Auf Kevin Magnussen wartet 2014 die bislang größte Herausforderung

Formel 1 2013

— 06.12.2013

Magnussen: McLarens dänischer Hoffnungsträger

McLaren Rookie Kevin Magnussen erzählt, warum der Erfolg von Lewis Hamilton keine Bürde für ihn ist, und warum 2014 der beste Zeitpunkt für einen Einstieg ist



Lang ist es her, seit der Champion der Formel Renault 3.5 den direkten Aufstieg in die Formel 1 schaffte - eigentlich ist es noch nie einem Piloten gelungen. Der bisher einzige war Marc Gene 1998, der im Jahr darauf als Stammpilot für Minardi antreten durfte. Allerdings hieß die Serie damals noch "Open Fortuna by Nissan" und befand sich in ihrem allerersten Meisterschaftsjahr.

Doch 2013 ist es Kevin Magnussen als erstem Piloten gelungen, als Meister der 2005 umbenannten Formel Renault 3.5 den Sprung in die Formel 1 zu schaffen. An der Seite von Jenson Button wird der Däne im kommenden Jahr einen Platz bei McLaren erhalten, die ihn schon frühzeitig in das Nachwuchsprogramm aufnahmen. "McLaren war von klein an ein Teil meines Lebens", erzählt Magnussen.

Nicht zuletzt, weil sein Vater Jan Testpilot beim Team von Ron Dennis war und auch 1995 einen Grand Prix als Ersatzmann von Mika Häkkinen bestreiten durfte, schließt sich für ihn mit der Verpflichtung ein Kreis. "Ich habe immer davon geträumt, für McLaren zu fahren. Es ist unheimlich besonders, als Rennfahrer in dem Auto zu sitzen - mit dem Namen Magnussen auf der Seite", schwärmt der 21-Jährige.

Motiviert durch Hamiltons Erfolg

Doch natürlich kann der Däne nicht unbedingt viel Erfahrung in einem Formel-1-Cockpit aufweisen - abgesehen von ein paar sporadischen Testfahrten und der Simulatorarbeit. Gerade weil es in der heutigen Zeit kaum noch Testmöglichkeiten für junge Fahrer gibt, verbietet sich eigentlich ein Vergleich mit Lewis Hamilton, der 2007 als Meister der GP2 von McLaren verpflichtet wurde und eine intensive Vorbereitung genoss.

Dennoch will sich natürlich auch Magnussen bestmöglich auf sein Debüt in Australien vorbereiten: "Es geht darum, Zeit mit den Ingenieuren zu verbringen, im Simulator zu fahren und sich an alles zu gewöhnen. Es ist viel harte Arbeit, aber ich genieße es wirklich." Auch die Vergleiche mit Lewis Hamilton, der in seiner Debütsaison nur um einen einzigen Punkt die Meisterschaft verpasste, stören den Rookie wenig.

Im Gegenteil: "Der Fakt, dass Lewis exakt das gemacht hat, was ich jetzt tue, ist etwas Positives für mich", meint er. "Es zeigt, dass das Team das schon einmal gemacht hat und einen Rookie auf sein Grand-Prix-Debüt vorbereitet hat." Auch die Tatsache, dass Hamilton mit dem Vizetitel einen sehr erfolgreichen Einstieg hingelegt hat, würde ihn nicht unter Druck setzen. "Es zeigt einfach, dass es geschafft werden kann und dass man als Rookie erfolgreich sein kann. Das ist wirklich ermutigend", zeigt Magnussen keine Angst vor dem Erfolgsdruck, an dem schon ganz andere zerbrochen sind.

Volles Vertrauen von McLaren

Bei McLaren macht man sich auf jeden Fall keine Sorgen, dass man für 2014 den falschen Fahrer ausgewählt haben könnte. Bei den Chrompfeilen haben sie vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten ihres neuen Piloten. "2013 hat sich Kevin wirklich reingehangen", lobt McLaren-Geschäftsführer Jonathan Neale. "Er hat angefangen, alle Attribute zu zeigen, die ihn zu gegebener Zeit zu einem großartigen Fahrer machen."

"Um die World Series zu gewinnen, muss man ein Allrounder sein: Man muss gut mit den Ingenieuren zusammenarbeiten können, die Technologie verstehen und beharrlich sein: Man muss durch die unweigerlichen Hindernisse kommen und sie hinter sich lassen." Neale lobt weiterhin, dass Magnussen schon zuvor puren Speed und Aggressionen gezeigt habe, sie seit letztem Jahr aber auch unter Kontrolle habe: "Er weiß, wann man pushen muss und wann es besser ist, das Auto einfach heimzubringen. Diese Disziplin hat ihm einen großartigen Meisterschaftserfolg beschert."

Doch der Gewinn der Formel Renault 3.5 soll nur der Anfang für den 21-Jährigen gewesen sein. Mit dem Sprung in die Formel 1 steht der größte Schritt in seiner Karriere nun bevor. Er muss sich nun schnellstmöglich an die neuen Gegebenheiten der Formel 1 gewöhnen - zu seinem Glück müssen das durch die neuen Regularien aber alle Fahrer tun. "Es ist eine neue Herausforderung für jeden, nicht nur für mich", sieht er 2014 als idealen Einstiegszeitpunkt an.

Erfahrungsnachteil kleiner als sonst

Magnussen glaubt, dass sein Erfahrungsnachteil in der kommenden Saison nicht ganz so schwer ins Gewicht fallen wird, wie in anderen Jahren. "Natürlich benötigt es trotzdem noch viel harte Arbeit, und ich habe noch viel zu lernen", nimmt es der Däne aber nicht auf die leichte Schulter. Auch das Team selbst ist davon überzeugt, dass man mit einem Rookie 2014 nicht unbedingt schlecht aufgestellt sein muss.

Sportdirektor Sam Michael ist zwar bewusst, dass die erfahreneren Jungs ein besseres Verständnis vom Reifenverhalten, den neuen Aerodynamikmappings sowie der Arbeit der Motoren haben werden, "aber es ist eine völlig neue Formel - ein Rookie ist daher nicht so sehr im Nachteil. Für Kevin ist es viel besser, in diesem Jahr hereinzukommen, als in jedem anderen Jahr", unterstreicht Michael die Richtigkeit von McLarens Entscheidung.

Zumal man mit Jenson Button sowieso den erfahrensten Piloten im Feld hat. 247 Grands Prix hat der Brite schon bestritten, was Magnussen in Bezug auf seine eigene Karriere nur als Vorteil sieht: "Ich bin sicher, dass die Arbeit mit Jenson nützlich sein wird. Er ist Weltmeister, der erfahrenste Fahrer der Formel 1, und ich werde von ihm lernen können. Ich werde bei allen Debriefings neben ihm sitzen, zuhören was er sagt und zusehen, wie er mit dem Team arbeitet."

Ein frischer Wind weht durchs Team

Somit hat McLaren für sich den idealen Mix aus Jugend und Erfahrung im Team vereint. Mit Jenson Button hat man eine bekannte Größe, mit der man in die fünfte gemeinsame Saison geht, während Magnussen nach dem gescheiterten Experiment mit Sergio Perez frischen Wind in das Team bringen wird. "Wir freuen uns darauf, Kevin im Team zu haben", sagt Neale und betont, dass für Magnussen die Arbeit jetzt erst richtig los geht. "Er muss verstehen, dass der Sprung in die Formel 1 nur der Anfang ist."

"Er ist 21, hat viel zu lernen, und wir wollen ihn vor den unvermeidlichen Aufs und Abs im Motorsport beschützen, aber dennoch sein aufregendes Potenzial freisetzen." Dem muss auch Sam Michael zustimmen: "Kevins Ankunft ist für das gesamte Team sehr aufregend. Er repräsentiert die Zukunft." Der Sportdirektor meint, dass die Verpflichtung eines Rookies einen Ruck durch das Team bringen würde. "Leute teilen seine Hoffnungen und Träume. Aus Teamsicht, ist es ein fantastischer Move." Jetzt muss Magnussen das Vertrauen nur zurückzahlen...

Fotoquelle: xpbimages.com

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