Adrian Sutil kann seinem zerstörten Force India unverletzt entsteigen

Formel 1 2013

— 18.11.2013

Sutil sauer: "Maldonado lebt auf seinem eigenen Planeten"

Nach seinem Unfall in der ersten Runde geht Adrian Sutil mit Pastor Maldonado hart ins Gericht: "Wir kommen an einen Punkt, wo es wirklich gefährlich ist"



Es war der einzige Ausfall am heutigen Tag - und es traf Adrian Sutil. Nachdem der Deutsche nach einem Bremsdefekt schon gestern früh Feierabend machen musste, war sein heutiger Arbeitstag ebenfalls schnell beendet. Schon in der ersten Runde stopfte der Gräfelfinger seinen Force India nach einer Kollision unsanft in die Barriere. "Ich habe aus irgendeinem Grund von Maldonado auf der Geraden einen Schlag auf mein linkes Hinterrad bekommen", lautet die erste Analyse von Sutil.

"Ich habe die Kontrolle einfach komplett verloren. Er hat mich rumgedreht und ich bin in die Bande gecrasht. Es ist schade", so das Resümee des Deutschen, der nicht verstehen kann, wie es überhaupt zu so einem dummen Unfall kommen kann: "Wir haben hier eine sehr breite Strecke und es gibt absolut keinen Grund, auf der Geraden zu kollidieren", schüttelt er den Kopf. Von der Schuldfrage spricht er sich auf jeden Fall frei.

"Ich war auf meiner Linie und habe keine verrückten Bewegungen gemacht. Es gab viel Platz auf der linken Seite, es gab viel Platz auf der rechten Seite. Ich verstehe einfach nicht, warum jemand so nah an einem Auto ist und einen dann berührt. Es ist nicht so, dass wir Seite an Seite waren. Er war mit seinem rechten Vorderreifen an meiner Hinterachse", so Sutil aus seiner Sicht.

Maldonado: "Manchmal kann das passieren"

Doch wie immer gibt es bei zwei Fahrern auch zwei Meinungen - auch Pastor Maldonado ist der Ansicht, dass er einfach nur geradeaus gefahren sei: "Ich war in der ersten Runde innen und er hat meine Linie ein wenig gekreuzt und einen großen Unfall gebaut", sieht der Venezolaner Sutil als Verursacher des Crashs, der eine Safety-Car-Phase nach sich zog. Während für Sutil das Rennen an Ort und Stelle beendet war, konnte Maldonado weiterfahren, auch wenn später ein Reparaturstopp notwendig war.

Für den Williams-Piloten war der Zwischenfall damit abgehakt, er macht sich keine weiteren Gedanken darum: "Es war ziemlich riskant, aber so ist Rennsport. Manchmal kann das passieren, besonders wenn man Plätze gutmacht", zuckt er mit den Schultern, doch über diese Meinung kann Sutil selbst nur den Kopf schütteln: "Wir kommen an einen Punkt, wo es wirklich gefährlich ist", will der Force-India-Pilot solche Szenen nicht einfach hinnehmen. "Was heute passiert ist, hätte auch anders ausgehen können."

"Ich bin rund 300 km/h gefahren und plötzlich trifft dich jemand am Hinterrad und du drehst dich. Ich könnte mich überschlagen oder es könnte sonst was passieren. Hinter uns waren ja auch fünf oder sechs Autos", hat er absolut kein Verständnis für solchen Leichtsinn. "Wir wollen lebend aus unseren Autos aussteigen. Manchmal sollte man mal nachdenken", faucht er in Richtung Maldonado. Selbst mit dem Venezolaner reden, möchte er nicht - zumindest will der Gräfelfinger nicht den ersten Schritt machen.

Kein Redebedarf nach Unfall

"Ich sehe keinen Grund, mit ihm zu reden", winkt er ab. "Ich habe es ein paarmal versucht, aber er lebt auf einem anderen Planeten. Auch in Spa hat er gesagt, dass es unser Fehler war, wo er plötzlich entschieden hat, in die Box zu fahren. Er ist direkt in Paul gefahren und hat gesagt, es sei sein Fehler gewesen." Laut Sutil müsse man nach einem Fehler auch einmal selbst zu einem anderen Fahrer hingehen und das Gespräch suchen - wie er es selbst in Südkorea getan hat.

"In Südkorea bin ich in Mark (Webber; Anm. d. Red.) gefahren und habe mich entschuldigt. Es ist wichtig, dass man redet. Man will nicht, dass sich jemand verletzt und niemand macht es mit Absicht. Man fährt Rennen am Limit und manchmal passiert einfach was - aber manche Fahrer sind einfach nicht reif genug, um auf einen zuzukommen und ein ernstes Gespräch anzufangen." Wen er damit meint, das kann ja jeder selbst interpretieren...

Zumindest kommt es für Sutil nicht gerade überraschend, dass sein Unfallgegner ausgerechnet Pastor Maldonado ist. Der Venezolaner sorgte schon häufiger für Kollisionen, auch wenn er gestern noch betont hat, in diesem Jahr reifer zu sein. Doch Sutil glaubt nicht, dass sich in der Zwischenzeit viel geändert hat. "Wenn man gegen ihn kämpft, dann bremst er 50 Meter später als jeder andere - manchmal ist er einfach über dem Limit. Es ist gefährlicher, wenn man gegen gewisse Fahrer fährt", schimpft er und deutet an: "Viele Fahrer hatten Zwischenfälle mit ihm."

Auch bei den Stewards war der ehemalige GP2-Meister immer ein Kandidat mit Dauerabo - doch ausgerechnet heute haben die Rennkommissare nicht einmal eine Untersuchung eingeleitet, was Sutil ein wenig wundert. Doch im Nachhinein ist das jetzt auch egal. "Wir können es nicht ändern", sagt er und hakt die Sache ab. Zum Schluss kommt aber noch einmal von Sutil die wichtigste Information zum heutigen Unfall: "Mir geht es gut, ich bin nur ein wenig enttäuscht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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