Hans-Joachim Stuck macht sich seine Gedanken über Sebastian Vettel

Formel 1 2013

— 05.10.2013

Stuck über Vettel: "Bodenständig, aber unüberlegt"

"Strietzel" sieht in den Pfiffen gegen den dominanten Red-Bull-Star einen Beweis für seine sensible Seite, wünscht sich aber mehr Bedacht bei seinen Äußerungen



Hans-Joachim Stuck ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn er nach seiner Meinung gefragt wird. Es ließe sich also annehmen, dass er den viel zitierten "Eier-in-den-Pool"-Spruch Sebastian Vettels als netten Ausbruch aus dem PR-Korsett der modernen Formel 1 goutiert. Doch die Rennfahrerlegende ist anderer Meinung und wundert sich im Gespräch mit der 'Abendzeitung' über die skurille Äußerung: "Ich weiß auch nicht, was ihn da geritten hat", rätselt Stuck.

Was dem 62-Jährigen nicht gefällt ist die Tatsache, dass der Red-Bull-Star unbedacht gegen andere Fahrer schießt, indem er ihnen unterstellt, dass sie sich auf die faule Haut legen würden: "Man sollte sich schon überlegen, was man sagt. Vor allem, wenn es gegen Kollegen geht", so Stuck weiter. Dass Nico Rosberg seinen Landsmann deshalb als "abgehoben" bezeichnete, geht ihm wegen einer einzelnen Kontoverse aber zu weit. "Ich finde, Sebastian ist immer noch ein bodenständiger Mensch."

Und als solcher - da ist sich der frühere Formel-1-Pilot und heutige Volkswagen-Repräsentant sicher - lässt Vettel auch die Buhrufe und Pfiffe, die ihn auf das Podium in Singapur begleiteten, an sich heran: "Das steckt er sehr professionell weg. Aber es belastet ihn schon, das ist auch gut so", überlegt Stuck und findet an der Sache auch etwas Positives: "Das zeigt, dass er ein Mensch ist und kein Rennroboter." Nach außen hin sei Vettel sonst ein erfolgreicher Mensch, der seine Schwächen verberge.

Einen Wechsel zu einem anderen Team wie der Mythosmarke Ferrari braucht es aus Stucks Sicht nicht, um der Formel-1-Welt endgültig vor Augen zu führen, welches Talent in ihm Vettel schlummert: "Blödsinn", kommentiert "Strietzel" solche Überlegungen, wie sie im Fahrerlager kursieren und fragt sich: "Warum sollte sich Sebastian das Leben unnötig schwierig machen? Er ist froh, dass er im Red Bull sitzt und das Auto im Griff hat. Er braucht nichts mehr zu beweisen."

Fotoquelle: Volkswagen

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