Sebastian Vettel sicherte sich am Samstag in Yeongam die nächste Pole-Position

Formel 1 2013

— 05.10.2013

Vettel souverän: Südkorea-Pole vor Hamilton

Mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung WM-Titel: Sebastian Vettel startet in Yeongam vor Hamilton, Grosjean und Rosberg - Sauber mit beiden Autos in den Top 10



Der Freitag war fest in Mercedes-Hand, aber wenn es drauf ankommt, ist und bleibt Sebastian Vettel der unumstrittene Dominator der Formel-1-Saison 2013. Der Red-Bull-Pilot sicherte sich heute bereits die sechste Pole-Position in 14 Rennen, zum zehnten Mal steht er in der ersten Startreihe. Somit hat er alle Chancen, morgen beim Grand Prix von Südkorea einen weiteren Schritt in Richtung erfolgreicher Titelverteidigung zu machen - was für die meisten Experten ohnehin nur noch Formsache ist.

Vettel war in Q1 einer von nur vier Fahrern, die ohne Supersoft-Reifen eine Runde weiterkamen, fuhr in Q2 um 0,255 Sekunden schneller als Rivale Lewis Hamilton und distanzierte den Mercedes-Piloten in Q3 um 0,218 Sekunden. Zwar besaß er diesmal nicht die Coolness, wie in Singapur komplett auf eine zweite schnelle Q3-Runde zu verzichten, aber als klar war, dass ihn niemand mehr gefährden würde, brach Vettel seinen finalen Versuch ab und sparte so eine Runde.

"Ich bin sehr zufrieden", strahlt der Südkorea-Sieger der vergangenen beiden Jahre. "Es ist eine schwierige Strecke, um alles in eine Runde gepackt zu bekommen. Ich habe das aber im ersten Anlauf in Q3 gut geschafft und war sehr zufrieden mit meiner Runde. Ein Zehntel wäre vielleicht noch drin gewesen, aber mehr nicht. Im zweiten Anlauf hatte ich Verkehr, musste die Runde abbrechen, aber es hat gereicht und ich bin sehr glücklich."

Red Bull mit Supersoft-Reifen im Vorteil

"Sobald wir auf den weichen Reifen waren", analysiert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko, "haben wir gesehen, dass wir schnell sind und dass Mercedes doch nicht ganz so mithalten kann, wie wir es nach dem Freitag dachten." Für Hamilton war es trotzdem "im Großen und Ganzen" ein gutes Wochenende: "Wir haben den bestmöglichen Job gemacht. Ich habe gespürt, dass ich das Maximum aus dem Auto herausbekommen habe, auch wenn es immer Luft nach oben gibt."

Beinahe hätte es heute eine "Doppel-Pole" für Red Bull gegeben, denn Webber lag nach dem ersten Q3-Run noch an zweiter Stelle. Doch während sich Hamilton von 1:37.508 auf 1:37.420 Minuten steigern konnte, blieb der Australier bei 1:37.464 Minuten stehen. Einen großen Unterschied macht das aber ohnehin nicht, denn wegen seiner dritten Verwarnung der Saison in Singapur (unerlaubtes Betreten der Fahrbahn) wird er morgen um zehn Positionen rückversetzt.

Webber hat sich deswegen auf das Rennen konzentriert und bewusst Tempo rausgenommen: "Nicht viel, aber es ging darum, das Qualifying ein Stück weit hinter dem Rennen anzustellen. Wir könnten zwei Positionen weiter vorne stehen. Das hieße, ich wäre mit der Strafe Elfter", vermutet er. "Das Rennen wird interessant. Ich bin ab vom Schuss, aber wir kämpfen uns schon durch. Wir haben das Auto verglichen mit Freitag in einigen Bereichen verbessert."

Nächste starke Leistung von Grosjean

Vierter wurde Romain Grosjean (Lotus), der heute sehr selbstbewusst auftrat, in Q1 keine Supersoft-Reifen benötigte und auch in Q2 ganz cool lange an der Box wartete. Am Ende fehlten ihm nur 0,067 Sekunden auf den dritten Platz, den er wegen der Webber-Rückversetzung aber sowieso erbt. Genau deswegen rückt auch Nico Rosberg (+0,477), der Mercedes-intern klar im Schatten von Hamilton stand, in die zweite Startreihe auf - trotz eines schleichenden Plattens rechts hinten in Q1.

"Ich sehe es als vierten Platz, weil Webber weg ist, und das ist okay", wirkt der Deutsche recht zufrieden. "Es war kein einfaches Wochenende für mich, denn die Balance ist nicht ganz so, wie ich sie haben möchte. Aber von Platz vier ist alles möglich." Hinter ihm droht allerdings die rote Gefahr: Fernando Alonso (+0,836), der eine Zwischenbestzeit im ersten Sektor nicht nutzen konnte, und Felipe Massa (+1,021) stehen in Reihe drei.

Alonso weiß: Mehr geht einfach nicht

"Das war wohl das Maximum", räumt Alonso ein. "Wir wussten, dass es hart wird. Nicht nur hier, sondern auch in den kommenden Rennen werden wir immer etwas hinter der Pole-Position zurückliegen. Das liegt eben an unserer Performance. Sonntags sind wir oft stark - meistens landen wir auf dem Podium und holen viele Punkte. So wollen wir das auch morgen machen. Bei unseren Longruns am Freitag konnte man aber sehen, dass unser Renntempo nicht besonders gut ist."

Auch in Reihe vier finden sich zwei Ferrari-Motoren, und zwar im Heck der Sauber-Boliden von Nico Hülkenberg (8./+1,035) und Esteban Gutierrez (9./+1,203), die Saubers beste Qualifying-Performance der Saison ablieferten. Hülkenberg und Gutierrez hatten für Q3 zwar nur noch einen Satz frischer Supersoft-Reifen übrig, ließen mit diesem aber immerhin den farblosen Mitfavoriten Kimi Räikkönen (10./Lotus/+1,620) hinter sich.

Das McLaren-Duo Perez/Button scheiterte bereits in Q2, ebenso wie Adrian Sutil (Force India), der als 14. aber zumindest im teaminternen Stallduell die Nase um 0,287 Sekunden vorne hatte. Auch die beiden Toro-Rosso-Junioren mussten in Q2 die Segel streichen. Williams ging sogar schon in Q1 doppelt k.o. - neuer Frontflügel hin oder her. "Bedauernswert" findet das Experte Surer: "Die machen wirklich keine Fortschritte."

Surer rechnet mit starkem Vettel-Renntempo

Was den Kampf um den Sieg angeht, prophezeit der ehemalige Formel-1-Pilot morgen neuerlich eine Vettel-Vormachtstellung: "Er ist auf der Geraden schnell. Das ist neu für Red Bull, und somit ist er auch schwierig zu überholen", glaubt Surer. Marko nickt zustimmend: "Unsere Longruns waren gut." Aber Hamilton hat noch nicht aufgegeben: "Ich schaue nach vorne. Ich hoffe wirklich, dass wir morgen in der Lage sein werden, mit ihnen zu kämpfen."

Ganz hinten kämpft Williams-Pilot Pastor Maldonado, 2012 immerhin noch Grand-Prix-Sieger, plötzlich weniger als neun Zehntelsekunden vor Charles Pic (Caterham). "Ich hatte Verkehr", seufzt der Venezolaner, "aber ich spürte auch nicht den Biss der Reifen. Genau wie gestern war das Auto ziemlich unruhig." Übrigens: Gegen Pic läuft derzeit eine FIA-Untersuchung wegen Blockierens von Paul di Resta (15./Force India) in Q1.

Fotoquelle: xpbimages.com

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