Beim ersten Boxenstopp sollte für eine gute Strategie alles funktionieren

Formel 1 2013

— 16.10.2013

Courtenay: "Der größte Druck herrscht beim ersten Stopp"

Der Strategie-Guru des Weltmeisterteams Red Bull, Will Courtenay, gibt Einblicke in seinen Arbeitsalltag und spricht über diverse Stressmomente für das Team



Will Courtenay ist bei Red Bull verantwortlich für die Rennstrategie. Aus seiner Sicht läuft ein Rennwochenende jedoch in anderen Zyklen ab als bei vielen anderen im Team. Von außen erscheint es oft so, als würde der gesamte Stress eines Wochenendes am Rennstart zusammenlaufen, Courtenay erklärt aber, dass die wirklich intensiven Druckmomente die verschiedenen Teammitglieder auch zu verschiedenen Zeitpunkten treffen.

Für ihn persönlich kommt es zu diesem Augenblick meist nach etwa einem Renndrittel: "Es hängt sehr vieles vom ersten Boxenstopp ab. Wenn du den gut hinbekommst und die Jungs richtig reinholst, dann läuft das Rennen anschließend hoffentlich relativ unkompliziert ab", beschreibt Courtenay seinen Druckpunkt. Wenn er jedoch eine falsche Entscheidung treffe oder etwas beim Stopp schieflaufe, bedeute das strategische Kompromisse für den Rest des Rennens, was nicht wirklich angenehm sei.

Dass alles reibungslos über die Bühne geht, sei gar nicht so einfach, wie es möglicherweise im Fernsehen rüberkommt. Zu viele Dinge müssen bedacht werden und stellen sich als potenzielle Fehlerquellen dar: "Es läuft einfach eine ganze Menge; da sind sehr viele Variablen, die du bedenken musst: Wie das Auto läuft, die Reifensituation, deine Streckenposition, den Verkehr und so weiter." Zudem könne es vorkommen - wie etwa beim Großen Preis von Japan -, dass beide Piloten komplett unterschiedliche Rennen haben, und einer im Verkehr feststeckt, während der andere gut vorankommt.

Die Strategie im Rennen ist offensichtlich ein komplexer Prozess, der bereits im Vorfeld viele Phasen interner Kommunikation durchlaufen muss: "Wenn ich meine Analysen vor mir liegen habe, dann spreche ich mit den Jungs in Milton Keynes (Standort des Red-Bull-Werks; Anm. d. Red.). Die füttern mich mit Daten und darauf baue ich die Strategie auf. Dann geben wir unsere Empfehlung ab und hoffen, dass Christian (Horner) und Adrian (Newey; Anm. d. Red.) sie absegnen." Anschließend werden dann die Ingenieure genauestens von den Plänen unterrichtet.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die Taktik für ein Rennen bereits frühzeitig in Stein gemeißelt wird: "Strategie durchläuft eine Evolution. Wir beginnen mit den Vorbereitungen bereits, bevor wir in das jeweilige Land reisen. Dann gibt es weitere Updates nach den Trainingssessions am Freitag und erneut nach dem Qualifying am Samstag." Der Abend vor dem Rennen sei für Courtenay demnach deutlich arbeitsreicher als für die meisten anderen im Team - ein intensiver Druckpunkt sei er aber trotzdem nicht: "Der wirkliche Knackpunkt ist der erste Stopp am Sonntag."

Fotoquelle: xpbimages.com

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