Sebastian Vettel rückte das Kräfteverhältnis am Nachmittag wieder zurecht

Formel 1 2013

— 15.11.2013

Nachmittag in Austin: Red Bull ist wieder da

Red Bull demonstriert wieder einmal Stärke: Sebastian Vettel und Mark Webber in Austin vor Mercedes und Lotus-Neuzugang Heikki Kovalainen



Am chaotischen Morgen im Hintergrund, am sauberen Nachmittag klar an der Spitze: Red Bull hat seine aktuelle Stärke einmal mehr demonstriert. Im zweiten Freien Training zum Großen Preis der USA in Austin markierte Sebastian Vettel in 1:37.305 Minuten die Tagesbestzeit, knapp gefolgt von Teamkollege Mark Webber (2./+ 0,115 Sekunden). Das Weltmeisterteam war nicht nur über eine schnelle Runde besser als die gesamte Konkurrenz, sondern über die Distanz noch viel mehr.

"Es war schon okay", fasst Vettel nach getaner Arbeit am Freitag zusammen. Der Heppenheimer, der in der chaotischen Session am Vormittag nur auf Platz 18 gefahren war, zeigte im zweiten Durchgang das Potenzial des RB9 in Texas. Vettel spulte auf den weicheren Medium-Reifen einen beeindruckenden Longrun ab, Webber zeigte das gleiche auf der härteren Mischung. "Die Reifen werden am Sonntag entscheiden. Man kommt hier wohl mit einem Stopp durch", so der Champion.

Beim Blick auf die Longrun-Zeiten sticht Red Bull als klarer Favorit heraus, aber dennoch bleibt Vettel zunächst noch vorsichtig. "Ich kann die Konkurrenz noch nicht einschätzen. Das haben wir noch nicht analysiert. Aber meist ist es so, dass Mercedes am Freitag immer ein bisschen schwerer unterwegs ist als wir", sagt der Deutsche. Sollte dies tatsächlich so sein, dann sieht es im Lager der Silberpfeile gar nicht schlecht aus.

Kovalainen präsentiert sich stark

Nico Rosberg (3./+ 0,480) und Lewis Hamilton (4./+ 0,653) waren am Freitag die schnellsten Verfolger der Red Bulls. Auch wenn der Brite immer wieder über ein rutschendes Auto klagte, so war das Tempo über die Distanz dennoch recht konstant. "Es ist okay. Nichts Besonderes, aber okay", so Hamilton. Vor allem Rosberg zeigte gute Runden am Stück. Allerdings konnten andere Teams ein ähnliches Tempo über die Distanz zeigen. Lotus, Ferrari, McLaren und vor allem Sauber hinterließen einen guten Eindruck im Renntrimm.

Bei Lotus stand Heikki Kovalainen im Zentrum des Interesses. Der Finne ersetzt seinen Landsmann Kimi Räikkönen für die letzten beiden Saisonrennen an der Seite von Stammpilot Romain Grosjean. Am ersten Tag im E21 bügelte er gleich mal den Franzosen. Kovalainen schob sich in 1:38.073 Minuten auf Platz fünf und zeigte bei einem Versuch über rund 20 Runden ein gutes Tempo. Der Finne war mit 41 Runden am Nachmittag der fleißigste Pilot auf der Strecke.

Grosjean hatte seine liebe Mühe und Not auf der rutschigen Piste von Austin. Der in der Schweiz geborene Franzose musste immer wieder die asphaltierten Ausflauzonen nutzen, konnte kaum mal eine saubere Runde hinbekommen. Bei den schnellsten Runden auf frischen Option-Reifen unterliefen ihm mehrere Fehler. Daher kam Grosjean mit seiner besten Rundenzeit von 1:38.255 Minuten nur auf Platz acht der Zeitenliste - 1:0 für Kovalainen.

Mercedes, Ferrari, Lotus, Sauber, McLaren: Es ist eng

Sauber scheint auch in den USA in sehr guter Form zu sein. Esteban Gutierrez (6./+ 0,924) und Nico Hülkenberg (7./+ 0,949) sorgten mit ihren Longrunzeiten für Staunen. Über weite Phasen war man schneller als Mercedes. "Der Asphalt hat sich im Vergleich zum Vorjahr erheblich verändert, es gibt deutlich mehr Grip", schildert Gutierrez, der in Austin sein "Heimrennen" bestreitet. "Wir wollen in den letzten Saisonrennen möglichst viele Punkte holen. Dann am Ende zählen wir zusammen."

Hinter Red Bull zeichnet sich ein enger Wettbewerb zwischen Sauber, Mercedes sowie Mclaren und Ferrari ab. Jenson Button (9./+ 0,964) wittert trotz des guten Tempos am Freitag weiteres Potenzial in seinem Auto. Der Brite hatte im zweiten Durchgang zunächst Untersteuern, dann Übersteuern. Hätte man das Setup unverändert gelassen, dann wären die Balanceprobleme mit steigendem Grip von allein verschwunden. Dies will man zum Samstag korrigieren.

Im Lager von Ferrari hatte man die üblichen Sorgen. Der F138 kann den zusätzlichen Grip frischer weicher Pneus nicht in gleichem Maße nutzen wie die Konkurrenz - ein klarer Nachteil im Qualifying. Bezüglich des Tempos auf die Distanz scheint die Ferrari-Welt jedoch in Ordnung zu sein. Die beiden Roten waren auf unterschiedlichen Mischungen konstant schnell unterwegs. Fernando Alonso (10./+ 1,156) schloss den Tag vor Felipe Massa (12./+ 1,633) ab.

Für Adrian Sutil und sein Team Force India war es kein allzu schöner Auftakttag in Texas. Der Gräfelfinger kam in 1:38.719 Minuten zwar auf Rang elf des Klassements, aber das Auto war schwierig zu bändigen. "Geht gar nicht", raunzte Teamkollege Paul di Resta (15./1:39.410) zwischenzeitlich im Funk. Die beiden Williams konnten die guten Eindrücke vom Morgen nicht bestätigen, Marussia war am Freitag so weit weg von der Konkurrenz wie ein GP2-Team, zusätzlich gab es am Auto von Max Chilton einen Bremsdefekt.

Fotoquelle: xpbimages.com

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