Mark Webber zählte immer zu den charmanten Vertretern im Paddock

Formel 1 2013

— 24.11.2013

Webber geht glücklich: "Kam aus ärmlichen Verhältnissen"

Der Australier erklärt, was ihn mit seinem Freund Fernando Alonso verbindet, hofft auf mehr Privatleben und wird besonders die Donnerstage in Monaco missen



Mark Webber begann seine Formel-1-Karriere als Frauenschwarm und verlässt die Königsklasse nach zwölf Jahren als altgedienter Routinier - ein Lebensabschnitt geht zu Ende. Seine emotionale Seite hat er der lässige Australier trotzdem nicht entdeckt und nach eigener Aussage im Qualifying zu seinem Abschieds-Grand-Prix in Brasilien am Sonntag nicht ein einziges Mal an seine Zukunft gedacht. "Müsste ich das Kleenex rausholen, hätte ich die falsche Entscheidung getroffen", flachst ein gelöster Webber.

Red Bull widmet dem 37-Jährigen ein Spezial-Shirt zum Ende einer "großartigen Reise", das für ihn nach eigner Aussage auch eine Erleichterung bedeutet. Webber streicht heraus, mit dem großen Ziel Formel 1 nach Europa gekommen und seit 1995 gegen die besten Piloten der Welt sowie auf den aufregendsten Strecken des Planeten angetreten zu sein. "Es ist ein guter Moment, kein trauriger", betont er im Gespräch mit 'Sky Sports F1' und verweist auf seine Zukunft in Porsches Langstrecken-Projekt: "Ich freue mich, auf privater Seite eine bessere Balance hinzukriegen."

In besonderer Erinnerung wird ihm der erste Grand-Prix-Erfolg 2009 am Nürburgring bleiben. "Der erste Sieg ist immer etwas Besonderes. Vor allem in der Art und Weise, wie es mir gelungen ist", weiß Webber und spricht von einem sehr emotionalen Tag. Die Formel 1 verlässt er nicht um viele Millionen Euro, sondern auch um eine Freundschaft reicher. "Ich stehe Fernando sehr nahe", sagt Webber über sein Verhältnis zu Ferrari-Star Alonso, dem er mit dem spektakulärsten Überholmanöver seiner Karriere in Eau Rouge in Spa-Francorchamps ein Schnippchen schlug.

Den eigenen Qualitäten treu geblieben

Die beiden waren in der Formel 3000 Teamkollegen. "Wir haben viel gemeinsam gemacht auf unserem Weg. Wir hatten ähnliche Hintergründe: Er kam aus recht ärmlichen Verhältnissen in Spanien, ich hatte einen ähnlichen Weg", weiß Webber, der im Fahrerlager alles andere als unbeliebt gewesen ist. Auch, weil er immer genügend Platz zum Überleben ließ - selbst, wenn teamintern Eiszeit angesagt war: "Ich denke, meine Kollegen hatten stets den Eindruck, dass ich hart, aber fair fahre. Ich habe immer mein Bestes gegeben. Ich habe versucht, diesen Qualitäten treu zu sein."

Seine liebsten Strecken waren Monaco und Silverstone. Den Leitplanken-Dschungel an der Cote d'Azur schätzt Webber als besondere Herausforderung: "Es war immer schwierig, ein Wochenende richtig hinzubekommen - besonders an der Spitze." Donnerstags sei die Strecke komplett grün, jeder außer Form, das Auto fühle sich grässlich an. "Ich war donnerstags in Monaco noch nie schnell, ich wollte einfach an einem Stück durchkommen und das Momentum behalten. Es war gut, dort dreimal zu gewinnen (inklusive Formel-3000-Sieg im Jahr 2001; Anm. d. Red.)."

Den britischen Grand Prix bezeichnet Webber als zweites Heimrennen. In Silverstone absolvierte er die ersten Tests in der Formel Ford, fuhr anschließend auch in der Formel 3, der Formel 3000, mit Sportwagen und in der Königsklasse im "Home of Britisch Motor Racing". Webber meint: "Ich hatte großartige Zeiten." Dass nach 215 Einsätzen der Vorhang fällt, bedauert Christian Horner: "Heute ist jeder traurig, ihn gehen zu sehen", so der Red-Bull-Teamchef bei 'Sky Sports F1'.

Fotoquelle: xpbimages.com

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