Taki Inoue sieht sich selbst als den schlechtesten Fahrer der Geschichte

Formel 1 2013

— 09.10.2013

"Ganz sicher der schlechteste Formel-1-Fahrer aller Zeiten"

Taki Inoue dürfte eingefleischten Formel-1-Fans noch ein Begriff sein: Mitte der Neunziger sorgte er unfreiwillig für zwei besonders bizarre Formel-1-Momente



Es hat bereits viele Fahrer in der Formel 1 gegeben, für die sich die Herausforderung im Nachhinein als zu groß erwies. Einer gibt das aber offen und gern zu und bezeichnet sich selbst als den wohl schlechtesten Piloten aller Zeiten: Taki Inoue. Der Japaner hatte sich in den Jahren 1994 und 1995 für insgesamt 18 Rennen eingekauft und zeigte tatsächlich unterirdische Leistungen im Vergleich zu allen anderen. Wie schlecht der mittlerweile 50-Jährige wirklich war, spielt aber eigentlich keine Rolle mehr - in Vergessenheit wird er ohnehin nicht geraten.

Dafür werden neben etlichen Unfällen, Drehern und Verbremsern vor allem zwei äußerst skurrile Szenen aus der Saison 1995 sorgen. Der erste Vorfall spielte sich nach Ende der Trainingssession am Samstag in Monaco ab. Inoue hatte sich gedreht und den Motor abgewürgt. Während er von einem Bergungsfahrzeug in die Boxengasse geschleppt wurde, kam von hinten plötzlich das Safety-Car angeschossen, in dem Rallye-Fahrer Jean Ragnotti Demonstrationsrunden drehte, und rammte das Gefährt. Inoues Wagen, in dem der Japaner immer noch saß, überschlug sich durch die Wucht des Aufpralls und landete auf dem Dach. Der Footwork-Pilot zog sich eine leichte Gehirnerschütterung zu, vermutlich weil er nicht angeschnallt war. Glücklicherweise hatte er seinen Helm noch auf...

Die zweite bizarre Szene spielte sich nur einige Wochen später beim Großen Preis von Ungarn ab und war live im Fernsehen zu sehen, weshalb sie vielen Fans noch heute präsent ist. Inoue rollte mit einem Motorschaden am Streckenrand aus und verließ sein Auto. Er ging zu der Leitplanke seitlich des kleinen Grünstreifens, auf dem er geparkt hatte, und griff sich einen Feuerlöscher, um sein Auto zu löschen. Doch als er sich wieder zu seinem Footwork FA 16 umdrehte, krachte es - erneut hatte das Safety-Car den Unglücksraben erwischt. Inoue ging zu Boden, zog sich eine leichte Verletzung am Bein zu.

Doch auch abgesehen von diesen Ereignissen, die eher mit Pech als mit Unvermögen zu tun hatten, besteht Inoue darauf, dass keiner schlechter als er war: "Es ist einfach wahr. Ich ging nur 18 Mal an den Start und konnte keinen einzigen Punkt einfahren", erinnert er sich gegenüber 'Redbull.com'. "In der Qualifikation lag ich zudem immer weit hinter meinem Teamkollegen zurück, etwa zwei bis fünf Sekunden. Während meiner gesamten Formel-1-Karriere habe ich nie einen der anderen Wagen überholt. Ich glaube, ich bin ganz sicher einer der schlechtesten Formel-1-Fahrer aller Zeiten."

Der Rennfahrer aus Kobe habe vor seinem Debüt in der Königsklasse im Jahr 1994 nicht einmal gewusst, was ein Boxenstopp ist: "Das stimmt. Zu der damaligen Zeit gab es nur in der Formel 1 Boxenstopps. Wie sollte ich also vor meiner Zeit in der Formel 1 gewusst haben, was ein Boxenstopp ist?" Wenn Inoue an seine Zeit in der höchsten Motorsportdisziplin zurückdenkt, klingt das ebenfalls anders als bei manch anderem Piloten, der seinen Traum endlich erreicht hat. Sein erstes Rennen etwa sei ein absolutes Desaster gewesen, "ich kann mich nicht einmal an das gesamte Rennen erinnern."

Seine schönste Erinnerung ist noch bizarrer: "Es fiel mir schwer, das Team pünktlich zu bezahlen. Andererseits ist das eine schreckliche Erinnerung." Inoue hatte sich 1995 durch Sponsorengelder japanischer Unternehmen in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen US-Dollar bei dem britischen Team Footwork eingekauft. Wie durch ein Wunder zog sich vor der Saison 1996 einer der Sponsoren kurzfristig zurück, obwohl eigentlich bereits ein 3-Millionen-Dollar-Vertrag mit Minardi ausgehandelt war. So verließ Inoue die große Bühne der Formel 1 wieder und fiel künftig in der japanischen GT-Meisterschaft durch schwache Leistungen auf.

Fotoquelle: xpbimages.com

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