Sebastian Vettel startet von der Pole-Position in das letzte Saisonrennen

Formel 1 2013

— 23.11.2013

Pole: Nicht einmal die Natur kann Vettel aufhalten...

Dominant wie eh und je, auch beim Saisonfinale: Sebastian Vettel holt im Regen-Qualifying in Brasilien vor Landsmann Rosberg und Alonso die Pole-Position



Er htte es gar nicht mehr ntig, aber im Qualifying zum Grand Prix von Brasilien hat Sebastian Vettel noch einmal bewiesen, dass er ein wrdiger Weltmeister 2013 ist. "Der Beste steht vorne, das kann man ganz klar sagen", unterstreicht Experte Marc Surer. "Auch im Regen ist er eine Klasse fr sich." Und so war heute in Sao Paulo kein Kraut gegen den Red-Bull-Piloten gewachsen, der - da sind sich die Experten einig - momentan so gut fhrt wie nie zuvor.

Ohne groes Risiko cruiste Vettel bei regnerischen Verhltnissen durch Q1 (2.) und Q2 (2.) - und nach 45-mintiger Regenunterbrechung war er in Q3 voll da, als der Regen am strksten war. Romain Grosjean (Lotus) wagte im Finish als Erster den Switch auf Intermediates, aber Vettel hmmerte kurz darauf wieder einmal eine Runde raus, die fr alle anderen unerreichbar war. An die 1:26.479 Minuten kam nur einer nher ran als bis auf eine Sekunde, und das war Landsmann Nico Rosberg (Mercedes).

"Ich bin sehr glcklich, gerade weil die Bedingungen sehr schwierig waren. Ich freue mich auch darber, vor Nico zu stehen. Mercedes und vor allem Nico war gestern sehr stark unterwegs", jubelt Vettel. "Dass der Abstand so gro ist, wundert mich ehrlich gesagt. Das ist eine groe berraschung." Dabei fuhr er im zweiten und dritten Sektor spter sogar noch einmal schneller, fr eine Verbesserung der Gesamtzeit reichte es wegen des ersten Sektors aber nicht mehr.

Rosberg hatte insgeheim auf die Pole gehofft

Rosberg fehlten stattliche 0,623 Sekunden auf die Pole-Position, nach hinten hatte er aber 0,437 Sekunden Puffer auf Fernando Alonso (Ferrari). "Ich bin nicht absolut euphorisch darber, denn ich hatte nach dem gestrigen Tag ein bisschen die Hoffnung, dass die Pole mglich ist", seufzt der Mercedes-Pilot. "Aber Sebastian war ein bisschen - genauer gesagt viel - zu schnell, und so ist es nicht aufgegangen. Die erste Startreihe ist aber eine gute Position fr morgen."

Alonso, so gut wie seit Bahrain nicht mehr, blickt dem Rennen trotz des dritten Platzes "mit gemischten Gefhlen" entgegen: "Ich bin glcklich, endlich wieder so weit vorne zu stehen, aber ich bin nicht komplett glcklich ber meine Runde. Seb htten wir natrlich nicht bekommen, der ist zu weit weg. Aber ich denke, der zweite Platz wre nicht schwierig gewesen, denn ich habe sieben oder acht Zehntel in Kurve vier verloren, als ich ber die bemalte Auslaufzone gefahren bin."

Regenspezialist Lewis Hamilton (Mercedes/+1,198) wurde Fnfter, 0,105 Sekunden hinter Mark Webber (Red Bull), der heute sein letztes Formel-1-Qualifying bestritten hat. Auch wenn ihm das bisher nicht sonderlich nahe gegangen ist, war der Australier whrend der 45-mintigen Regenunterbrechung der einzige Fahrer, der nicht aus dem Cockpit gestiegen ist. Vielleicht ist da noch einmal seine Karriere wie ein Film im Kopf abgelaufen...

Toro Rosso: Nach schlechtem Beginn in Q3

Die groe berraschung des Nachmittags waren die beiden Toro-Rosso-Junioren, die sich als 15. und 16. durch Q1 gezittert und anschlieend ber viel zu starkes bersteuern beklagt hatten. Aber irgendwie bekamen sie ihre Sache auf die Reihe - und am Ende schafften sie es in Q3 sogar, Lokalmatador Felipe Massa (Ferrari/+1,630) und den Polesetter von 2010, Nico Hlkenberg (Sauber/+3,103), hinter sich zu lassen.

Hlkenberg htten viele Experten mehr zugetraut, aber: "Das ganze Wochenende waren wir nicht so konkurrenzfhig, wie ich mir das gewnscht htte", seufzt der Sauber-Pilot. "Es war eher schwierig mit dem Auto, auch zum Schluss. Ich hatte keine neuen Intermediates mehr, nur angefahrene. Ich glaube, da war ich aber nicht der Einzige. Es war schwierig. Das Auto fhlt sich an wie auf Schmierseife. Die Harmonie fehlt ein bisschen."

45-mintige Unterbrechung war notwendig

ber die Sinnhaftigkeit der Unterbrechung gab es brigens keinerlei Diskussionen: "Die Sicherheit muss im Vordergrund stehen", befand Red-Bull-Teamchef Christian Horner in der Pause, und Mercedes-Sportdirektor Toto Wolff stimmte sofort zu: "Die Aquaplaning-Gefahr ist viel zu gro, da gehst du einfach auf der Geraden ab, kannst es nicht mehr kontrollieren. Im Moment wre es einfach verantwortungslos."

Noch dazu hatte es am Ende von Q2 einen (harmlosen) Unfall gegeben, als sich Sergio Perez (14./McLaren) in der Linkskurve nach der ersten Zwischenzeitmessung auf dem ueren Randstein zu drehen begann und in die Mauer crashte. "Ich habe alles gegeben, viel riskiert", nimmt der Mexikaner den Blechschaden auf seine eigene Kappe, ergnzt aber: "Es war klar, dass es meine letzte Runde sein wrde. Da bin ich halt ber das Limit gegangen."

Immerhin steht er morgen unmittelbar vor seinem Teamkollegen Jenson Button, dem Vorjahressieger, den man bei solchen Bedingungen eigentlich immer auf der Rechnung haben muss. Heute blieb Button farblos: "Als es strker zu regnen begann, bekamen wir berhaupt keine Temperaturen in die Reifen", erklrt er. "Wir dachten eigentlich, wir wren ziemlich gut bei diesen Aufwrm-Sachen, aber bei diesen Bedingungen hat gar nichts geklappt."

Regenspezialist Sutil kann nicht berzeugen

Auch Adrian Sutil konnte seiner Freundin Jennifer an deren 29. Geburtstag kein Geschenk machen: Platz 16, Letzter des zweiten Qualifying-Abschnitts - und damit im Stallduell 2013 mit 8:11 Verlierer gegen Paul di Resta, der heute Zwlfter wurde. Trotzdem lsst er den Kopf nicht hngen: "Wir haben schon Rennen gesehen, wo etwas Verrcktes passiert, und dann ist man vorne. Es ist nur Qualifying. Von da aus ist immer noch alles mglich", meint er.

Sollte es auch am Sonntag regnen - und darauf wrden viele in Brasilien ihr letztes Hemd verwetten -, knnte der letzte Grand Prix des Jahres in der Tat zu einem Thriller werden. Polesetter Vettel wird zwar alles daran setzen, mit dem neunten Sieg in Serie den alten Ascari-Rekord einzustellen, aber viele wollen ihm da in die Suppe spucken. "Rosberg, Alonso, Grosjean: Sucht euch einen aus", meint Red-Bull-Teamchef Horner auf die Frage nach mglichen Konkurrenten.

Fotoquelle: xpbimages.com

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