine Sekunde Unterschied zwischen Supersoft und Medium, Haltbarkeit der Supersofts in etwa zehn bis zwölf Runden.

Fotoquelle: xpbimages.com

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