Die Formel-1-Reifen von Pirelli haben 2013 auch negative Schlagzeilen geschrieben

Formel 1 2013

— 25.11.2013

Pirelli: "Fahrerkommentare waren wirklich enttäuschend"

Formel-1-Reifenlieferant Pirelli zieht Bilanz: Paul Hembery freut sich über viele strategisch interessante Rennen, ärgert sich aber über negative Äußerungen



"Es war eine sehr harte Saison", sagt Paul Hembery über das Rennjahr 2013. Und das sagt der Motorsport-Direktor von Pirelli nicht ohne Grund. Denn einmal mehr standen die Produkte aus dem Sortiment des italienischen Reifenherstellers massiv in der Kritik. Im Sommer explodierte nämlich nicht nur die Stimmung im Fahrerlager, sondern auch zahlreiche Pneus. Eine Farce für die Formel 1.

Hinzu kam, dass die Formel-1-Piloten ihrer Verärgerung über die Reifen öffentlich Luft machten, was Hembery rückblickend am meisten bedauert. Das Echo in den Medien sei weniger schlimm gewesen, meint er. "Die Kommentare der Fahrer haben für größere Probleme gesorgt. Das hatte Einfluss darauf, was die Leute sagen. Und einiges davon war wirklich enttäuschend", so der Reifenchef bei 'Motorsport-Total.com'.

Hembery betont erneut und mittlerweile gebetsmühlenartig: "Wir wurden gebeten, einen bestimmten Ansatz zu verfolgen. Es ist für alle gleich. Und auch die Chancen sind für alle gleich." Das scheinen, auch beim Saisonfinale in Sao Paulo, einige Piloten anders zu sehen. In Brasilien feuerten gleich mehrere Fahrer eine letzte Breitseite gegen Pirelli ab. Doch dort ist man sich keiner Schuld bewusst.

Pirelli: Mission erfüllt, Rückmeldung enttäuschend

Die Kritik, das erklärt Hembery in seiner Saisonbilanz, habe aber in jedem Fall "negative Stimmung" entfacht. "Das war ein enttäuschender Aspekt dieser Saison", sagt er. Es sei jedoch auch "deutlich dokumentiert, dass wir zur Mitte des Jahres ein paar Probleme hatten. Wir hatten aber auch viele interessante Rennen. Im Durchschnitt gab es 2,2 Boxenstopps pro Auto und Rennen", so Hembery.

Damit habe Pirelli genau den Vorgaben des Sports entsprochen. Allerdings habe das italienische Unternehmen auch "viele Dinge gelernt", um künftig besser zu sein. "Wir brauchen halt die einstimmige Unterstützung von jedem - Fahrer und Teams", meint Hembery. "Die FIA war in jedem Aspekt unterstützend, aber trotzdem müssen wir sicherstellen, dass wir den Fans ein Produkt geben, das sie wollen."

Der Pirelli-Motorsport-Direktor verspricht: "Wenn wir etwas tun können, um das zu verbessern, dann tun wir das natürlich." Und so könnten Hembery und Co. schon bald von ihrer recht konservativen Reifenwahl, die es speziell zum Saisonende hin gegeben hatte, abrücken. Oder doch nicht? "Wir haben halt nur eine bestimmte Anzahl an Möglichkeiten", sagt Hembery und erklärt sein Dilemma.

Hembery fordert Verständnis für Pirelli

"Wir haben drei Mischungen. Damit ist es natürlich schwierig, es bei 19 Rennen jedes Mal perfekt hinzubekommen. Den Supersoft-Reifen habe ich mal außen vor gelassen. Dieser Pneu ist nämlich nur für ein paar Stadtkurse", so der Brite. Unterm Strich sei die Taktik im Rennen auch auf die jeweilige Strecke zurückzuführen: "Wäre Austin am Saisonanfang gewesen, wäre es wohl trotzdem ein Einstopp-Rennen gewesen."

"Im Großen und Ganzen", wie Hembery abschließend ausführt, "wurde die Saison von Red Bull und Sebastian Vettel dominiert. Trotzdem konnten wir ein paar interessante strategische Rennen einbringen." Als Höhepunkte nennt der Pirelli-Motorsport-Direktor die Grands Prix nach dem Debakel von Silverstone. "Da sind die verschiedenen Strategien der Teams in den letzten zehn Runden eng aufeinander getroffen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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