Formel-1-Boss Bernie Ecclestone soll unter anderem Eddie Jordan bestochen haben

Formel 1 2013

— 08.11.2013

Prozess: Bestach Ecclestone Jordan, Prost und Walkinshaw?

Bernie Ecclestone wird beim Prozess in London vorgeworfen, 2001 drei Teamchefs bestochen zu haben, damit diese das Concorde-Agreement unterschreiben



Bernie Ecclestone geriet am zweiten Tag des Schadenersatz-Prozesses vor dem Londoner Hchstgericht in Bedrngnis. Der Brite wurde vom Anwalt von Klger Constantin Medien, Philip Marshall, damit konfrontiert, dass er 2001 den ehemaligen Teamchefs Eddie Jordan, Alain Prost und Tom Walkinshaw je zehn Millionen Dollar Schmiergeld bezahlt habe, damit diese das Concorde-Agreement unterschreiben.

Damit will Marshall beweisen, dass Ecclestone nicht abgeneigt sei, Bestechungsgelder zu zahlen - ihm wird vorgeworfen, mit dem ehemaligen BayernLB-Risikovorstand Gerhard Gribkowsky einen Beamten mit 44 Millionen Dollar bestochen zu haben, damit dieser die Formel-1-Rechte seinem bevorzugten Bieter CVC Capital Partners in die Hnde spielt.

Zehn Millionen Dollar fr eine Unterschrift

Die drei Teamchefs "wurden bezahlt, um sicherzustellen, dass ihre Teams unterschreiben, nicht wahr?", setzte der Anwalt Ecclestone unter Druck. Der Formel-1-Boss bejahte. Die Zahlungen wurden ber die Valper-Holding, eine Tochterfirma von Ecclestones Familienstiftung Bambino, gettigt. Ecclestone behauptet, die Familienstiftung befinde sich nicht unter seiner Kontrolle, daher wisse er nicht genau, was mit dem Geld passiert sei und dass dieses vielleicht auch auf den Konten der Teams gelandet sein knnte und damit nicht direkt an die Teamchefs gegangen sei.

"Ich hatte damit nichts zu tun", schob Ecclestone die Verantwortung von sich. "Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ich wei aber, dass die Teams je zehn Millionen Dollar erhielten." Marshall soll Beweise vorgelegt haben, dass die Zahlungen direkt auf die Konten der Teamchefs gegangen seien.

Daraufhin verglich er Ecclestones Philosophie mit der von Luc Argand, ein Schweizer Anwalt und Treuhnder der Bambino-Stiftung, der argumentierte, dass derartige Zahlungen laut Schweizer Recht keine kriminelle Handlung darstellen wrden, solange kein Beamter bestochen werde. Auf die Frage, ob auch Ecclestone dieser Meinung sei, meinte der 83-Jhrige: "Darber muss ich nachdenken. Ich wnschte, ich htte mir das vorher berlegt."

Worum es im Constantin-Prozess geht

Die Mnchner Film- und Fernsehfirma Constantin Medien wirft Ecclestone vor, beim Verkauf von 47 Prozent der Formel-1-Anteile der Bayerischen Landesbank an CVC Capital Partners vor acht Jahren dafr gesorgt zu haben, dass die Anteile unterbewertet wurden. Der Kauf ging fr etwas mehr als 800 Millionen Dollar ber die Bhne - ab einem Wert von 1,1 Milliarden Dollar wren Constantin als ehemaligem Formel-1-Teilhaber zehn Prozent der Verkaufssumme zugestanden. Beim zivilrechtlichen Verfahren in London droht dem Formel-1-Boss keine Gefngnisstrafe.

Anders die Ausgangslage in Mnchen, wo ihm 2014 der Prozess und in Folge dessen eine Gefngnisstrafe drohen. Noch ist nicht fix, ob die Klage der Staatsanwlte gegen Ecclestone wegen angeblicher Anstiftung zur Untreue und Bestechung in besonders schwerem Fall zugelassen wird. Der Ausgang des Falls in London knnte darauf durchaus Einfluss haben.

Fotoquelle: xpbimages.com

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