Widersprüchliche Aussagen: Rennfahrer-Vater Anthony Hamilton vor Gericht

Formel 1 2013

— 10.12.2013

Nie Geld von Sohn erhalten? Hamilton sen. revidiert Vorwurf

Anthony Hamilton nimmt vor Gericht den Vorwurf zurück, von Sohn Lewis Hamilton für die Management-Tätigkeit nie Geld erhalten zu haben, will aber nicht gelogen haben



Vergangene Woche sagte Anthony Hamilton vor Gericht, dass er von seinem Sohn - Mercedes-Superstar Lewis Hamilton - nie für seine Tätigkeit als Manager bezahlt wurde. Dieser habe ihm nach Ende der Zusammenarbeit 2010 zwar ein Geschenk in Höhe von drei bis vier Millionen US-Dollar versprochen, dieses habe er aber aus unbekannten Gründen nie erhalten. Am Montag gab er nun zu, dass seine Firma, die Hamilton Management Group, von seinem Sohn doch bezahlt worden sei.

"Ich habe komplett vergessen, dass es ein Dienstleistungs-Abkommen zwischen Lewis' und meiner Firma gab", meinte der Brite, der derzeit vor dem Londoner Höchstgericht steht, weil er seinen ehemaligen Schützling Paul di Resta auf ungerechtfertigte Entlassung und entgangene Einnahmen verklagt.

Geld nicht persönlich erhalten

"Ich habe 2007, 2008 und 2009 nie eine Rechnung gestellt, aber er zahlte nach unserer Trennung 2010 alles zurück", fiel Hamilton plötzlich wieder ein. "Er bezahlte der Hamilton Management Group dann bis 2012 eine halbe Million Pfund pro Jahr." Insgesamt handelt es sich um einen Geldbetrag von rund drei Millionen Pfund.

Di Restas Anwalt Paul Downes warf Hamiltons Vater daraufhin vor, vergangene Woche "komplett irreführende" Informationen gegeben zu haben. Dieser rechtfertigte sich, die Wahrheit gesagt zu haben, weil ja nicht er, sondern seine Firma bezahlt worden sei. Das ließ Downes nicht gelten: "Das war eine Falschaussage, und es ist unvorstellbar, dass Sie das vergessen haben, möchte ich meinen."

Hamilton wirft di Resta vor, sein Image als Manager nachträglich beschädigt zu haben - dieser geht aber in die Gegenoffensive und wirft seinem Ex-Betreuer vor, dass ein Sponsorendeal mit einem Energydrink-Hersteller nicht zum Abschluss kam, weil sich dieser selbst dabei bereichern wollte. Außerdem soll Hamilton sen. E-Mails und andere Beweismittel gefälscht haben.

Hamilton sen.: di Resta hätte sich nur entschuldigen müssen

Warum der 27-Jährige überhaupt mit dem Vater von Weltmeister Hamilton zusammenarbeitete? "Anthony hatte in der Formel 1 einen guten Ruf", erklärt di Resta. Er sei "damals der Beste gewesen", wenn es darum geht, ein Cockpit in der Königsklasse des Motorsports zu ergattern, als die Zusammenarbeit 2008 begann. 2011 schaffte er dies mit Force India.

Davor soll Hamilton sen. dem Schotten aber mangelndes Talent attestiert haben: "Als uns Herr Hamilton 2009 kein Formel-1-Cockpit sicherte, da vermuteten wir, dass er nicht mit uns arbeiten will, zumal er sagte, dass ich seiner Meinung nicht gut genug für die Formel 1 bin."

Hamilton sen. beschwert sich im Gegenzug, dass di Resta seinen "guten Ruf" in der Formel 1 beschädigt habe. Zum Gerichtsverfahren hätte es aber gar nie kommen müssen, hätte er sich "anständig" verhalten. "Beschuldige niemanden, betrügerisch gehandelt zu haben, wenn du es nicht beweisen kannst. Eine Entschuldigung hätte es schon getan."

Fotoquelle: xpbimages.com

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