Die Eau Rouge an anderer Stelle nachzubauen, ist nicht so einfach...

Formel 1 2013

— 23.10.2013

Rennstrecken-Design: Eau Rouge ist und bleibt einzigartig

Warum Passagen wie die Eau Rouge in Spa-Francorchamps beim Bau moderner Rennstrecken nicht mehr möglich sind und was die Strecke in Austin auszeichnet



Beim Gedanken an die klassischen Formel-1-Pisten wie Spa-Francorchamps oder Suzuka schnalzen Fahrer wie Fans gleichermaßen mit der Zunge. Mutpassagen wie die Eau Rouge in Spa oder die Esses sowie die 130R in Suzuka gibt es inzwischen nur noch wenige im Rennkalender der Formel 1.

Dies ist nicht zwingend auf die Streckenarchitekten zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Vorgaben seitens des Automobil-Weltverbands. "Die FIA hat heutzutage bestimmte Regeln festgesetzt, aufgrund derer wir eingeschränkt sind", erklärt Christian Epp vom Architekturbüro Tilke gegenüber 'F1 Fanatic'.

Epp war es, der dem Circuit of The Americas (CoTA) in Austin den letzten Schliff in Sachen Layout verlieh. Diese Aufgabe war alles andere als einfach, wie sich der Tilke-Mitarbeiter erinnert. Austin-Promoter Tavo Hellmund und Co. wollten beim Bau der Grand-Prix-Piste im US-Bundesstaat Texas möglichst viele legendäre Kurvenpassagen anderer Rennstrecken zusammenfügen. "Sie sagten, okay Christian, wir wollen Elemente wie Eau Rouge, Corkscrew, Passagen aus Suzuka, eine Sektion wie Maggotts/Becketts und so weiter."

Austin sticht aus der Masse der Retortenstrecken heraus

Aufgrund der strikten FIA-Vorgaben war es - abgesehen von einer Nachbildung der Maggotts/Becketts-Passage aus Silverstone und einer gespiegelten Variante der langgezogenen Kurvenpassage aus Istanbul mit mehreren Scheitelpunkten - nicht möglich, die Wünsche allumfassend umzusetzen. Gerade beim Gedanken an die Senke von Eau Rouge stießen die Tilke-Designer an ihre Grenzen. "Die Kompressionswerte wären von der FIA nicht abgenommen worden", erklärt Epp.

Zwar gibt es in Austin demzufolge keine der Eau Rouge nachgebildete Passage, dennoch sticht der CoTA aufgrund seines Layouts heraus und holte sich bei der Formel-1-Premiere im November des vergangenen Jahres jede Menge Lob von allen Beteiligten ab.

Epp erklärt, was die etwas außerhalb vom Stadtkern Austins gelegene Piste so besonders macht: "Bei dieser Strecke hatten wir das Glück, dass wir in die Auswahl des Grundstücks einbezogen wurden. Wir konnten uns also ein Gebiet aussuchen, das über natürliche Höhenunterschiede verfügt."

So folgt die der Maggotts/Becketts-Passage aus Silverstone nachgebildete Abfolge der Kurven drei bis sechs in Austin dem natürlichen Verlauf des Geländes. "An dieser Stelle spielt der Verlauf der Strecke mit der Topografie", sagt Epp und bedauert: "Leider finden wir derartige Voraussetzungen nicht überall vor. Bei den meisten Strecken finden wir ein flaches Gebiet vor und müssen das Beste daraus machen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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