Helmut Marko ist kein Fan der umstrittenenen Reglementänderungen

Formel 1 2013

— 10.12.2013

Marko: "Doppelte Punkte für letzten vier Rennen war geplant"

Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko verrät, dass eine noch größere Revolution abgewendet wurde - Er und Sebastian Vettel sehen Änderungen kritisch



Die Entscheidung der neuen Formel-1-Strategiegruppe, dass beim letzten Saisonrennen ab sofort doppelte Punkte vergeben werden, löste in der Königsklasse des Motorsports ein mittleres Erdbeben aus. Fans und Akteure stoßen sich daran, dass die WM künstlich spannend gemacht werden soll und der sportliche Wert auf der Strecke bleibe. Doch nun verrät Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko, dass die umgesetzte Änderung eigentlich nur die Light-Version ist.

"Zunächst war geplant, für die letzten vier Rennen doppelte Punktzahl zu vergeben", sagt der Österreicher gegenüber 'Sport Bild'. Und sieht dies wie viele andere kritisch: "Dann wäre die WM vorher fast sinnlos gewesen." Das Weltmeister-Team stimmte bei der Abstimmung in der Strategiegruppe, an der je sechs Vertreter von FIA und FOM sowie je ein Vertreter von Red Bull, Ferrari, Mercedes, McLaren, Williams und Lotus teilnahmen, gegen die neue Regelung.

"Aber unser Teamchef Christian Horner wurde überstimmt", klagt Marko. Kein Wunder, schließlich reichen insgesamt zehn Stimmen, um eine Reglementänderung durchzuwinken. Neben den FIA- und FOM-Vertretern sollen auch Mercedes und Ferrari für die Aufwertung des Saisonfinales gestimmt haben. In der Formel-1-Kommission wurde die Änderung endgültig beschlossen.

Auch Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ist alles andere als begeistert, wie er gegenüber 'Sport Bild' klarstellt. "Das ist unsinnig und bestraft diejenigen, die eine ganze Saison lang hart gearbeitet haben. Ich schätze die alten Traditionen in der Formel 1 und verstehe diese neue Regel nicht." Er zieht einen Vergleich zum Fußball: "Man stelle sich mal vor, am letzten Bundesliga-Spieltag gäbe es plötzlich doppelte Punktzahl."

Auch von der Entscheidung, das bisherige Startnummern-Modell aufzulösen, und stattdessen fixe Startnummern zu vergeben, die nichts mit der WM-Platzierung zu tun haben, sorgt im Red-Bull-Lager nicht für Begeisterung, obwohl dies im Merchandising und im Marketing neue Möglichkeiten bietet. "Diese Idee kommt aus der amerikanischen NASCAR-Serie, aber da sind die Karrieren viel länger", ortet Marko ein Problem. "In der Formel 1 könnte die Fahrer-Fluktuation am Ende dazu führen, dass einige Fahrer mit nichtssagenden oder dreistelligen Nummern antreten müssen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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