Bereits am Start führte Sebastian Vettel die Vorentscheidung im Rennen herbei

Formel 1 2013

— 03.11.2013

Rekordjäger: Vettel dominiert in Abu Dhabi

Sebastian Vettel feiert in Abu Dhabi seinen siebten Grand-Prix-Sieg in Serie - Deutlicher Erfolg vor Mark Webber und Nico Rosberg - Räikkönen schnell weg



Die Saison 2013 ist für Sebastian Vettel auch nach Absicherung des vierten WM-Titels noch nicht abgeschlossen, denn es gibt ja noch weitere Erfolge zu feiern. Unter diesem Motto ist der Red-Bull-Pilot beim Grand Prix in Abu Dhabi angetreten - und in entsprechender Manier hat er dieses Rennen dominant gewonnen. Auf dem Weg zum siebten Grand-Prix-Sieg in Folge geriet der Champion nie ernsthaft in Gefahr. Teamkollege Mark Webber und Mercedes-Pilot Nico Rosberg hatten auf den weiteren Podestplätzen riesigen Rückstand.

"Weltmeisterlich", lobte Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinen Schützling nach der Zieldurchfahrt im Funk. Von Vettel kam das übliche "Ich liebe euch alle" zurück - und eine weitere Show für die Fans. "Unglaublich, vielen Dank an die Fans", sagt Vettel, der den Zuschauern ein paar Burnouts präsentierte. "Ich möchte diesen Sieg meinen Eltern widmen, die hier mit an der Strecke sind. Sie haben mir so viel gegeben, ich liebe sie sehr!" Vettel wird gemeinsam mit Freundin, Familie und Team am Abend in Abu Dhabi eine weitere Party feiern.

Die Grundlage zu einer weiteren dominanten Fahrt legte Vettel beim Start. Polemann Mark Webber erwischte einen seiner mäßigen Starts, nicht nur Vettel, sondern auch der gut aus den Puschen gekommene Mercedes-Pilot Rosberg konnte am Australier vorbeifahren. In einem engen Duell in der ersten Kurve konnte sich Vettel gegen Rosberg behaupten, anschließend hatte er wieder freie Fahrt. Weil Mercedes das Tempo nicht mitgehen konnte, tat sich sofort eine Lücke auf.

Vettel nicht zu bremsen

Auch Hinweise von Renningenieur Guillaume Rocquelin ("Mach mal langsamer und achte auf deine Reifen!") konnten den viermaligen Weltmeister nicht bremsen. Er markierte im ersten Stint konstant Rundenzeiten im Bereich von 1:46 Minuten, die Konkurrenz war meist über eine Sekunde langsamer. Konsequenz: Vettel konnte das Tempo kontrollieren, nach Lust und Laune zwischenzeitlich attackieren und die Führung in jeder einzelnen Runde behaupten - auch nach seinen Stopps.

"Ich habe eine Traktionskontrolle im Schuh", scherzt Vettel auf die Frage nach seinem Geheimnis, wie er Tempo mit Reifen schonender Fahrt kombinieren könne. Das Geheimnis ist eigentlich keines: Wer freie Fahrt hat, in keinen Zweikämpfen rangelt, der kann halt seine Pneus gut kontrollieren. "Wer soll ihn in dieser Form eigentlich schlagen?", fragt 'Sky'-Experte Marc Surer. Vettel ist auf Rekordjagd. Sieben Siege in Folge - das haben bisher nur Michael Schumacher (2004) und Alberto Ascari (1952/1953) geschafft.

"Mark hat es sofort beim Start verloren", analysiert Surer. "Ich weiß gar nicht, wie das heutzutage mit den zwei Kupplungen immer wieder passieren kann." Webber machte nach dem Rennen mal wieder gute Miene zum mäßig guten Spiel. Schon wieder ist der Traum von einem weiteren Formel-1-Sieg geplatzt. Beinahe wäre es nicht einmal Rang zwei geworden. Doch taktisch brachte Red Bull den Australier immerhin Mitte des Rennens noch einmal an Rosberg vorbei. Er rettete sich mit 2,8 Sekunden Vorsprung vor dem Mercedes ins Ziel.

Webber: Wieder kein Abschiedssieg

"Gute Leistung, Mark", gab es von Horner per Funk auch ein Lob an den scheidenden Vettel-Teamkollegen. Der Australier blieb jedoch stumm. Kein Wunder: Start wieder verpatzt, erneut zwischenzeitliche Probleme mit dem KERS an seinem Auto. "Es ist eine Strecke, auf der ich gern gewonnen hätte, aber das hat er heute getan", erklärt Webber. "Er war da vorn in einer anderen Liga, und ich hatte mit Nico zu kämpfen um Platz zwei." Der künftige Porsche-Le-Mans-Pilot konnte sich gut gegen die Rosberg-Attacken wehren.

"Ich bin zufrieden. Unser Ziel war 'Best of the Rest' zu sein. In einem perfekten Rennen wäre vielleicht Platz zwei möglich gewesen. Schön, dass wir unseren Vorsprung auf Ferrari in der Konstrukteurs-WM ausbauen konnten", sagt der deutsche Silberpfeil-Pilot nach seinem nächsten Podestplatz. Teamkollege Lewis Hamilton kam als Siebter ins Ziel. "Wir haben Probleme mit der Traktion. Das müssen wir jetzt mal ergründen", erklärt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff gegenüber 'Sky'. Seine Mannschaft konnte 21 Zähler holen, die direkte Konkurrenz von Ferrari nur 14.

Auch wenn Felipe Massa (8.) seinen prominenten Teamkollegen Fernando Alonso in der Frühphase des Rennens im Griff hatte, so war es doch der Spanier, der am Ende als Fünfter mehr Punkte einfahren konnte. Bei beiden Ferraris hatte sich während des Rennens zunächst eine Einstoppstrategie angedeutet, doch beide Piloten kamen zweimal herein - Alonso so spät, sodass er den letzten Stint nochmal auf den schnelleren Option-Reifen absolvieren konnte. Der Spanier legte damit nochmal los wie die Feuerwehr.

Alonso mit harten Attacken

Alonso rammte sich direkt nach dem letzten Stopp an der Boxenausfahrt hart an Jean-Eric Vergne (17./Toro Rosso) vorbei und verließ dabei zwischenzeitlich die Strecke. Die große Frage: Hatte der Spanier dadurch einen Vorteil? Alonso drohte eine nachträgliche Bestrafung. Die Rennkommissare werteten die Bilder aus und hörten die Beteiligten: keine Strafe. Alonso bot auch nach diesem haarigen Manöver eine gute Show: er schnappte sich fünf Konkurrenten.

Womöglich hätte der Ex-Champion aus Asturien das gleiche Ergebnis mit einem Boxenhalt weniger realisieren können. Sicher ist dies jedoch nicht, denn - im Gegensatz zur Vorhersage von Pirelli - nur die Force-India-Fahrer zogen die Einstoppstrategie durch. Für Paul di Resta (6.) und Adrian Sutil (10.) funktionierte dies. Der Deutsche machte insgesamt sieben Plätze gut.

Für die Mannschaft von McLaren konnte Sergio Perez als Neunter zwei mickrige Zähler holen. Für die Briten wäre mehr möglich gewesen, denn das Tempo war gut. Jenson Button streifte sich jedoch sofort nach dem Start im dichten Getümmel einen Teil seines Frontflügels ab und fiel wegen des nötigen Tauschs der Nase weiter zurück. Perez steckte im gesamten Rennen im dichten Verkehr und konnte das eigentlich große Potenzial des MP4-28 in Abu Dhabi nie wirklich abrufen.

Räikkönen als Erster am Flughafen

Wie gut Lotus hätte sein können, deutete Romain Grosjean phasenweise an. Der Franzose ging auf Platz vier das Tempo von Webber und Rosberg mit, aber eine Bedrohung stellte er für die beiden Podestbesucher dann doch nicht dar. Immerhin punktete er schon wieder - was seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen nicht gelang. Der Finne, der als Letzter starten musste, geriet schon beim Start unglücklich mit einem Caterham aneinander.

"Es war keine harte Berührung, aber der Winkel war unglücklich. Dabei ist die Spurstange gebrochen", fasst der "Iceman" nach seinem schnellen Aus zusammen. Es war sein erster Ausfall in der ersten Rennrunde seit 2006. Entsprechend genervt war der Finne anschließend. Noch während des Rennens stieg er in Badelatschen in seinen Mietwagen und verließ die Strecke. Räikkönen fuhr am Sonntag mehr Kilometer im Leihauto als im Einsatzwagen.

Der große Pechvogel des Tages hieß Nico Hülkenberg. Der Sauber-Pilot, der nach der Strafversetzung von Räikkönen von Rang fünf ins Rennen gestartet war, hielt sich in der ersten Phase mit Mühe und Not auf Rang sechs, aber dann folgte ein schwerer Fehler seiner Mannschaft. Beim Boxenstopp kollidierte Hülkenberg beinahe mit dem Perez-McLaren. "Da muss man auf das Team vertrauen", sagt der "Hülk" nach fälliger Durchfahrtsstrafe und Rang 14. "Aber das Auto war heute ohnehin viel schlechter als zuvor. Es war sehr schwierig."

Nun stehen nur noch zwei weitere Rennen in der Formel-1-Saison 2013 aus: Austin und Sao Paulo. Spannung besteht noch im Kampf um Platz zwei in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Hinter Red Bull (513 Punkte und Weltmeister) rangeln weiterhin Mercedes (334), Ferrari (323) und Lotus (297) um den Rang des ersten Verfolgers. Im hinteren Feld hat Sauber (45) den Anschluss an Force India (77) im Kampf um Platz sechs etwas verloren.

Fotoquelle: xpbimages.com

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