Nico Rosberg fuhr am Vormittag und am Nachmittag in Interlagos zur Bestzeit

Formel 1 2013

— 22.11.2013

Zweimal Regen, zweimal Bestzeit: Rosberg am Freitag voran

Das Saisonfinale artet schon am ersten Tag zur Regenschlacht aus: Nico Rosberg im zweiten Training vor den beiden Red Bulls und Heikki Kovalainen



Nico Rosberg war beim Trainingsauftakt in Brasilien am Freitag der Mann des Tages. Der Mercedes-Pilot sicherte sich auf nasser Strecke in beiden 90-minütigen Sessions in Sao Paulo die Bestzeit, einmal in 1:24.781, einmal in 1:27.306 Minuten. Die schnellere Zeit gelang Rosberg am Vormittag, als der Regen noch nicht ganz so stark war. Am Nachmittag war die Strecke gegen Ende hin im besten Zustand, als die meisten Fahrer doch noch auf Intermediates wechselten.

Zu Beginn war Rosberg einer der ersten Topfahrer, die auf Full-Wets das Risiko eingingen, von der Strecke zu rutschen. "Ross sagt, du bist die einzige Person, die dumm genug ist, jetzt gerade draußen zu sein", funkte sein Renningenieur zu diesem Zeitpunkt - aber wer deswegen Risse im Verhältnis zwischen Fahrer und Team wittert, der irrt: Mercedes versichert auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com', dass es sich bei dem Funkspruch nur um einen Witz gehandelt habe.

Rosbergs gute Laune war dann auch unübersehbar, als er aus dem Auto stieg: "Heute ging's ab wie Schmidts Katz'. Das heißt aber leider noch gar nichts", lächelt er. "Wir wissen ja nicht, wer mit welcher Spritmenge unterwegs war. Außerdem haben am Ende alle auf gebrauchte Reifen gesetzt. Das kann man nicht wirklich vergleichen. Im Großen und Ganzen sieht es im Nassen aber schon gut aus. Daher kann es für mich ruhig nass bleiben."

Hinter ihm folgten die beiden Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel (+0,225) und Mark Webber (+0,286), wobei Webber wieder einmal einen Satz hörte, der ihm inzwischen schon bekannt vorkommen dürfte: "KERS hat versagt." Dass er am Ende mit acht Runden mehr trotzdem fast gleich schnell war wie sein Teamkollege, obwohl die Extra-PS auf der langen Start- und Zielgerade fehlten, ist für den Rest des Wochenendes ermutigend.

Vettel hat indes versucht, "so wenige Runden wie möglich" zu fahren: "Es war schon rutschig. Ich wäre gern mehr gefahren, aber generell versucht man am Freitag natürlich, seine Reifen aufzusparen." Sein offensichtlicher Hauptgegner dürfte nun Mercedes sein: "Schaut so aus", stimmt Vettel zu. "Vor allem Nico war richtig schnell bei diesen Bedingungen. Er hat nicht lange gebraucht, um auf Speed zu kommen. Er scheint sich hier ganz wohl zu fühlen."

Räikkönen-Ersatzmann Heikki Kovalainen (Lotus/+0,823) schob sich in den letzten Minuten auf den vierten Platz nach vorne, noch vor Lewis Hamilton (Mercedes/+0,841), der einen der aufsehenerregenderen Dreher der Session ablieferte. Rosberg nimmt ihn in Schutz: "Es gibt drei Kurven, die man schnell durchfährt, in denen man aber auch hochschalten muss. Da ist der Intermediate jedes Mal wirklich am Limit. Das spürt man aber nicht - und dann geht es schnell."

Jean-Eric Vergne (Toro Rosso/+1,099), Felipe Massa (Ferrari/+1,234) und Nico Hülkenberg (Sauber/+1,254) komplettierten die Top 8; Fernando Alonso (Ferrari/+1,622) wurde Elfter, Adrian Sutil (Force India/+2,477) 15. Vorjahressieger Jenson Button (McLaren/+4,464) landete auf dem 22. und letzten Platz, drehte aber auch nur sechs Runden - wahrscheinlich mit der Absicht, Regenreifen für das Qualifying und insbesondere das Rennen am Sonntag zu sparen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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