Daniel Ricciardo weiß, dass das Medien-interesse 2014 deutlich wachsen wird

Formel 1 2013

— 04.11.2013

Ricciardo: "Rücksichtslosigkeit kann den Unterschied machen"

Daniel Ricciardo ist der wahrscheinlich fröhlichste Pilot im Paddock - Dennoch weiß er, dass er 2014 gegen Sebastian Vettel mit harten Bandagen kämpfen muss



Daniel Ricciardo freut sich auf die neuen Herausforderungen, die ihn nach dem Saisonfinale in Brasilien erwarten, denn als Nachfolger von Mark Webber wird er im kommenden Jahr an der Seite des Vierfachweltmeisters Sebastian Vettel bei Red Bull fahren. "Ehrlich gesagt freue ich mich wie ein kleines Kind auf das nächste Jahr. Ich bin ziemlich aufgeregt. Und ich werde so schnell fahren, wie ich kann - so viel ist klar", kündigt der Australier gegenüber 'Welt am Sonntag' an.

Die neuen Herausforderungen sieht Ricciardo nicht nur im wachsenden öffentlichen Interesse, sondern vor allem im Zweikampf mit dem neuen Teamkollegen Vettel, von dem er zunächst extrem viel lernen könne. "Außerdem will ich natürlich mithelfen, 2014 den WM-Titel in der Konstrukteursmeisterschaft zu verteidigen." Der 24-Jährige zeigt großen Respekt vor dem, was Champion Vettel Woche für Woche abliefert: "Das werde ich mir genau anschauen und dann versuchen, es so gut wie möglich nachzumachen. Er ist in der Form seines Lebens, ich sehe keine Schwäche bei ihm. Vielleicht sollte ich ihm etwas ins Essen mischen (lacht; Anm. d. Red.)."

Zudem schätzt Ricciardo den Red-Bull-Star aber auch als angenehmen Zeitgenossen: "Ich weiß, dass er ein phänomenaler Fahrer ist, der jeden seiner vier Titel absolut verdient hat. Aber ich habe ihn auch abseits der Strecke kennengelernt und weiß, dass er ein sehr bodenständiger Mensch ist, der sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Wir kennen uns ja auch von der Red-Bull-Akademie und gingen zu der Zeit ein paar Mal gemeinsam essen. Das waren immer sehr angenehme Abende."

Lachen ja, aber echte Freundschaft?

Auch wenn Ricciardo keinerlei Spätfolgen aus Vettels zerrüttetem Verhältnis zu seinem jetzigen Teamkollegen Mark Webber fürchtet, weiß der Australier nicht, ob sich eine echte Freundschaft mit dem Heppenheimer entwickeln könnte - Freundschaft sei eben auch eine Definitionssache: "Würde ich meinen Teamkollegen an Weihnachten zu meiner Familienfeier einladen? Eher nicht. Ich glaube, dass es schwierig ist, mit seinem Teamkollegen befreundet zu sein. Wenn er mir nächstes Jahr den Hintern versohlt, bin ich nicht glücklich über mich selbst. Und gleichzeitig wäre ich dann sauer auf ihn, weil er mir die Schläge verpasst hat."

Dennoch glaubt Ricciardo, dass Vettel und er sich charakterlich ziemlich ähnlich sind: "Er scheint ein lustiger Typ zu sein und ich versuche auch, ein lustiger Typ zu sein, deswegen werden wir bestimmt viel zusammen lachen." Besonders die Arbeitsweise des Weltmeisters weiß Ricciardo zu schätzen: "Er versucht, sein Privatleben, so gut es geht, von der Strecke fernzuhalten. Er kommt hierher, um seine Arbeit zu erledigen und nicht, um seine Familie von den Kameras filmen zu lassen. Manche halten das anders, aber ich sehe es so wie Sebastian. Seine Einstellung gefällt mir."

Red-Bull-Revolution

All das wird im kommenden Jahr allerdings zweitrangig werden, denn Ricciardo macht keinen Hehl daraus, Vettel auf lange Sicht von seinem Thron stoßen zu wollen: "Das ist nichts Persönliches, aber du musst das Team um dich herum aufbauen. Ich muss in einem Top-Team definitiv wissen, was ich will", stellt der Youngster gegenüber 'NBC Sports' klar. So sei der Sport nun einmal: "Du musst versuchen, zumindest gleichwertiges Equipment zu bekommen. Ich komme natürlich mit großem Respekt in dieses Team, aber ich komme auch mit einer Vision, einem Ziel."

Vettel hat nicht zuletzt durch die Stallorderaffäre in Malaysia bewiesen, dass er für den Erfolg alles tut. Diese Rücksichtslosigkeit ist in den Augen Ricciardos von fundamentaler Bedeutung, sofern ein Rennfahrer höhere Ziele erreichen will: "Ja, du brauchst sie, sie kann den Unterschied machen. Sie ist auch in mir. Ich bin vielleicht ein sehr netter Kerl, witzig und was auch immer. Aber ich mag auch Ultimate Fighting und einige andere aggressive Dinge - ich habe auch diese Seite in mir. Ich werde versuchen, das auf der Strecke herauszulassen und nicht zu einem schlechten Menschen zu werden."

Wie es im nächsten Jahr auch kommen mag, Ricciardo freut sich auf die gewaltige Herausforderung: "Ich weiß, dass ich mit Sebastian die beste Referenz habe, die es in der Formel 1 gibt. Ich bin sehr gespannt, wie ich im Vergleich mit ihm abschneiden werde." Nun freut sich der Australier aber zunächst einmal auf sein vorletztes Rennen für Toro Rosso in Austin: "Wir gehen dort recht früh raus (an die Strecke; Anm. d. Red.), deshalb plane ich einen ordentlichen Abend vor dem Grand Prix: ein paar Ribs essen, auf Konzerte gehen und einfach die ganze Stimmung aufsaugen." Das blieb ihm in Abu Dhabi durch die späte Startzeit nämlich leider verwehrt.

Fotoquelle: Toro Rosso

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