Mit einer teamtaktischen Leistung sicherte sich Mercedes heute Rang zwei in der WM

Formel 1 2013

— 24.11.2013

Mercedes jubelt: Schöne Weihnachten durch Rang zwei

Bei Mercedes freut man sich über die Zielerfüllung mit Rang zwei, auch wenn man nach einem "lebensverkürzendem Rennen" lange zittern musste



Am Ende war es zwar noch knapper als gedacht, doch Mercedes konnte nach der Zieldurchfahrt in Brasilien über den zweiten Platz bei den Konstrukteuren jubeln. Der fünfte Platz von Nico Rosberg und der neunte Rang von Lewis Hamilton würde im Normalfall bei den Silberpfeilen niemanden vom Hocker reißen, doch nach dem nervenaufreibenden Grand Prix in Sao Paulo war im Lager der Silbernen einfach nur Erleichterung zu spüren.

"Wir haben uns das Leben heute schwer gemacht, muss ich sagen", pustet Teamchef Ross Brawn im Anschluss an das Rennen bei 'Sky Sports F1' mächtig durch, "aber der zweite Platz ist sehr zufriedenstellend." Dabei sah es zunächst danach aus, als könnte Mercedes den Platz gegenüber Ferrari locker verteidigen. Nico Rosberg schnappte sich gleich am Start die Führung, wurde aber kurz darauf immer weiter durchgereicht - bis auf Rang fünf. "Es hat mich so ein bisschen an den Anfang der Saison erinnert, wo ich auch immer von Pole losgefahren bin", berichtet der Deutsche bei 'RTL'.

"Nico hatte zu Beginn keine gute Balance. Wir hatten keine Trockenruns zuvor und Nico hat sich sofort über die Balance beschwert", klärt Brawn über die Hintergründe der schlechten Performance auf. Bei Lewis Hamilton sah es zunächst deutlich besser aus, doch auch der Engländer kam nicht ohne Probleme über die Distanz. "Ich schätze, dass ich eine Kollision mit einem Hinterbänkler verursacht habe, der mich überholen wollte", schildert Hamilton die Szene mit Valtteri Bottas aus seiner Sicht.

Hamilton verliert Podium, Rosberg Rang vier

Viel mehr mitbekommen hat er allerdings auch nicht: "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was passiert ist. Ich muss mir erst die TV-Bilder anschauen", zuckt er mit den Schultern. Mit einem Plattfuß rettete sich der Ex-Weltmeister zurück an die Box und wurde kurz darauf von der Rennleitung für sein Vergehen auch noch mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Unter Strich stand am Ende nur Rang neun. "Ich bin enttäuscht, dass ich so viele Punkte für das Team verloren habe", so Hamilton, der ohne die Szene laut eigener Aussage auf das Podest hätte kommen können.

"Ich habe auf Fernando aufgeholt, wir hätten also zumindest die Chance gehabt, mit Fernando zu kämpfen", sagt er. Doch am Ende ist das persönliche Ergebnis der Fahrer egal - was heute gezählt hat, war das Teamergebnis, wie auch Rosberg zwischenzeitlich erfahren musste. "Ich habe den vierten Platz verloren, weil wir sichergehen wollten, dass jetzt nicht doch auf einmal Regen kommt. Wir wollten die sichere Strategie gehen und so habe ich dann auch noch den vierten Platz an Button verloren. Aber das war richtig, weil es wichtig für das Team ist."

Und wie wichtig der zweite Platz für das Team ist, belegen die Aussagen nach dem Rennen. "Es war unser eigenes gestecktes Ziel und das wollten wir auch erreichen", nickt Motorsportchef Toto Wolff bei 'Sky' und weiß, wie sehr sich das Personal in der Garage über den Erfolg freut: "Für die Mechaniker ist es wichtig. Es sind kleine Prämien, die wir ausschütten, und da freut sich jeder, dass er vielleicht zu Weihnachten ein kleines Zubrot hat", lächelt der Österreicher.

Jetzt geht's in die Bar - oder in den Flieger

"Da gibt es noch schönere Weihnachten für alle. Das freut mich sehr", ergänzt auch Rosberg und schildert, wie sehr man im Team diesen Platz hinter Red Bull wollte: "Heute Morgen habe ich mit meinen Mechanikern gesprochen und die sagten mir echt, wir gehen heute nur in die Bar, wenn wir Zweiter werden - sonst gehen wir alle ins Bett. Wirklich. Das ist sowas Großes für die. Das habe ich vielleicht sogar ein bisschen unterschätzt, wie bedeutend das für die alle ist."

Das Ziel 2013 ist somit erreicht, nun kann man sich auf die neuen Ziele 2014 stürzen, für die man laut Brawn noch "einen weiteren Schritt" machen müsse. Sobald man morgen nach dem Flug in Europa landet, gehe die Konzentration "zu 110 Prozent" auf das Projekt 2014, wie Wolff sagt. "Das Auto ist relativ fertig und fährt auch schon im Simulator - und Ende Januar, in zwei Monaten, fahren wir ja auch schon wieder."

Doch zumindest heute darf man sich bei den Silberpfeilen über den Erfolg freuen, sich von Rang fünf im Vorjahr auf Rang zwei gesteigert zu haben. "Ich betrinkt mich im Flieger", lacht Wolff, der es scheinbar eilig hat. Doch das letzte Wort gilt noch einmal dem Auftritt in Brasilien: "Das war ein lebensverkürzendes Rennen. Wir haben aufgeatmet, denn das war schon wichtig."

Fotoquelle: xpbimages.com

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