Die Konkurrenten tappen im Dunkeln, wenn es um Red Bulls Erfolgsgeheimnis geht

Formel 1 2013

— 30.10.2013

RB9 besteht 300-Grad-Test: Verbrannte Finger für Skeptiker

Einen illegalen Verstellmechanismus der Unterboden-Kufe, wie ihn Ex-Konstrukteur Gary Anderson gewittert hatte, gibt es nicht - Das hat die FIA in Indien überprüft



Red Bulls aktuelles Modell RB9 scheint seit dem Belgien-Grand-Prix eine Wunderwaffe. Aber ist es auch legal? Einen Vorwurf hat die FIA nach Informationen von 'auto motor und sport' am Rande des Indien-Grand-Prix' aus der Welt geräumt. Beim Erhitzen der vorderen Unterboden-Kufe des Autos auf 300 Grad Celsius zeigte sich keine Verformung des Bauteils - damit war die Theorie des 'BBC'-Technikexperten Gary Anderson widerlegt, der eine Verstellung über Reibungshitze vermutet hatte.

Dabei klang die Überlegung des Briten plausibel: Weil Red Bull zugunsten von mehr Abtrieb den Wagen stärker anstellen - also an der Front niedriger und am Heck höher zu positionieren - will, schleift die vordere Kufe praktisch permanent auf dem Asphalt. Bei Mercedes ist das wohl auch der Fall. Allerdings bleibt fraglich, ob das Ganze förderlich für die Haltbarkeit des Wagens, wenn nicht sogar kontraproduktiv ist. Deshalb hatte die Konkurrenz bereits eine Feder in dem "Tea Tray" oder "Bip" genannten Bauteil gewittert.

Allerdings wurde die bei keiner FIA-Inspektion entdeckt. Anderson, früherer Chefingenieur bei Jordan und Stewart, hatte vermutet, dass über ein temperaturempfindliches Material doch eine Verstellung erfolgt. Diese wäre genau die wie die Feder illegal, weil das aktuelle Formel-1-Reglement einen flachen und nicht-justierbaren Unterboden fordert. Hätte sich die Kufe also beim FIA-Test weggebogen, hätte der RB9 auf den Index gehört. Doch wie schon Giancarlo Minardis Traktionskontrollen-Theorie gehört auch diese ins Reich der Fabeln.

Fotoquelle: Red Bull

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