Alonso schickt seine Glückwünsche vorzeitig an Vettels Adresse

Formel 1 2013

— 24.10.2013

Rot hisst Weiß: Alonso gratuliert - und geht nach Woking?

Der Spanier gibt sich vor der WM-Entscheidung geschlagen, verspricht aber, in der Zukunft zurückzuschlagen - Marc Surer kann sich vorstellen: als McLaren-Pilot



Allen Rechenspielen zum Trotz: Fernando Alonso hat den WM-Titel 2013 ad acta gelegt. Schon bevor Sebastian Vettel auch mathematisch für Gewissheit gesorgt hat, gratuliert der Ferrari-Star seinem Dauerrivalen zur nächsten Formel-1-Krone in seiner Sammlung: "Es gab einen Fahrer, der besser war in den vergangenen vier Jahren", räumt Alonso im Vorfeld des Indien-Grand-Prix am kommenden Wochenende ein und sagt mit ausgiebigem Stöhnen weiter: "Sie verdienen es und wir gratulieren ihnen."

Für immer und ewig streckt der Spanier allerdings nicht die Waffen und ist einmal mehr bemüht - entgegen jeglicher Wechselgerüchte - die Scuderia sowie seine Verbindung nach Maranello verbal zu stärken: "Ich kann über das Team nur Gutes sagen. Ferrari hat alles für einen guten Start, die Infrastruktur und die Entschlossenheit", blickt Alonso zuversichtlich auf den Beginn der Turbo-Ära 2014. "Hier arbeiten bald neue Namen, denen ich vertraue - so wie James (Technikdirektor Allison, Anm. d. Red.). Die Philosophie stimmt."

Der angesprochene Ex-Lotus-Mann befindet sich nach seiner Rückkehr nach Maranello in einem emotionalen Chaos: "Nach neun Jahren Abwesenheit habe ich gemischte Gefühle. Ich bin aufgeregt, aber auch etwas nostalgisch aufgelegt, schließlich ist es das Team, mit dem ich alle Siege von 2000 bis 2004 teile", erinnert sich Allison an die Ära Schumacher. "Ich sehe so viele Gesichter, die Nachwuchskräfte waren - jetzt sind sie gereift und in Führungspositionen", staunt er und setzt die Entschlossenheit, Ferrari wieder zu Siegen zu führen, an erste Stelle.

Ingenieure in Maranello nicht auf der Höhe

Allison bekräftigt: "Nach neun Jahren erkenne ich, dass sich vieles verändert hat. Das Team ist größer, komplexer, aber der Charakter ist der gleiche. Man spürt es, wenn man durch die Tür kommt: den Hunger, wieder den Titel zu gewinnen." Da geht es Alonso nicht anders. Er gerät ins Schwärmen, wenn es um den Traditionsrennstall geht: "Als ich zu Ferrari kam, wurde ein Traum wahr. Es ist ein fantastisches Team." Der Doppelweltmeister erinnert daran, dass er 2009 mit Renault oft um den Einzug in Q3 bangte.

Da sei Ferrari eine noch verlockendere Perspektive gewesen: "Ich wusste, dass ich die Möglichkeit haben würde, um Titel zu kämpfen - ob es klappt oder nicht." Enttäuscht ist Alonso nicht, weil es ihm bisher nicht gelungen ist, sich den dritten Stern auf den Overall zu nähen. Lieber betont er die Regelmäßigkeit, mit der er bei den Besten dabei war: "In drei Jahren habe ich zweimal bis zum Ende mitgemischt, also war es mehr oder weniger das, was ich erwartet habe."

Nach Meinung von Marc Surer sind die Jungs in Rot gut beraten, auf 2014 zu schielen. Der Schweizer sagt 'Sky' mit Blick auf die restliche Saison und die Favoriten: "Ferrari zähle ich nicht dazu - die Scuderia hat mit der Entwicklung nicht Schritt halten können und den Anschluss verpasst." Den Grund dafür erkennt er in einem permanenten Rückstand der vergangenen Jahre. "Eigentlich kann man es nur auf die Ingenieure schieben", so Surer. Ferrari hätte das Problem jedoch erkannt und mit dem Allison-Transfer die Konsequenzen gezogen.

Alles Quatsch, glaubt Button

Lichtblick ist für seinen Geschmack die fahrerische Klasse des Chefpiloten: "Massa hat kein einziges Rennen gewonnen. Ohne Alonso wäre Ferrari wohl sieglos geblieben." Trotzdem, so Surer weiter, hätte der Spanier "den Glauben an Ferrari verloren". Ein Teamwechsel sei allerdings nicht die zwangsläufige Folge, weil er im Fall von McLaren mit erheblichem Risiko verbunden ist: "Er verlässt ein Team, das alles daran setzt, sich in Zukunft zu verbessern, und geht zu McLaren, die derzeit hinterherfahren." Hinzu käme der anstehende Wechsel des Motorenpartners zu Honda.

"Es wäre logisch betrachtet ein großes Risiko, aber manchmal muss man etwas riskieren, um nach vorne zu kommen", findet Surer und kennt ein prominentes Vorbild für diese These: "Lewis Hamilton. Er hat vergangene Saison mit McLaren ein Siegerauto verlassen, um zu Mercedes zu gehen. Da haben auch viele den Kopf geschüttelt, aber letztlich hat er alles richtig gemacht." Ein gewohnt cooler Jenson Button scheint sich nicht auf einen neuen Teamkollegen einzustellen: "Nun ja, er hat einen Vertrag mit Ferrari. Es wird nicht passieren, also ist es sinnlos, das zu besprechen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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