Nico Hülkenberg: Bei Williams wurde 2010 scharf geschossen

Formel 1 2013

— 03.11.2013

Williams und Hülkenberg: Kein Weg zurück

Im Ringen um die Fortsetzung seiner Formel-1-Karriere ist für Nico Hülkenberg eine Rückkehr zu Williams keine Option: Narben - Williams druckst herum



Wie schon im Winter 2010 hängt die Formel-1-Karriere von Nico Hülkenberg vom weiteren Weg seines Konkurrenten Pastor Maldonado ab. Der Deutsche möchte gern zu Lotus wechseln, aber dort sind die finanziellen Nöte dermaßen groß, sodass man sich womöglich gegen das Talent des Hülkenberg und für den großen PDVSA-Geldkoffer des Venezolaners entscheiden wird. Der Emmericher droht - trotz sportlich herausragender Leistungen - durch den Rost zu fallen.

Alles schon einmal erlebt: Ende 2010 setzte sich Hülkenberg in Diensten von Williams unter anderem mit einer Pole-Position in Brasilien bärenstark in Szene. Was hat es ihm genutzt? Nichts. Nach vielen warmen Worten und Bekundungen aus dem Lager des Traditionsteams aus Grove stand Hülkenberg plötzlich auf der Straße. Der venezolanische Staatskonzern PDVSA hatte Landsmann Pastor Maldonado mal eben mit 30 Millionen Dollar die Eintrittskarte zur Formel 1 spendiert - und den Deutschen damit herausgeboxt.

Sollte Maldonado tatsächlich den Platz bei Lotus wegschnappen, dann wäre bei Williams ein Platz frei. Ein Cockpit in einem Team, das für Hülkenberg jedoch keine Option darstellt. "Es war eine schlechte Erfahrung, wie das damals ablief", erinnert sich der "Hülk" an das Ende seines damaligen Williams-Engagements. "Ich habe kein Trauma davongetragen, aber einige Narben sind schon geblieben", berichtet der 26-Jährige im Interview mit 'Formula1.com'.

Abschied Ende 2010: Narben sind geblieben

"So etwas hat man im Hinterkopf. Man ist halt vorsichtig, wenn einem mal direkt ins Gesicht gelogen wurde. Es ist schwierig, da wieder das nötige Vertrauen aufzubauen", erklärt Hülkenberg seine Situation. Das britische Team hatte den Deutschen damals konsequent aufgebaut. Es gab Testeinsätze in der Saison 2009, ein umfassendes Praktikum in allen Abteilungen des Teams und schließlich den Aufstieg ins Renncockpit ein Jahr später. Es sollte eine langfristige Partnerschaft werden. Die Scheidung folgte jedoch schon kurz nach Verlassen des Standesamtes.

"Das war vor meiner Zeit. Das war, als Adam Parr in der Verantwortung stand. Die genauen Umstände von damals kenne ich gar nicht so genau", will die stellvertretende Teamchefin Claire Williams nicht allzu viel von den Vorgängen am Ende des Jahres 2010 wissen. Die Britin umschifft das Thema im Interview mit 'Motorsport-Total.com' mit sichtbarer Not. Der Tochter von Teamgründer Frank Williams ist klar, dass Hülkenberg eine Topverpflichtung wäre - wenn es eben nicht den Rauswurf gegeben hätte.

"Ohne Frage haben wir Nico als netten Kerl und tollen Fahrer kennengelernt. Leider konnte er kein weiteres Jahr bei uns bleiben. So ist das eben manchmal in der Formel 1", bittet Claire Williams um Verständnis für die damaligen Abläufe. "Ob er für uns nun eine Option ist, kann ich jetzt nicht sagen. Sagen kann ich aber, dass er ein toller Typ ist, der auf jeden Fall in der Formel 1 bleiben sollte. Er hat außerordentliches Talent." Eine Interessenbekundung hört sich definitiv anders an.

Sicher ist offenbar, dass Maldonado das Team aus Grove am Ende des Jahres verlassen wird. Williams schaut sich nach Kandidaten um. Vor allem der Name Felipe Massa fällt immer wieder. "Wir machen Fortschritte. Am liebsten würde ich unsere Fahrerpaarung möglichst bald bekanntgeben. Bisher haben wir damit meist bis zum Ende der Saison gewartet. Ich kann jetzt keinen präzisen Termin für eine Verlautbarung nennen", so die Britin vage. Massa wäre nicht nur sportlich, sondern womöglich auch kommerziell interessant. Der Brasilianer könnte die Türen zum langjährigen Williams-Sponsor Petrobras weiter öffnen.

Fotoquelle: Williams

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