Maldonado sieht sich zu Höherem berufen, Massa könnte die Lücke füllen

Formel 1 2013

— 18.10.2013

Maldonado bereitet Williams-Abschied vor, Massa lauert

Weil Pastor Maldonado bei besseren Teams wie Lotus eine Chance sieht, verhandelt Williams mit seinem Ölsponsor über die Auflösung des Deals - Massa will einspringen



Pastor Maldonado hat die Nase voll von Williams. Er will nicht gegen Nachwuchspiloten wie seinen Teamkollegen Valtteri Bottas kämpfen, sondern gegen die absoluten Topstars. So wie im Vorjahr, als Williams die Sensation lieferte und der Venezolaner regelmäßig im Vorderfeld zu finden war, in Barcelona sogar triumphierte. "Er fühlt sich seit seinem Sieg vergangenes Jahr in Barcelona zu Höherem geboren", wird ein nicht namentlich genanntes Teammitglied von 'auto motor und sport' zitiert.

Da spielt es auch keine Rolle, dass der ehemalige GP2-Champion im Vorjahr zahlreiche Gelegenheiten, ein gutes Ergebnis einzufahren, durch kapitale Eigenfehler ausließ und nach wie vor Anweisungen seines Renningenieurs via Boxenfunk, die Rennen taktischer anzulegen, ignoriert. Denn Maldonados Hauptargument sind die 30 Millionen Euro, mit denen der staatliche Ölkonzern PDVSA seine Formel-1-Karriere finanziert. Geld, das auch andere Teams gut gebrauchen könnten.

Maldonado hofft, dass Lotus-Investoreneinstieg platzt

Maldonados Wunschteam ist Lotus. Kein Wunder - die Truppe aus Enstone hat große finanzielle Schwierigkeiten und nach dem Abgang von Kimi Räikkönen ein freies Cockpit zur Verfügung, außerdem ist man ein Siegkandidat. Fahrerisch kann der Mann aus Maracay nicht mit seinem Rivalen um das Cockpit, Nico Hülkenberg, mithalten, doch der Emmericher hat keine Mitgift und ist davon abhängig, dass die früher als Infinity bekannte Quantum-Gruppe, hinter der sich der Sultan von Brunei verbirgt, bei Lotus einsteigt.

Eigentlich hätte alles bereits gestern unter Dach und Fach sein sollen, doch die Bestätigung lässt nach wie vor auf sich warten. "Sie sagen ständig, dass sie einsteigen, aber nichts passiert", wird eine Lotus-Quelle von 'O Estado de S. Paulo' zitiert. Mit jedem Tag steigen also Maldonados Chancen, der seinen Frust inzwischen offen zur Schau trägt und klarmacht, dass er die Geduld mit Williams verloren hat: "So will ich nicht in der Formel 1 sein, da sitze ich lieber zu Hause."

Williams und PDVSA verhandeln über Vertragsauflösung

Sollte es mit Lotus nicht klappen, gäbe es mit Force India und Sauber weitere Optionen für den Williams-Piloten - auch dort könnte man seine Ölmillionen gut gebrauchen. Davor müsste PDVSA aber erst den bis 2015 laufenden Deal mit dem Traditionsteam aus Grove auflösen - und der ist bombensicher. Williams verlangt daher eine ordentliche Abfindung. Laut 'auto motor und sport' reiste die stellvertretende Williams-Teamchefin Claire Williams kürzlich bereits nach Caracas zu Gesprächen mit den PDVSA-Verantwortlichen, um diesbezüglich eine Einigung zu erzielen. Auch Maldonados Vertrag läuft übrigens bis 2015 - die beiden Deals sind allerdings separat.

Wenn der 28-Jährige tatsächlich geht, dann wird neben Bottas ein Platz frei. Felipe Massa befindet sich längst in Lauerstellung - er könnte in die Fußstapfen seines Landsmannes Rubens Barrichello treten, der Williams im Karriereherbst ebenfalls als Rettungsanker nutzte. Der Vorteil des Ferrari-Piloten: Er würde rund acht Millionen Euro von Brasiliens Mineralölkonzern Petrobras nach Grove bringen und damit das durch den Maldonado-Abgang entstehende Loch zumindest teilweise stopfen.

Massa und van der Garde spitzen auf Maldonado-Cockpit

Sein Manager Nicolas Todt macht gegenüber 'O Estado de S.Paulo' kein Geheimnis daraus, dass man zu Williams will: "Pastor hat dort dieses Jahr Schwierigkeiten, aber nächstes Jahr wäre Williams eine exzellente Gelegenheit für Felipe. Sie haben ein Auto gebaut, das nicht für Punkte gut ist, müssen jetzt also reagieren und engagieren neue Leute."

Aus diesem Grund hat Williams den gut vernetzten österreichischen Ex-Formel-1-Piloten Alex Wurz als Headhunter engagiert - er hat bereits den Deal mit Neo-Technikchef Pat Symonds eingefädelt, weitere Neuzugänge sind geplant.

Massa ist aber nicht der einzige Pilot, der sich Hoffnungen auf das Maldonado-Cockpit macht. Laut 'De Telegraaf' spielt der niederländische Geschäftsmann Marcel Boekhoorn mit dem Gedanken, bei Williams einzusteigen und Toto Wolffs 15-Prozent-Anteile am Rennstall zu übernehmen. Er ist Investor beim Modelabel McGregor und Schwiegervater von Caterham-Pilot Giedo van der Garde. Auch für ihn könnte sich also eine Chance ergeben, auch wenn er in Sachen Talent und Erfahrung nicht in Massas Preisklasse mitspielt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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