Sensation oder Rohrkrepierer? Die neue V6-Motorengeneration soll begeistern

Formel 1 2013

— 30.10.2013

Formel-1-Sound 2014:"Tonband ist nicht repräsentativ"

Wie hört sich die neue Generation der Formel-1-Motoren an und wie wichtig ist es den Herstellern, auch mit V6-Turbos für eine gute Geräuschkulisse zu sorgen?



Neue Saison, neue Regeln. Die große Frage aber ist: Wie hört sich die Formel 1 ab 2014 an? Das liegt vor allem den Fans am Herzen, die eine gewisse Soundkulisse gewöhnt haben. Doch bleibt eben diese auch in der neuen V6-Turboära erhalten? Darauf hoffen zumindest die Teamchefs der Formel 1. Denn für sie steht fest: Der Lärm eines Formel-1-Autos ist ein zentraler Bestandteil des Erlebnisses.

"Wenn die Leute zum ersten Mal einen Grand Prix besuchen, dann ist es der Lärm, der am meisten heraussticht", sagt Christian Horner von Red Bull. Er erklärt: "Geräusch bedeutet Geschwindigkeit, das wiederum sorgt für Spannung. Es ist absolut entscheidend. dass wir dieses Element nicht verlieren. Das Geräusch eines Formel-1-Fahrzeugs ist schließlich ein Teil der Formel-1-DNA."

Diese gelte es zu bewahren, meint der Brite. Was offenbar auch sein Landsmann, Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, so sieht. "Ich habe an vielen Treffen teilgenommen, in denen Bernie darauf bestanden hat, dass beim Sound keine Kompromisse gemacht werden dürfen. Ich gehe daher davon aus, dass auch keine Kompromisse gemacht werden", meint Vijay Mallya, Teamchef von Force India.

Motorsound aus der Dose ist kein Vergleich

Noch wissen aber nur die Motoreningenieure der Hersteller genau, wie sich die V6-Turbos wirklich anhören. "Ich selbst habe die Motoren bisher nur im Internet gehört, mehr nicht", sagt Horner. Sein Teamchef-Kollege Ross Brawn will daraus keine voreiligen Schlüsse ziehen. "Ich denke, wir müssen die Autos erst einmal auf der Strecke erleben. Eine Aufnahme vom Prüfstand ist nicht repräsentativ."

"Wenn du dir ein Tonband von einem V8-Motor auf dem Prüfstand anhörst, dann klingt das überhaupt nicht wie später im Auto. Ich meine daher, wir sollten einfach abwarten", so Brawn. Er könne sich auf jeden Fall noch gut an die Turboära der 1980er-Jahre erinnern. "Das war sehr aufregend", meint er. Auch Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali gerät angesichts der Motorenhistorie ins Schwärmen.

Der Italiener hat allerdings ein anderes Lieblingsaggregat: "Der V12 war ein großartiger Motor für Ferrari mit fantastischen Drehzahlen und einer hohen Frequenz." Man werde sich aber in jedem Fall an die neuen Triebwerke gewöhnen. "Wir haben uns ja auch vom V12 verabschiedet. Dann kamen die V10- und dann die V8-Motoren. Künftig werden es halt V6-Turbomotoren sein", meint Domenicali.

Es gibt kein Zurück mehr

"Der Sound", so der Italiener weiter, "ist natürlich sehr wichtig, kein Zweifel." Die Soundkulisse an sich unterliege aber lediglich dem Feintuning, wenngleich sie "von grundlegender Bedeutung" für die Show der Formel 1 sei. "Vor allem für die Leute an der Rennstrecke, denn zuhause am Fernseher fühlt man es leider nicht besonders gut", sagt Domenicali. Der Wechsel, das meint Eric Boullier, sei aber richtig.

"Es ist notwendig, nach vorn zu schauen und neue Technologien ins Auge zu fassen. Wir müssen uns der Technologie anschließen, die in unseren Straßenwagen verbaut ist. Das ist sehr spannend für den Sport", hält der Lotus-Teamchef fest. Die neuen Motoren seien eben "anders". Was für Brawn keine Rolle spielt: "Das ist das neue Motorenkonzept und damit müssen wir jetzt auskommen", sagt er.

"Irgendwann muss dieser Übergang erfolgen. Wir vollziehen diesen Schritt nun. Es gibt kein Zurück", erklärt Brawn und merkt an: "Für die Fans wird es sicher sehr spannend, wenn die Autos auf die Strecke gehen." Bis dahin ist Abwarten angesagt, meint Horner. "Wir sollten uns mit Urteilen bis dahin zurückhalten. Nur die Zeit kann zeigen, ob der Lärm das wiedergibt, was diesen Sport ausmacht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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