Felipe Massa wäre auch gerne an der Seite von Jenson Button gefahren

Formel 1 2013

— 14.11.2013

Massas Roulette: Kontakt auch zu McLaren und Force India

Auch mit McLaren, Lotus und Force India will Felipe Massa gesprochen haben, doch Williams "war die richtige Wahl" - Große Hoffnung auf Veränderung



Alea iacta est - die Würfel sind gefallen. Felipe Massa wird ab der kommenden Saison für Williams an den Start gehen. Nach acht Jahren im Cockpit von Ferrari musste sich der Brasilianer ein neues Zuhause suchen und fand es schließlich in Grove. Zuletzt hatte sich der Wechsel immer weiter abgezeichnet, zuvor war der ehemalige Vizeweltmeister aber durchaus auch bei anderen Teams im Gespräch. So galt der 32-Jährige vor einigen Wochen auch als schärfster Konkurrent von Nico Hülkenberg im Kampf um das Lotus-Cockpit.

"Ich habe mit Lotus gesprochen, das stimmt", bestätigt der Noch-Ferrari-Pilot. Doch die Mannschaft um Eric Boullier sei nicht der einzige Ansprechpartner bei der Suche nach einem neuen Cockpit gewesen: Auch bei Force India und sogar McLaren war Massa vorstellig geworden. "McLaren wäre vielleicht eine starke Wahl gewesen, aber McLaren hat sich für eine andere Richtung entschieden", ergänzt er. Erst vor wenigen Stunden haben die Chrompfeile die Verpflichtung von Eigengewächs Kevin Magnussen bekanntgegeben.

Doch dass sich die sportlich wohl aussichtsreichste Option für ihn nicht erfüllt hat, stört ihn im Nachhinein kein bisschen: "Ich bin mehr davon überzeugt, dass Williams die richtige Wahl war", streut er seinem zukünftigen Arbeitgeber schon einmal Rosen. "Meiner Meinung nach war Williams für mich die zielführendste Wahl und ich glaube wirklich, dass meine Wahl eine sehr gute war."

Stück für Stück zu altem Glanz

Die Entscheidung pro Williams wird für den Brasilianer zu einer neuen Herausforderung. Einerseits ist er an der Seite von Valtteri Bottas zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere der erfahrenere Teamkollege, andererseits wird er diese Erfahrung benötigen, um Williams wieder aus dem Sumpf zu ziehen, in dem das Team in dieser Saison steckt. Denn bisher fährt der Traditionsrennstall die schlechteste Saison der Teamgeschichte.

"Es wird viel Arbeit werden, von diesen schwierigen Zeiten wegzukommen, die Williams gerade durchlebt", weiß auch der Umsteiger. Er soll das große Puzzlestück werden, das Williams bei seinem Umbruch noch fehlt. "Es ist wichtig, die Stücke zusammenzufügen. Ich bin glücklich, dass sich so viele Stückchen im Team ändern, die wieder zusammengesetzt werden sollen", freut sich Massa über so viel Regung im Team. "Ich versuche Williams wieder dorthin zu bringen, wo sie schon lange Zeit waren. Sie sind ein Teil der Geschichte der Formel 1."

Das ist die Aufgabe, die den 189-fachen Grand-Prix-Teilnehmer in Grove erwartet. Und das ist auch die Aufgabe, die er schon mit Sehnsucht erwartet. "Ich freue mich auf diese Herausforderung. Ich bin sehr motiviert. Ich habe Williams viel zu geben", kann er es kaum abwarten, bis er endlich den nachtblauen Overall anziehen darf. Auch für die komplette Formel-1-Welt bewegt sich Massa damit in einem völlig neuen Spektrum. Statt als ewige Nummer zwei wird er nun als Teamleader angesehen: "Massa will beweisen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört", glaubt Experte Marc Surer bei 'Sky'.

Hoffen auf die Regel-Revolution

"Das ist seine ganze Motivation - sich und der Welt zu beweisen: Ich kann auch mit dem Williams schnell sein", sagt der Schweizer. Nach seinen etwas müden Jahren bei Ferrari bietet sich dem Brasilianer bei Williams eine neue Chance und ein neuer Kick. Führt er Williams zum Erfolg, dann kann er allen zeigen, dass ihn sein Unfall 2009 doch nicht vom rechten Weg abgekommen ist, und dass er immer noch mehr als nur ein Handlanger von Fernando Alonso sein kann.

Seine größte Trumpfkarte für diesen Plan heißt dabei: Veränderung. Nicht nur der Ferrari-Pilot wechselt die Fronten, sondern auch das Williams-Team an sich wird kräftig umgekrempelt. "Es sind andere Leute, die am nächstjährigen Auto arbeiten", bestätigt der Brasilianer, dass die Zeiten im hinteren Mittelfeld vorbei sein sollen. Helfen soll dabei auch das neue Reglement, dass dem Team wieder die Chance gibt von null zu beginnen - und auch der neue Motor, in den Massa viel Hoffnung setzt: "Sie werden Mercedes-Motoren haben, worüber ich ziemlich glücklich bin, denn die Leute reden ziemlich gut über Mercedes für nächstes Jahr."

All diese Zutaten lassen ihn bei seiner Wahl für Williams nicht ins Zweifeln geraten. "Ich denke, sie haben alle Möglichkeiten und die Infrastruktur, um einen guten Job zu erledigen", ist er überzeugt. Einzig ein kleines Handicap sieht Massa in seiner Wahl: Er war noch nie in einem britischen Team unterwegs. "Ich muss jetzt ein wenig mehr verstehen, wie so ein britisches Team ist", sagt er und hat schon den ersten Ansatzpunkt: "Vielleicht muss ich Fish&Chips probieren", lacht er. "Ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Sache ist..."

Fotoquelle: xpbimages.com

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