Böses Blut: Die Ex-Partner Hamilton sen. und di Resta streiten vor Gericht

Formel 1 2013

— 05.12.2013

Hamiltons Vater vor Gericht: "Di Resta hat meinen Ruf ruiniert"

Anthony Hamilton verklagte seinen ehemaligen Schützling Paul di Resta auf ungerechtfertigte Entlassung - Vor Gericht geriet der Brite aber selbst in Bedrängnis



Anthony Hamilton, Vater und Ex-Manager von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton, hat seinen ehemaligen Schützling Paul di Resta auf ungerechtfertigte Entlassung und entgangene Einnahmen verklagt. Gestern startete der Gerichtsprozess vor dem Londoner Höchstgericht mit der Einvernahme von Hamilton sen. - die Aussagen des Briten sorgten für Aufregung.

Di Restas Anwalt Paul Downes fiel bei der Verhandlung durch sein angriffslustiges Verhalten auf - als Hamilton meinte, er sei in Großbritannien gemeldet, wurde er mit einem Dokument konfrontiert, wo er Grenada, die Heimat seiner Familie, als Wohnsitz angegeben hatte. "Ich bin aus Steuergründen in Grenada gemeldet", gab Hamilton daraufhin zu. "Aber ich bin in Großbritannien steuerpflichtig, weil ich hier lebe und arbeite."

Im Zentrum der Verhandlung steht ein 4,3 Millionen Pfund schwerer Sponsorendeal di Restas mit der Energy-Drink-Marke Go Fast - Gelder sollen angeblich auf Hamiltons Konto in Grenada gelandet sein, was einem Vertragsbruch gleichkäme und die vorzeitige Auflösung rechtfertigen würde.

Hamilton sen. und di Resta: Gefecht vor Gericht

Hamilton wirft di Resta vor, seinen "guten Ruf" in der Formel 1 beschädigt zu haben. Die Anschuldigungen, "inkompetent und ein Betrüger zu sein", hatten "ernsthafte Auswirkungen auf meine Familie und mein Business", meinte er. Und das, obwohl er "viel Zeit und Geld" in di Resta investiert habe.

"Man beließ mich in dem Glauben, dass ich sowohl finanziell als auch mit Loyalität belohnt werden würde. Leider ist das aber nicht passiert, und ich manage Paul nicht mehr. Seit Paul den Vertrag fälschlicherweise aufgelöst hat, ist es für mich zunehmend schwieriger geworden, neue Arbeit in der Formel 1 zu finden", wirft er dem Schotten vor.

Di Resta, der ebenfalls aussagte, wehrte sich gegen die Vorwürfe, und ging in die Gegenoffensive: Hamilton ließ "eine professionelle Herangehensweise bei der Sponsorensuche" vermissen, meint der Force-India-Pilot, der vor dem Formel-1-Aus steht. Sein Ex-Manager habe "auf voller Länge versagt".

Was passierte mit dem Beweismaterial?

Pikant ist, dass wichtiges Beweismaterial für den Fall laut Hamilton bei seinem Umzug Anfang 2013 verloren gegangen sei. Darunter befanden sich sechs BlackBerrys, ein iPad, vier Laptops und zahlreiche Videorekorder und Handys. Hamilton argumentierte, dass er keine Diebstahlanzeige aufgegeben hat, weil er nicht wisse, ob die Schachtel tatsächlich gestohlen worden sei.

"Sie wussten, dass der Inhalt für dieses Verfahren höchst kontrovers wäre, nicht wahr?", setzte di Restas Anwalt Downes Hamilton unter Druck. Dieser stimmte zu. Später meinte er, dass möglicherweise einer der Arbeiter die Schachtel gestohlen haben könnte. "Dann schlage ich Ihnen vor, dass Sie Ihre Geschichte ändern, warum Sie keine Diebstahl-Anzeige gemacht haben", reagierte di Restas Anwalt.

Hamilton sen. wehrt sich gegen Manipulationsvorwürfe

Ein weiteres Mal kam Hamilton in Bedrängnis, als ihn di Restas Anwalt fragte, ob er wisse, wie man Datum und Uhrzeit auf einem BlackBerry manipuliere, um E-Mails zu fälschen. Der Rennfahrer-Manager verneinte. "Mit Ihrer IT-Expertise?", spielte Downes darauf an, dass Hamilton früher eine Computerfirma besaß. "Rechnen Sie wirklich damit, dass wir Ihnen das glauben?"

Hamilton argumentierte, dass dies bei einem BlackBerry gar nicht möglich sei, weil dieser mit einem zentralen Server verbunden sei und man daher die Zeit nicht umstellen könne. Man darf gespannt sein, wie sich der Fall weiterentwickelt, denn auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh wurde aus für die Öffentlichkeit unbekannten Gründen als Zeuge vorgeladen.

Möglicherweise besteht ein Zusammenhang damit, dass Anthony Hamiltons Sohn Lewis Hamilton Ende 2012 zu Mercedes wechselte - ein Cockpit, das auch di Resta im Visier hatte. Es wird damit gerechnet, dass bis in die kommende Woche verhandelt wird - ein Urteil wird frühestens Mitte Januar erwartet.

Fotoquelle: xpb.cc

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