Am Brasilien-Sonntag setzt Mark Webber letztmalig als Formel-1-Pilot seinen Helm auf

Formel 1 2013

— 24.11.2013

Webber: "Bin froh, dass mein letztes Rennen gekommen ist"

Mark Webber will von einem emotionalen Formel-1-Abschied (noch) nichts wissen: "Taschentuch? Dann wäre es die falsche Entscheidung gewesen"



Eigentlich hatte Mark Webber vor, sein letztes Rennwochenende als Formel-1-Pilot wie jedes andere auch anzugehen. Der Australier in Diensten von Red Bull hätte sich am liebsten komplett auf seine Aufgabe im Cockpit konzentriert und hätte sich am Sonntag nach getaner Arbeit in Richtung Porsche und WEC verabschiedet. Soweit die Theorie.

Die Praxis sieht jedoch anders aus, wie Webber spätestens am Samstag erkennen muss. "Die heutige Fahrerbesprechung war interessant. Die Jungs bereiteten mir einen tollen Empfang und ich führte ein paar Gespräche unter Kollegen. Das war toll, schließlich sind es die Jungs, gegen die ich so lange so hart gekämpft habe. Nach all der Zeit einen solchen Empfang zu bekommen, bedeutet mir sehr viel", betont der Routinier vom Fünften Kontinent.

Angesichts von Webbers Karriere-Zahlen (217 Grand-Prix-Wochenenden in zwölf Jahren) gibt es im aktuellen Formel-1-Fahrerfeld kaum einen, der länger dabei ist als der Australier. Lediglich das Formel-1-Debüt von Jenson Button (Melbourne 2000) liegt länger zurück als jenes von Webber (Melbourne 2002).

Kein Abschied à la Barrichello

Für sein letztes Rennen hofft der Australier, dass dieses ein anderes Ende nimmt als jenes von David Coulthard, dessen 15-jährige Formel-1-Karriere ebenfalls beim Grand Prix von Brasilien (2008) und ebenfalls bei Red Bull zu Ende ging. Eine Zielankunft war dem Schotten bei seiner Abschiedsvorstellung nicht vergönnt. Stattdessen war für Coulthard nach einer Startkollision schon in der ersten Kurve Feierabend.

"DC hatte damals viel Pech", erinnert sich Webber und spricht einen wichtigen Punkt an: "Bei den meisten Fahrern ist es doch so, dass es deshalb ihr letztes Rennen ist, weil sie nicht mehr an der Spitze mitfahren können. Manche wissen gar nicht, dass es ihr letztes Rennen ist, weil sie im Winter aussortiert werden." Formel-1-Rekordstarter Rubens Barrichello kann von letztgenanntem Fall ein Lied singen.

Bei Webber sieht die Sache anders aus. "Ich weiß, dass es mein letztes Rennen sein wird. Also werde ich hinausgehen und mein Bestes geben", versichert der 37-Jährige, der seinen Formel-1-Abschied zum Saisonende bereits Ende Juni in Silverstone öffentlich machte.

Taschentuch wäre fehl am Platz

Dementsprechend möchte Webber sein letztes Rennwochenende so professionell wie möglich über die Bühne bringen: "Natürlich freue ich mich auf den Grand Prix morgen. Das ist dann aber auch alles." Einen Medienrummel wie er ihn in Interlagos vorfindet, würde er normalerweise nicht dulden: "Ich möchte nicht an jedem Wochenende ein solches Interesse haben. Andererseits geht es mir schon nahe, die Reaktionen zu sehen. Ich habe jede Menge Nachrichten aus der ganzen Welt bekommen. Das ist unglaublich, etwas ganz Besonderes."

Etwas ganz Besonderes wird es auch sein, wenn er am Sonntag zum letzten Mal als Formel-1-Pilot seinen Helm aufsetzt und aus der Box in die Startaufstellung hinausfährt. "Morgen werde ich es womöglich mit den stärksten Emotionen überhaupt zu tun haben", mutmaßt Webber. "Wenn ich das Taschentuch zücken muss, dann wäre es aber die falsche Entscheidung gewesen. Ich bin froh, dass mein letztes Rennen gekommen ist und werde mein Bestes geben."

So schließt der baldige Ex-Formel-1-Pilot einen Sieg beim Abschiedsrennen nicht gänzlich aus, weiß aber, dass es ein langer und mühevoller Weg wird. Webber geht von Position vier ins Rennen und hält in Bezug auf Teamkollege und Polesetter Sebastian Vettel fest: "Er ist der Favorit. Er hat ja die zurückliegenden 1.000 Rennen alle gewonnen. Wir werden sehen, wie es morgen läuft. Nicht nur Seb, auch ein paar andere Autos stehen vor mir."

Fotoquelle: Red Bull

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