Lotus-Chefingenieur Alan Permane traut dem E21-Fahrzeug in Austin einiges zu

Formel 1 2013

— 09.11.2013

Permane: "Als Red-Bull-Jäger auftreten"

Lotus-Chefingenieur Alan Permane erklärt im Interview, warum er glaubt, dass der Lotus E21 in Austin gut funktionieren dürfte und erklärt, was den Kurs ausmacht



Lotus reist mit breiter Brust nach Texas. Denn dort will man Sebastian Vettel und Red Bull unbedingt in die Suppe spucken. Das ist zumindest die Hoffnung von Alan Permane, Chefingenieur des britisch-französischen Rennstalls. Der Brite ist nämlich überzeugt davon, dass Lotus mit dem E21 eine sehr schlagkräftige Waffe in seinen Reihen hat, um in Austin für die vorderen Positionen in Frage zu kommen. Und was den Circuit of The Americas genau ausmacht, erklärt Permane im Interview.

Frage: "Alan, was können wir vom Lotus E21 auf dem Kurs in Austin erwarten?"
Alan Permane: "Es gibt keine besonderen Merkmale dieser Strecke, die uns Anlass zur Sorge geben würden. Das Layout des Kurses erinnert in vielerlei Hinsicht an Südkorea. Im ersten Sektor muss bei hoher Geschwindigkeit die Richtung gewechselt werden. Im zweiten Sektor folgt eine lange Gerade. Im dritten und letzten Sektor sind die Geschwindigkeiten geringer und es ist Traktion gefragt. Außerdem treffen wir dort auf eine langgezogene Kurve. Insgesamt ist es eine Strecke, auf der wir ordentlich dastehen sollten."

Frage: "Die Formel 1 war 2012 zum ersten Mal auf dem Circuit of The Americas zu Gast. Was sind die wichtigsten Grundbausteine einer schnellen Runde?"
Permane: "Die Anlage ist wirklich beeindruckend. Vor Kurve eins geht es steil bergauf. Die Kurven zwei, drei und vier gehen voll. Die Autos beschleunigen bis in den siebten Gang, werden etwa 280 km/h schnell. Danach schaltet man zurück in den fünften Gang und durchfährt die Kurven fünf und sechs bei etwa 220 km/h. Zusammen stellt dies nach der ersten Kurve einen sehr schnellen ersten Sektor dar."

"Die Kurven sieben bis zehn stellen die Fahrer dann aber vor keine spezielle Herausforderung. In Kurve elf gibt es aber eine gute Überholmöglichkeit. Diese Ecke ist auch entscheidend, um einen guten Schwung mit auf die lange Gegengerade zu nehmen. Wir rechnen damit, dass die Autos dort etwa 315 km/h erreichen. Vor Kurve zwölf folgt dann eine heftige Bremszone. Die Kurven 13 bis 15 sind langsam, werden im zweiten Gang genommen. Die Kurven 16 bis 18 bilden eine lange Rechtskurve, in der man reichlich Übersteuern bekommt."

"Zwei relativ normale Linkskurven, die Kurven 19 und 20, beschließen die Runde, ehe man wieder auf die Zielgerade einbiegt. Im Unterschied zum vergangenen Jahr haben wir dieses Mal jedoch eine zweite DRS-Zone auf der Zielgeraden, also zwischen den Kurven 20 und eins. Mit etwa 580 Metern ist diese Zone aber vergleichsweise kurz, wenn man die 700 Meter lange Zone der Gegengeraden hernimmt. Die zusätzliche DRS-Einsatzmöglichkeit sollte aber die Überholchancen in der ersten Kurve verbessern."

Wie hat sich der Asphalt entwickelt?

Frage: "2012 ging es beim Setup vor allem darum, genug Grip zu finden. Wird das in diesem Jahr eine ähnliche Herausforderung darstellen?"
Permane: "Im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich Pirelli bei der Reifenzuordnung für eine sehr konservative Herangehensweise entschieden. Wir nutzen bei diesem Rennen nämlich die Mischungen Hard und Medium. Bei unserem ersten Besuch auf dieser Strecke war der Asphalt extrem glatt. Wie man es halt von einer frisch verlegten Oberfläche erwartet. Das bedeutet, es war eine ziemliche Unbekannte für die Reifenleistung."

"Die große Herausforderung war, genug Temperatur in die Reifen zu bringen. Dieses liegt die Unsicherheit eher darin, wie sehr sich der Asphalt in den vergangenen zwölf Monaten verändert hat. Im Prinzip müsste sich nun etwas Asphalt abgetragen haben, sodass die Oberfläche etwas rauer ist. Das sollte wiederum die Reifen etwas mehr strapazieren, womit sich die Probleme beim Aufwärmen der Pneus reduzieren dürften."

"Angesichts des Zeitplans und auch der jahreszeitlich bedingten Witterung in Austin können die Temperaturen morgens noch recht gering sein, im Tagesverlauf und bis in den Nachmittag hinein aber gewaltig ansteigen. Das müssen wir beim Planen der Strategie natürlich in Betracht ziehen. Wir hoffen jedenfalls auf etwas besseres Wetter. Die Vorhersage scheint darauf hinzudeuten."

Frage: "Stellt es das Team vor eine bestimmte Herausforderung, dass die beiden Fahrer an ihren Autos unterschiedliche Radstände nutzen?"
Permane: "Es wäre sicherlich eine größere Herausforderung gewesen, wenn wir die Saison mit unterschiedlichen Chassis-Konfigurationen begonnen hätten, um das Auto und die Reifen kennenzulernen. Zu diesem Zeitpunkt im Jahr sind wir aber viel eher dazu in der Lage, eine solche Herangehensweise zu unterstützen. Wir können unseren Piloten im Qualifying am Samstag und im Rennen am Sonntag genau das bieten, was sie vom Auto brauchen."

Frage: "Was ist drin in Austin?"
Permane: "Nach dem zu urteilen, was wir zuletzt gesehen haben, und angesichts der Daten aus Abu Dhabi gibt es keinen Grund, warum wir nicht als Red-Bull-Jäger auftreten und es mit ihnen aufnehmen könnten."

Fotoquelle: xpbimages.com

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