Jarno Trulli bedauert noch immer, dass mit Toyota nicht der Durchbruch gelungen ist

Formel 1 2013

— 10.12.2013

Trulli und Toyota: "Wir haben es nicht zu Ende gebracht"

Der ehemalige Formel-1-Pilot Jarno Trulli erklärt, warum Toyota im Grand-Prix-Sport nie den Durchbruch geschafft hat und was der größte Hemmschuh war



Das vermutlich größte Budget, aber überschaubare Erfolge: Toyota hat es in 140 Formel-1-Rennen verpasst, dem Grand-Prix-Sport seinen Stempel aufzudrücken. Denn ein Sieg hat der japanische Hersteller zwischen 2002 und 2009 nicht eingefahren. Was für den früheren Toyota-Piloten Jarno Trulli rückblickend auch keine Überraschung ist. Er meint: Das Rennprojekt war von Anfang an falsch gepolt.

"Toyota ist immer seiner Philosophie treu geblieben, ob sie nun richtig oder falsch war. Das war das Problem", sagt Trulli im Gespräch mit 'F1 Racing'. Man habe sich nicht belehren lassen und habe die Formel-1-Aufgabe so sehenden Auges an die Wand gefahren. "Toyota hat bewiesen und auch verstanden, dass ihr Weg nicht ans Ziel führt, doch sie sind diesen Weg trotzdem weitergegangen."

Dabei hatte anfangs alles ganz anders ausgehen: Punkte im ersten Rennen, das wahrscheinlich größte Budget in der Szene und reichlich Luft nach oben. Trulli, von 2004 bis 2009 für Toyota in der Formel 1 unterwegs , bestätigt diesen Eindruck: "Alles war vorhanden, als ich zu ihnen stieß. Und angesichts des Potenzials, das ich dort erkannt hatte, dachte ich, wir würden alle anderen verblasen."

Falsche Entscheidungen als Grund für fehlenden Erfolg?

So weit kam es aber nicht. "Aufgrund technischer Fehler und aufgrund von gewissen Entscheidungen hat es nicht geklappt", meint Trulli heute. Er erklärt: "Ich schlug vor, in eine bestimmte Richtung zu arbeiten. Toyota konzentrierte sich aber auf Ralf Schumacher und darauf, seine Karriere zu retten. Das Team blieb also diesem Weg treu. Und dann setzte es auch noch Mike Gascoyne vor die Türe."

"Das war ein weiterer Fehler", sagt Trulli. Er selbst hatte sich für eine solide Nachfolge-Regelung ausgesprochen, wie er hinzufügt. "Ich hatte ihnen gesagt: 'Ihr seid nicht zufrieden mit Mike? Okay. Das ist eure Entscheidung. Ihr müsst ihn aber schon ersetzt haben, bevor ihr ihn feuert, sonst ist die Saison und auch die Folgesaison im Eimer.' Sie haben nicht zugehört." Toyota ging den Toyota-Weg.

Und der führte letztendlich dazu, dass das Team nach der Saison 2009 zurückgezogen wurde. Ohne den angestrebten ersten Grand-Prix-Sieg, was Trulli noch immer beschäftigt. "Ich war sehr stolz darauf, die erste Pole-Position und das erste Podestergebnis für das Team einzufahren. Es stimmt mich traurig, wenn ich sagen muss, dass wir es nicht zu Ende gebracht haben", so der Italiener.

"Ich habe kein Rennen für sie gewonnen, habe aber alles gegeben. Und für die Jungs, die mit mir gearbeitet haben, hätte ich es gern geschafft. In gewisser Weise habe ich dabei meine Karriere aufs Spiel gesetzt. Ich wäre glücklich, wäre mir dieser eine Rennsieg mit Toyota gelungen. Leider hat es nicht geklappt", sagt Trulli. "Ich war eben nicht derjenige, der die großen Entscheidungen zu treffen hatte."

Fotoquelle: Toyota

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