Michael Schumacher wird Kimi Räikkönen nicht für zwei Rennen ersetzen

Formel 1 2013

— 15.11.2013

Couch statt Cockpit: Schumacher "hat das Richtige getan"

Sebastian Vettel und seine Kollegen sind sich einig, dass nur Lotus von einem Kurz-Comeback von Michael Schumacher profitiert hätte - Nur Rosberg traurig



Es hätte die Sensation des Jahres werden können: das zweite Comeback von Michael Schumacher. Bei Lotus hätte der Rekordweltmeister ausgerechnet jenen Fahrer ersetzen können, der einst das Ende seiner ersten Karriere einläutete. Doch statt den Platz von Kimi Räikkönen in Austin und Sao Paulo warmzuhalten, entschied sich "Schumi" lieber dazu, den Platz auf seiner heimischen Couch warmzuhalten.

"Er hat das Richtige getan", lobt Sebastian Vettel die Entscheidung seines guten Freundes. "Die einzigen, die davon profitiert hätten, wären die bei Lotus gewesen." Der Rennstall aus Enstone, der nun auf Heikki Kovalainen zurückgreifen musste, hätte mit dem Deal wohl die ganz große Nummer gezogen, doch ob sich Schumacher einen Gefallen getan hätte, ist eine andere Frage. "Da kann man eigentlich nur verlieren, besonders in diesem Format", kann auch Adrian Sutil die Absage des siebenfachen Weltmeisters verstehen.

Denn ein plötzlicher Einstieg ist alles andere als einfach, wie das Beispiel Jerome d'Ambrosio aus dem vergangenen Jahr zeigt. Der Belgier ersetzte bei Lotus den gesperrten Romain Grosjean für einen Grand Prix in Monza und konnte sich nicht in Szene setzen, obwohl er Testfahrer des Rennstalls war. Schumacher ist hingegen überhaupt kein Formel-1-Auto in diesem Jahr gefahren und müsste sich sicherlich auch erst an die pikante Reifensituation gewöhnen.

Keine Frage des Talents

"Ich hätte ihm auf jeden Fall zugetraut, dass er es gut machen würde - keine Frage", stellt sich Vettel vor seinen Kollegen. "Jetzt aber für zwei Rennen in irgendein Auto zu steigen. Er ist genug Rennen gefahren, um zu wissen, dass das jetzt auch nicht den Bock fett schießt." Der Mehrwert für Schumacher wäre einfach viel zu gering gewesen, zudem steht im Raum, wie Mercedes eine Hilfe für die Konkurrenz im Kampf um den zweiten Konstrukteursrang gefunden hätte.

"Michael Schumacher ist nochmal eine Sache für sich", wirft Sutil ein. "Er ist lange gefahren und braucht das nicht mehr. Er muss sich das nicht mehr antun. Wenn du siebenmaliger Weltmeister bist, dann willst du eine gute Vorbereitung haben, top vorbereitet einsteigen und zeigen, was man kann. Das ist hier nicht gegeben." Ein Davide Valsecchi hätte sich beispielsweise über die große Chance gefreut, doch für Schumacher gab es einfach nichts zu gewinnen.

Rosberg hätte sich gefreut

Schade eigentlich, findet zumindest Nico Rosberg. Der ehemalige Teamkollege bei Mercedes wäre gerne noch einmal gegen seinen alten Stallgefährten angetreten: "Ja, klar", betont der Wiesbadener und glaubt, dass es auch dem 44-Jährigen gefallen hätte: "Es hätte ihm sicher Spaß gemacht!" Dass Schumacher nichts gewinnen könne, hält Rosberg in diesem Fall nämlich für falsch. Er sieht den Spaß als einen der wichtigsten Gründe für ein Comeback: "So gesehen hätte es viel zu gewinnen gegeben", meint der Deutsche.

Er vermisst die Duelle mit dem Rekordweltmeister, auch wenn ihm Lewis Hamilton derzeit mächtig einheizt. Doch Rosberg betont, dass man die beiden Teamkämpfe nicht vergleichen kann: "Es ist ganz anders! Die Herausforderung ist ähnlich, denn beide sind sehr harte Gegner. Aber sonst ist alles anders: wie man mit dem anderen arbeitet, die Stärken und Schwächen. Einer mag Haribo-Bärchen, der andere ist süchtig danach, jeden Tag andere Turnschuhe zu tragen. Alles ist ganz anders."

Auch wenn Lotus Schumacher die Möglichkeit zum Kurz-Comeback gegeben hat, wird Rosberg darauf verzichten müssen, die Formel-1-Strecke mit seinem ehemaligen Stallrivalen zu teilen. So trifft eben sein aktueller Teamkollege Lewis Hamilton auf seinen alten Weggefährten. Bei McLaren fuhr der Brite zwei Jahre zusammen mit Heikki Kovalainen, doch danach haben sich die beiden Piloten höchstens bei Überrundungen getroffen.

Für Lotus bedeutet diese Lösung ein Mittelweg. Dem eigenen dritten Fahrer hat man wegen des Kampfes um Rang zwei bei den Konstrukteuren nicht vertraut. Mit Heikki Kovalainen hat man zumindest einen Fahrer gewinnen können, der reich an Erfahrung ist. Noch gesegneter mit Rennstarts wäre natürlich Michael Schumacher gewesen, doch den Königsweg wollte zumindest einer nicht gehen...

Fotoquelle: xpbimages.com

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