Viel harte Arbeit und ein bisschen Genie - so lautet Adrian Neweys Erfolgsrezept

Formel 1 2013

— 11.11.2013

Newey: Aha-Erlebnisse unter der Dusche

Laut Adrian Newey sei der Design-Prozess eines Formel-1-Autos vor allem harte Arbeit, manchmal treffe ihn der Geistesblitz aber auch in unerwarteten Situationen



Adrian Newey zählt unumstritten zu den besten Formel-1-Designern der modernen Ära. Nachdem er bereits für Williams und McLaren erfolgreiche Fahrzeuge entworfen hatte, stammten zuletzt die vier Weltmeister-Red-Bull von Sebastian Vettel aus der Feder des Briten. Immer wieder findet Newey Lösungen, mit denen Red Bull der Konkurrenz einen Schritt voraus ist. Dies ist seiner Meinung nach aber nicht in erster Linie das Ergebnis eines besonderen Genies, sonder vor allem zielstrebiger Detailarbeit.

"Es ist zu 95 Prozent harte Arbeit und zu fünf Prozent Inspiration", sagt Newey im Gespräch mit 'Autosport'. Es gehe vor allem darum, die vielen Einzelheiten eines Autos immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und nach möglichen Verbesserungen zu suchen. "Auf der anderen Seite gibt es aber auch Aha-Erlebnisse. Man betrachtet etwas und fühlt sich ein wenig frustriert, weil man das Gefühl hat, es gäbe noch eine bessere Lösung", so Newey.

Wichtig sei dann, nicht zu lange über eine Sache zu grübeln, sondern Abstand von der Arbeit zu gewinnen. "Das Gehirn ist erstaunlich. Diese Probleme sinken ins Unterbewusstsein und verschwinden allmählich", zeigt sich Newey fasziniert. Nach einer mehr oder weniger langen Denkpause habe er dann in völlig unerwarteten Situationen eine Art Eingebung. "Dann machst du etwas völlig anderes - nimmst eine Dusche oder was auch immer - und plötzlich hast du eine Idee, eilst ins Büro und bringst sie zu Papier", berichtet Newey aus eigener Erfahrung.

Ein Beispiel für eine solch zündende Idee sei laut Newey der F-Schacht gewesen, den zu seinem Leidwesen aber nicht er selbst, sondern die Kollegen von McLaren in der Saison 2010 erfanden. "Wir sind nicht darauf gekommen, daher 'Hut ab' vor den Jungs, denen es gelungen hat", zollt der 54-Jährige der Konkurrenz Respekt. Das Grundprinzip, das hinter dem System steckte, welches für einen Strömungsabriss am Heckflügel und somit für einen geringeren Luftwiderstand und damit eine höhere Höchstgeschwindigkeit sorgte, sei durchaus bekannt gewesen, doch dies sei eine cleverer Möglichkeit gewesen, es auszunutzen.

Nachdem Newey das System durchschaut hatte, stand er vor der Herausforderung, es in den RB6 zu integrieren. "Wir mussten in ein Chassis, das bereits homologiert war und nicht mehr verändert werden durfte, einen Lufteinlass und -auslass einbauen. Glücklicherweise waren die Aussparungen für die Kabelbäume groß genug", erinnert sich Newey.

Ob nun beim F-Schacht oder anderen Lösungen: als Designer gerate man laut Newey oft in Versuchung, vermeintlich kreative Ideen zu verfolgen, die sich letztlich als nicht zielführend erweisen. Denn letztlich gebe es nur eine Richtschnur für neue Lösungen. "Wenn sie das Auto nicht schneller machen, sind sie nicht gut", so Newey. Daher seien neben einem beweglichen Gehirn vor allem gute Kenntnisse der Physik und viel Disziplin Grundvoraussetzungen beim Entwurf eines Formel-1-Autos.

Fotoquelle: xpbimages.com

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